Ultra- Trail du Mont-Blanc 2018

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Screenshot_2018-09-20 UTMB® Live,

Der UTMB ist im Kasten,Geschichte, im Portofolio, mein erster offizieller 100 Meiler (und ein paar Km mehr), gemeistert oder vielmehr auf´s wesentliche reduziert, immerhin gefinisht.  Eines der Rennen „deeer Rennen“ im globalen Trailzirkus hab ich im Sack. Für mich war der UTMB schon immer, das was im Triathlon die Hawaiiteilnahme ist, wenn`s nun auch nicht die offizielle Trail WM ist. Soviel sei schon verraten, es ist nicht so gelaufen wie geplant,aber wahrscheinlich ist es aber eh so, wie beim Abitur o.ä. Später fragt keiner mehr nach dem Schnitt, hauptsache man hat`s irgendwie. Hurra die Gams!

Eine Frage für dessen Antwort ich gestartet bin war mitunter: „Lohnt sich der ganze Aufriss, den man alleine für die Teilnahme  veranstalten muss“? Wenn`s blöd läuft über drei (bei mir waren es zwei) Jahre auf ordentlichen Niveau Punkte halten bzw. sammeln bei vom Veranstalter ausgewählten Rennen, die es in sich haben, für die Teilnahme an einem Wettkampf, der auch wie kein anderer für den Ausverkauf bzw. den Peak der Kommerzalisierung der doch naturverbunden, Einsamkeit liebenden Trailrunnerseele steht. Ich sage, trommelwirbel, JA! Jeder Berglangstreckler kann sich guten Gewissens hier versuchen. Wenigstens einmal, kann man das schon machen. Ob man danach nun so addicted bzw. geflasht ist, dass man hinterher seine Rennplanungen nur noch den Qualianforderungen unterwirft , um auch zukünftig dabei sein zu können , bleibt jedem selber überlassen und ist auch ne Typfrage. Aber, wie gesagt, einmal kann man sich das schon mal „anschauen“, wenn man sich über ein paar Dinge im Vorfeld im Klaren ist.

– 170km in den Bergen Non Stop ist schon weit und ja, auch anstrengend.

– Es ist ein „Rennen“ mit sehr vielen Teilnehmern. Irgendeiner läuft bzw. stresst immer von hinten. Einfach mal ruhig für sich alleine in Gedanken ein paar Kilometer dahindümpeln is` hier nich` wirklich. Der totale Speedyzahn ist zwar den meisten ab Kilomter 100 gezogen (außer vllt. den Chinesen die man dann später wieder einholt) aber wie gesagt, irgendeiner kommt immer, bis zum Schluß. Immerhin der Vorteil: Verlaufen ist schwierig.

Der Vortag:

Donnerstag Hinfahren, Freitag-Sonntag Laufen,Montag Heimfahren, Dienstag wieder Büro. War so und auch nicht wirklich anders handlebar, ist aber nicht zu empfehlen. Am Donnerstag gegen 16.30Uhr waren Tom, mein treuer Begleiter und ich in Chamonix angekommen. Schon ab Trient war am Straßenrand alles zugeparkt von Supportern der anderen Streckenteilnehmern. Ca. 9.000 Läufer werden während der Rennwoche auf den Trails um den Mont Blanc durchgeschleust. Klingt zunächst er-/abschreckend, ist aber faszinierend, wie reibungslos das eigentlich alles abläuft und wie perfekt es organisiert ist. Bevor wir weiter zu unserer Herberge nach Les Houches, ein Ort etwas außerhalb und nicht mitten im totalen Trubel (richtige Entscheidung) fuhren, wollte ich das ganze Startnummerngedöns erledigt haben. Nicht allzu lange mussten wir glücklicherweise nach einem Parkplatz suchen, in von lauter Menschen fast überkollabierten Chamonix.

In der Hoffnung alles nötige dabei zu haben gingen wir los. Am Tag vorher wurde per SMS mitgeteilt, dass nur die Basispflichtausrüstung und nicht dass Zusatz Hitzekit oder das Winterkit benötigt wird, war ja eigentlich ein gutes, stabiles Wetter vorhergesagt.  Ferner hatte ich gerätselt, was sie mit elsatischer Binde/ Klebeband meinten. Ich vermutete einen Verband, aber einfach so, hab ich noch instinktiv eine Rolle Kinesiotape mit in den Rucksack geworfen. Die Messe war bald gefunden. Ja, dass ist mal eine Messe. So ziemlich alles da. Ausrüster , Veranstalter, ein Gewusel.

Nach dem „Walk of Inspiration“ ,eine Gasse mit sämtlichen Trailrun Veranstaltern und deren Rennen quer über den Globus,entsprechend Flyer wurden eingesammelt , kamen wir bei der Sporthalle an.

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Wir waren eigentlich drei Stunden vor meiner angegebenen Abholzeit da. Sollte das ein Problem sein? War es nicht. Ich stellte mich in die Athletenschlange, die noch eine halbwegs vertretbare Länge hatte.Es sollte trotzdem lange genug dauern. Es war ähnlich wie beim Check In am Flughafen. Zunächst Passabgleich. Dann weiter zu einem Helfer der einem eine Liste aushändigte, welche Dinge in eine Plastikwanne zur Kontrolle gelegt werden müssen. Bei mir: Jacke, Handy,Rucksack, Trinkblase 1,5ltr, 2 Lampen uuund  da war sie, die „adhäsive, ealstische Binde für einen Notverband“. War ja klar. Ich legte erstmal den Verband rein. Mal sehen was passiert. Nach einem weiteren Stop wurde man einem Kontrollpunkt zugewiesen. Argwöhnisch wurde meine Jacke begutachtet, der Rest war unkommentiert OK, und dann der Verband. No! Ah, one moment please. Ich kruschte kurz das Tape raus. Yes! That`s it.  Nun bekam ich endlich die Startnummer, aber fertig waren wir noch nicht. Aha, na dann weiter zur Rucksackverplombung. Der bekam einen Chip, damit man ihn nicht mehr während des Rennens wechseln kann, wer auch immer sowas macht. Dann zum nächsten Stand, an dem 2 Müll und der Dropbagbeutel ausgehändigt wurden. Und bist schaust`-schon fertig.

Beim Rückweg noch meinen zusatzgebuchten GPS Tracker an einem Messestand abgeholt, (nach Rücksprache mit Nutzern kann man sich das schenken. Es reicht der Trackingservice des Veranstalters) gings jetzt endlich Richtung Herberge.

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Bald war auch unsere Unterkunft gefunden und nach kurzem Ankommen und dem Versuch von halbwegs strukturierteren Gepacke sollten wir zum gemütlichen Teil übergehen. Aber vorher kam nach folgende Nachricht rein:

UTMB Weather deterioration: bad weather until Saturday afternoon, very cold, windy, feels like -10°C (14°F). Cold weather kit essential.

WTF. Schön sollte es eigentlich sein. Minus 10. Na, mal schaun- Hunger

In der Nähe befand sich auf Empfehlung unserer Herbergseigentümer das „Rocky Pop“ http://www.rockypop-chamonix.com Eigentlich das Restaurant/Bar eines Hotels, welches aber auch externe Gäste bewirtet. Stylisches Ambiente trifft auf leckeres und für die Gegend erschwingliches Essen (Pizza,Pasta,Burger) . Wir versuchten nebenbei die Treffpunkte zu organisieren und meine Durchgangszeiten wurden von Bier zu Bier schneller. Am Ende würden Schilderungen über Tom`s persönlicher Supporter UTMB mit dem Bussystems des Veranstalters meinen Bericht sprengen . Nur so viel. Er hatte mich wenigstens am Ende in Chamonix Richtung Ziel begleitet.  Die Planungen waren  bald beendet ( im Ziel nach 30 Stunden) und wir sahen die zwei Zockerautomaten mit über 500 Spielen FOR FREE (und dann noch TRUXTON!!!)  aus unserer Jugendzeit. Jeden Tag hier rein,  zocken und Bier trinken und halbwegs brauchbare Musik lief auch noch. Auch so könnte Urlaub sein. Ich Depp hatte was anderes vor. Für meinen Supporter hätte ich Verständnis, wenn er hier warten würde.

Sinn stand schweren Herzens irgendwann vor Unsinn und wir verließen doch den Sündenpfuhl. In unserem Zimmer noch 2 Betthupferl Elektrolyte , schließlich hatte ich jetzt Geburtstag, dann war Feierabend. Wenigstens kein Start früh morgens, sondern sowas wie ausschlafen.

Raceday:

Ein wenig zerschossen, Frühstück um halb neun mit einem portugisischem Pärchen, die auch bei uns eingecheckt waren und am Vortag die kürzeste Strecke bewältigt hatten. Ziemlich zerstört die zwei. Hmmm. Die staunten nicht schlecht über meine Pläne. Nun ja. Folgend ein nettes Tischgespräch.  Als hilfreich erwies sich noch auf mein Nachfragen eine Info, wie genau es sich denn mit dem angekündigten Geschirrverzicht auf VP`s verhalten würde. Nun, es gibt tatsächlich keins! Ok, nur den Becher dabei ist vllt. bei meiner Strecke ein bisserl wenig. Mission des Tages für später- Besteckorganisation.

Tom wollte nochmal in die City und trollte sich sonst wo rum, meine Wenigkeit haute sich bis 14.00 Uhr nochmal auf`s Ohr. Dann langsam in die Pötte kommen und das Nervositätsbarometer fing plötzlich an zu steigen. Gemäß des Wetterberichts hab ich mich nach tagelanger Frage, „was zieh ich bloß an!“, alle hab ich damit genervt,  doch für die lange Variante entschieden. Schließlich den Bus um 15.30 Uhr gen Chamonix erwischt, was gut war.  Eins zwei, gute Laune:

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Der Bus kam und pünktlich mit ihm auch der Regen. Ich kann beim Kack Marathon des Sables starten, selbst da würde es regnen. Hier noch eine Entschuldigung an alle Starter, das Kackwetter lag an mir und meiner Wettkampfregenwolke die mich immer begleitet.

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Und mit ein paar nicht erwähnenswerten Verschnaufern regnete es sich ein. Bevor ich nun ständig auf dem Wetterthema rumreite sei bloß angemerkt: Kaltes, nasses Wetter in den Bergen ist einfach gandenlos und kostet zusätzlich Körner, auch wenn`s  gleichermaßen alle trifft. Selbst mit entsprechender Ausrüstung muss man das schon abkönnen. Bei dieser Ausgabe des UTMB hatten wir viel davon. So dürften es so 5-6 Stunden Dauerregen in der ersten Nacht gewesen sein, worauf der Himmel zwar aufklarte, aber garniert mit Wind es richtig zapfig wurde. Am Samstag tagsüber war es der Sturm, der uns begleitete. Die zweite Nacht verlief kalt, inzwischen war mans ja fast gewohnt,  aber wenigstens trocken.Um es kurz zumachen. Zur nicht ganz einfachen Strecke kam auch noch ein Wetterkompetition.

In einem Ausrüstershop erwarb ich noch ein 2€ Multifunktionsbesteck bevor wir Richtung Start marschierten. Noch einen Abstecher in den Supermarkt, mein heutiges konsumiertes Essen war überschaubar. Inzwischen kübelte es vollends und schließlich kramte ich  doch meine Regenhose raus, da ich ordentlich fror.

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Eine Stunde bis zum Start. Dafür noch einen ordentlichen Platz in der Startarea bekommen. Tom hatte sich indes ins Zuschauerergewusel zurrückgezogen.

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Da stand ich nun, im langersehnten Startpulk. Das Startanheizerprogramm nahm fahrt auf. Gänsehautfeeling.  Dann um 18.00 Uhr genug angeheizt. Startschuss und der Troß setzte sich endlich in Bewegung.

Das Rennen:

Die Stimmung im Ort (aber auch weiterhin), der Hammer, und das konnte man gut genießen, denn bis alles im Flow war dauerte es ein wenig. Gehen, traben,stehen, laufen. Nach ein paar 100 Meter endlich komplett in den Laufschritt, „warm“ laufen. Ui, da stand Tom, noch schnell abgeklatscht. Jetzt drückte ich auf die Tube. Wie ich befürchtet hatte, dauerte es nicht lange bis es mir zu warm wurde. Nach ca. 3 km an den Rand und gefühlt, oder auch in echt zogen hunderte vorbei. Natürlich klemmte dann der Reißverschluß… . Die flachen 8km nach Les Houches waren gut zum eingrooven, aber lumpen ließ ich mich auch nicht und drückte schon ein wenig auf´s Tempo. Nun die ersten 800Hm Anstieg zum “ Le Delivery“ (le Delevert) . Strecke: Schotter,Asphalt, nun ja, Stimmung Bombe.

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Auch meine Laune nahm Fahrt auf und es machte Bock.  4687533846917500 46976999Die ersten 14 km / 840 HM in 1.43 Std. Schon etwas zu zügig, für das was noch ansteht. Dann nach einem Skipistendownhill Ankunft in Saint-Gervais bei der Halbmarathonmarke  2.29 Std. Etwas freigelaufen, was hier eher heißt,  sein Renntempo gefunden zu haben, wenn auch noch etwas zu schnell. Aber was soll`s -nix technisches, einfach Rennstrecke. Im Ort wieder Bombenlaune trotz Sauwetter. Die nächsten 10km/600 HM nach Le Kontamination Mojito (Les Contamines Montijoie)  zogen sich irgendwie. Es wurde zapfiger, was der Uhrzeit geschuldet war. Die HiraBira,Strinlampe, freilich längst in Betrieb.

VP Kontamination:

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Bis dato war ich guter Dinge. Trotzdem wirkte immer noch alles surreal. Eher wie im Film, als wie wenn man selber tatsächlich mitten drin steckt.

Überhaupt verhält es sich mit der ersten Nacht so, obwohl man ja da noch „frisch“ist,  dass ich hier ordentliche Lücken habe. Eine Waschmittelwerbung hatte es mal als „Lochfraß“ bezeichnet.

Diese Vp sollte eine Zäsur im Rennverlauf sein. So meldete sich kurz vorher mein rechter Unterschenkel mit einem Zwicker. Ich war etwas überrascht.“Äh was soll das“? Befand ich mich in bisher zurückgelegten Distanz im Trainingsrundenmodus. Selbst die Trails waren nicht sonderlich fordernd. So schenkte ich dieser Angelegenheit zunächst keine Beachtung.Ich graste das Buffet ab und setzte mich kurz. Die Kälte kroch zügig in die Glieder und es war wieder Zeit weiterzuziehen. UUUnnd los. BSSStTT. Was war das? Wer hatte da meinen Unterschenkel getasert- Echt jetzt? Km 31.  Mit sowas hab ich ab Kilometer 100 gerechnet.  Ich trabte los, wird sich schon lösen der Schmarrn. Ne, tat es nicht. Super, 140 km Troublemanagement. Prost Mahlzeit. Also erstmal Handlungsbedarf. Tempo rausnehmen. Etwas besser. Ich rätselte vor mich hin. Wahrscheinlich ein Potpourri aus allem. Die gestrigen französischen Biere in Kombination mit der Kälte, da kann der Muskel schon mal bockig sein. Die so schön geplanten umfangreicheren Long Runs, die nicht durchgeführten wurden, die 2,5 Wochen saubere Erkältung vorher. 140 Kilometer aus der Impro-KasperlKopfkiste bestreiten,weil das Menschenfleisch bröselt, Oh man. Der Regen hatte endlich aufgehört und der Himmel klarte auf. Mäßiger aber langer (ca. 14km) Anstieg zum Col du Bonhomme. Ich lief wie auf Eiern. Mein Battelmodus wich dem Safteyfirstmodus. Wenn der Schenkel zu macht ist Feierabend. Die Nacht überstehen, dann sehen wir weiter. Auch von der Waldautobahn war ich langsam genervt. Ein wenig mehr technisches wäre schon kurzweiliger.  Und schon während ich zu diesem gedanklichen Grant ansetzte, befand ich mich in der Luft. Der Utmb streckte eine wurzlige Fingerkuppe aus seinem planiertem Flachtrail und da flog ich. Flaaatsch. Etwas geschockt sammelte ich meine sieben Sachen wieder ein. Was denn heute los?!? Alles heil, Ja, Uff! Ich kramte meine Mp3 Player raus und aktivierte meinen „Immer wenn Du meinst es geht nicht mehr-Mix“.Es half. Die nächsten Stunden fehlen. Ich war im Tunnel, aus dem ich bei einer Verpflegung, es müsste Les Chapieux (km 51 um 02:08 Uhr gewesen sein)  herausgeholt wurde. Ausrüstungskontrolle. Aha,warum auch nicht?  Handy, Rettungsdecke, zweite Lampe. Bei Discofeeling mit Dj und allem PiPaPo kramte ich alles raus und wieder rein. Halb so schlimm. Und weiter. Die letzten drei Anstiege vor Courmayeur standen an. Italien. Mein Unterschenkel hielt immerhin halbwegs konstant seinen Zustand.

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Irgendwann nach Lac Combal ( KM 66 um 05:08 Uhr) dämmerte es endlich. Egal im welchem Zustand, Tagesanbruch in diesen Gefilden ist immer unglaublich. Nachdem der Arete Du Mont-Favre bewältigt war, gings endlich jetzt überraschend steil, technisch, staubig  (hier hatte es wohl keinen Tropfen geregnet) downhillig ins lang ersehnte Courmayeur. Das schmeckte meinen Schenkel gar nicht. Am Col Cherouit, der letzten Vp davor machte sich gerade eine Countryband Startklar. Die Sonne schien inzwischen und zwar genau hierher. Nach dieser Nacht ein Platz zum versumpfen. HMM. Es half nix. Ins HQ und Bestandsaufnahme.

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7.59 Uhr Courmayeur. Da wollt ich schon etwas früher ankommen. Aber mein Fahrplan war inzwischen eh für die Tonne.  Entgegen meines eigentlichen Wunschdenkens, hier den Umständen entsprechend frisch anzukommen, nur kurz durchzuhuschen und dadurch ordentlich Plätze gutzumachen, gestaltete sich die Situation anders. Ich hatte die Schnauze gestrichen voll und der Schenkel war dicht. Zwei Optionen.

Option I –  Jetzt aussteigen, da hat man wenigstens noch was vom Tag, „Truxton“ zum Beispiel.

Option II-  Hardreset. Physio aufsuchen (auch wenn mir sowas eigentlich zuwider ist) und schauen was die zaubern können und dann schau ma mal.

Option II : Nachdem ich mein Drop Bag hatte, ließ ich das Essen aus, Hunger war jetzt nicht wirklich mein Problem und steuerte die hinteren Räume der mir vom TDG vertrauten Halle. Hier waren die Massageliegen versteckt. Lediglich eine war besetzt.  Ich fragte, ob es Ok wäre. Zwei Mädels nahmen sich meiner an und gaben ihr Bestes.  Nach ca 20 Minuten entließen Sie mich wieder und es war… OK. Weitermachen.Hirn in die Tonne, laufen! Etwas Kampfgeist kehrte während der Masssge zurück. Wenigstens die mir bekannten NONSTOP Kilometer sollten vollgemacht werden. Heisst die 121 mit guten 7500 HM, die Zahlen des Südtirol Ultras. Dann sehen wir weiter.  Ich wechselte noch die Klamotten. „Kurz“ aufs Klo. Etwas Frühstück. Ein neuer Tag fängt an. Angriff. Courmayeur out: 8:57 Uhr, also eine Stunde fürs weitermachen statt Ausstieg. Das kostet es halt.

Der Wadenmuskel war zwar offen, aber natürlich nicht alles wie neu. Das Anlaufen fiel schon mal leichter. Der nächste 5km/800Hm Anstieg zum Refuge Bertone stand an.  Richtige Wanderpfade. Die Wegestruktur hatte sich seit dem letzten Downhill gewandelt. Es wurde technischer.

Ich kam langsam wieder auf Betriebstemperatur und in einer kleinen Gruppe arbeiteten wir uns hoch. Es windete etwas und trotz Sonne und bereits später Vormittag (10:23Uhr) wars etwas zugig. Hätt ich mal meine lange Hose angelassen. Nun ja. Die nächsten welligen Kilometer bis Bonatti machten mir Freude, da ich gegnwärtig nicht ganz so transzendent zerschossen unterwegs war wie seinerzeit beim TDG und tatsächlich mehrere Fazetten der Umgebung mitbekommen habe. 7 km später Bonatti, ach ja, da kotzte ich damals aus Hustenreizgründen die Cola auf den Boden, und war bedient. Und heute? Schlecht einzuordnen. Immerhin kein Hustenreiz.

Bonatti:20180901_120418Der Unterschenkel hielt, dafür öffneten sich andere Baustellen und dies sollte bis zum Schluß so bleiben. Nach einem Verpflegungsstop neue Zimperlein, die zum Teil wieder verschwanden, wie sie gekommen sind. Lediglich Querelen mit meinem Oberschenkelanzieher stiegen schon seit längeren nicht mehr ignorierbar kontinuierlich. Ich werd`alt.   11:57 Uhr. Nach einer zwei Becher Suppe zu Mittag, gings weiter downhillig  nach „Atzenhausen“ (Arnouvaz Km 95).

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Die erste VP bei der auf einen Aussteigerbus hingewiesen wurde. „Bitte hier entlang“ -Und führe mich nicht in Versuchung! Es stand der Anstieg zum „Col de Verreck“ (Col de Ferrret) an. 469714574697145846971459

Der Wind pfiff inzwischen ordentlich. Ohne Schonfrist ging`s sofort steil aufwärts. Irgendwie bin ich da hochgekommen Der Berg hatte ordentlich Körner gekostet und er setzte noch einen drauf. Inzwischen lief das meterologische Gebläse auf Volllast, und zwar kalt. In der Nacht hatte ich trotz Frische mit meinen Halbhandschuhen keine Probleme. Am „Verreck“  plötzlich, innerhalb von nicht mal einer Minute, wurden meine Finger weiß,orange, dunkel. Kein Gespür mehr.Das hatte ich so noch nicht erlebt. Zackiger Handlungsbedarf. Handschuhe,schnääll! Und endlich auch schnell runter vom Berg, wenn`s ginge, denn meine Lauffähigkeiten konnte ich erstmal ad acta legen. Umso länger dauerte das auftauen. Alles nicht schön. Nach knapp sieben brutalen Körperkampfkilometer war ich in der nächsten VP -La Fouly. Mal wieder restlos bedient. In der Zwischenzeit hatte mich eine WhatstApp von Tom erreicht.

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Ich war verzweifelt, dass ich ihn verpasse. Ein paar gute Worte von einem Vertrauten. würden gut tun. Attacke in der Hoffnung ihn anzutreffen. 16.54Uhr out. Ich riss mich zusammen laufen, gehen,laufen… Es zog sich. Bei den Läufern machten in der Zwischenzeit Spekulationen die Runde, wie wohl die „garstigen Drei“ , die letzten drei Berge der verbliebenen 50km sein würden. Seehhr hart war die Quintessenz bzw. meine davon : Es kommt wie`s kommt.

Endlich,Schampus (Champex Lac) IN 19:30. Die letzte große Verpflegung vorm erweiterten Endspurt. Nach kurzer Tomsuche mal das Handy rausgeholt. Wie man oben liest hatte er umdisponiert. Das hatte mich erstmal gebrochen. Das mentale Pflichtprogramm war grob absolviert: Kilometer 124 bei knapp 7000HM. Ofen aus, kurzum. Für`s  Weitermachen musste ich tiiiieeef in der Motivationskiste wühlen. Langsam wurde ich auch richtig müde. Na sowas. Nach der Entscheidung erstmal weiterzumachen bzw. wenigstens nach Trient zu laufen, da sollte ja Tom sein, entschied mich für 10-15 Minuten Powernap in einem Schlafzelt, was heißt,es lagen Matratzen und Decken da. Fertig. Die Zeit verging im Fluge. Schon etwas verpeilt nach dem Aufstehen. Dann,zurück im Essenszelt unterstütze mich netterweise ein Supporter eines anderen Athleten, der gerade Zeit hatte, da der schlief. Hammer war das. Essen, Schmierungen, Umziehen (Meiner kurzen Hose hatte ich mich in weiser Voraussicht wieder entledigt) all sowas.-Nach guten 50 Minuten Reparaturprogramm legte ich wieder los in die zweite Folgenacht, vor der ich einen heiden Respekt hatte. Meine Uhr sprach von Zielzeiten jenseits der 40 Std

Schampus out: 20:23

Bevor es mit dem ersten Anstieg der garstigen Drei losging, war noch 5km eingrooven möglich. Ich zog mit zwei jungen Bulgaren und einem Engländer los. „Pavel und Povel“ hatten gute Laune und meinten, ob ich auch so masochistische Veranlangungen hätte wie sie. Ich meinte bloß, dass ich wie sie hier dabei wäre. Das hatte genügt. Trotz Beinhebeprobleme aufgrund meines rechten Oberschenkels, wechselte ich in den Laufschritt. Der Engländer zog mit und schweigend pushten wir uns bis zum Anstiegsbeginn.

Für meine mentalen Streckenverwünschungen in Sachen Waldautobahn auf der ersten Hälfte bekam ich jetzt die Quittung und zwar bei allen drei Bergen, die geländetechnisch ziemlich gleich sind. Bocksteil, verwurzelt, steinig, rutschig vom anderen Stern, bergan wie bergab.. Die Spekuationen wurden Realität. Hinzu kam, dass sich der Powernap zwar körperlich etwas positiv auswirkte, aber nicht für den Kopf. Da waren sie wieder, die Blip und Blops. Klapperschlangen,Zwerge und Elefantenköpfe auf dem Weg.  Zur Wegbeschaffenheit eine Abwechslung, da mir diese Umstände vom TOR bereits bekannt waren und ich diesmal gut damit umgehen konnte.

Trient (Km 141/8050HM – 00:17Uhr)  Wo ist er? TOOOM! Hatte er mir den Mund mit der Partystimmung in dieser Lokaltität wässrig gemacht.  Uhrzeit passte auch, so gegen 0 Uhr sollte ich da sein.IMG-20180903-WA0008IMG-20180902-WA0000

Wieder etwas Suche,wo steckt der, Erkundigungen eingholt, Whats App: Akku war leer.Bin jetzt zurück- Sehen uns morgen beim Zieleinlauf.  Bumm. So kann man mich auch voran bringen. Beschlossen war`s, das Ding zu Ende zu bringen, solange ich zumindest noch „laufen“ kann.  Weiter.

Garstig II: ging ich fokussiert/rhytmisch an und legte mir ein Mantra zurecht. „Dippi Dappi“ . Große Formeln zur Klimaerwärmung überlget man da nicht mehr. Es funktionierte so gut, dass ich eine Gruppe nach oben zog. Bitte gerne. Am Gipfel war ein kleines Team, dessen Cola ich gerne in Anspruch nahm .Runter wieder hart, bis aufs Blut.

Vallorcine (152km 3:56Uhr) Meine Muskulatur brökelte und bröselte nur so dahin. „Bloß“ noch Garstig III bei dem es eine Streckenänderung gab. Sebastian, ein Deutscher Mehrfachstarter beim UTMB mit dem ich seit der Nacht in den Verpflegungen nette Kurzmotivationsgespräche führen konnte (er war kurz vorm Aufbruch und ich kam grad rein) kannte die Ausweichstrecke des garstigen Dritten. Fordernd sollte es werden. Ich hatte absolut keinen Bock mehr und zweifelte immens. Aber der Blick in manche Gesichter meiner, inzwischen eher Leidensgenossen war so geprägt von Entschlossenheit das Monster zu besiegen, dass ich mich fast schämte die Möglichkeit eines Ausstiegs, wiederholt, überhaupt in Erwägung zu ziehen.  Im Zelt war eine gute ausgelassene Stimmung, aber dennoch hatte es was , von einem Clubbesuch, kurz bevor das Licht angeschaltet wird. Zeit heim zu gehen. Und wieder hinaus in die Nacht.

Garstig III : Das Angehumple war ein Trauerspiel. Alle Register mussten gezogen werden. Musik! Jetzt fuhr ich diesselbe Taktik wie meine Kollegen vorher. Ich hing mich an ein Dreiergespann jüngeren Jahrgangs, die über Heavy Metal diskutierten, dran und stiefelte hinterher.  Nach geraumer Zeit, es ging wieder bergab, war ich der Meinung das Ende des Anstieg durch Wurzelwerk, mordorähnlich, wäre erreicht und es ginge endlich nach Chamonix. Natürlich Fehlanzeige. Die Wunschdenkfalle hatte zugeschlagen. In diesem Zustand war ich ein leichtes Opfer. Umso schlimmer dann die Realität. Nach einer gefühlt ewigen Querung, ging es nochmal eine sinnlose Skipiste nach oben bis zum La Flegere. Ich schimpfte und fluchte nur noch.

Der Einlaufvideo „LA Flegere“ spiegelt meine Befindlichkeiten zu diesem Zeitpunkt gut wieder:

https://utmbmontblanc.com/de/live/runner/1176

Unter diesem Linkn sind alle Daten beieinand`

Das Einzige was meine Fluchtiraden stoppte war der noch bombastischere Sonnenaufgang, als am Tag zuvor. Kurzer Aufenthalt im Zelt mit Cola und Kaffe. Attacke zum letzten 8km Abstieg nach Chamonix. Mein rechtes Bein konnte kaum mehr gehoben werden. Egal, irgendwie kam ich runter. Da stand er , am Waldausgang. TTOOM! Zeit wird`s  :-)!!! Eine Riesen Freude.   Die restliche Strecke durch Chamonix wieder wie im Film. Ich rannte, ging, rannte. Dann mal Zielkanal, UFF :

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Er hat`s mir nicht leicht gemacht, der UTMB. Von allen Zielsetzungen, die ja schon bald in Rauch aufgingen,  blieb letztendlich das Finish (immerhin im guten ersten Drittel) und das war ein dickes Brett und eine lehrreiche Lektion!

Grüße an Alle die ich getroffen habe und zufällig hier drüber stolpern.

Dank an meine Familie, freilich eine riesigen Schmatzer an Tom und Merci Euch Lesern. Auch Ihr habt es jetzt geschafft.

Gehabt Euch Wohl. Bis zum Nächsten Mal. PROST und Rock n Roll

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Ironman France 2018

Ein paar Tage sind nun schon wieder rum seit dem Finish meiner 7ten Langdistanz und alle körperlichen Funktionen sind inzwischen wieder hergestellt. Bzw. sonderlich eingeschänkt, zumindest was den Bewegungsablauf ( außer unmittelbar danach) anging, war ich eh nicht. Lediglich, wie immer nach einem „etwas längeren“ Wettkampf dauerts bis die psychische Komponente wieder halbwegs reibungslos funktioniert. Man ist quasi etwas langsam im Kopf. Also eine Ventrikelklappe würde ich jetzt nicht verpflanzen wollen. Aber auch das ist überstanden (-und auch jetzt möchte ich keine Ventrikelklappe verpflanzen)

Ja, Finish, heisst ich hab sie im Sack,die Langdistanz und erfolgreich beendet, was ja das Primärziel war. Nun, wie  war`s? Hier, wie immer erstmal die nackten Daten mit Splits:

 

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Vorgeplänkel/Anreise/Logistik:

Dass es mit dem Auto schon eine Weile dauern würde war Dank modernen Reiseplanungstools ja schon vorhersehbar, aber es hat sich zum Schluss doch gezogen. Gute 10 Std. ,da war vom Freitag nicht mehr viel über. Das Briefing,Startnummernabholung, die „Pastaparty“, die wir mit der Brechstange zwar nicht pünktlich, aber gut verspätet noch hinbekommen hätten, uns dann dazu aber doch die Lust gefehlt hatte, war alles Sense. Froh unser Hotel gefunden, so wie das Auto dort sicher untergebracht zu haben, haben wir`s vorgezogen, noch etwas an der Promenade und durch ein paar Tourigässchen zu flanieren. Bei einem Imbiss gab`s schließlich als Abendessen ein 5 € Dosenbier mit einem 8€ Cordon Bleu Sandwich. Trotzdem schon schön hier in Nizza.

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Nach zwei weiteren Sundownern (immerhin in einem Krimskrams Laden das Dosenbier um 1,50€ billiger) am Meer und dem 5km Rückmarsch zum Hotel war um 2.00 Uhr Schicht. Genug für einen Tag.

Der Preracetag ist für den Athleten, also in diesem Fall für mich, immer vollgepfropft mit Logistikkäse. Abholung der Startunterlagen, mental nochmal alles Durchgehen (Strecken/Regelment…),  Equipmentsortierung und dann nachmittags das dazugehörige CheckIn Gedöns. Tom, mein Begleiter, machte sich verständlicher Weise derweilen am Strand locker. Da wollte ich ebenso zügig hinzustoßen, um wenigstens vorm Start überhaupt mal eine Runde im „Neo“ gedreht zu haben.. Straff, aber alles hatte soweit geklappt.

Passt noch. Uff!! 🙂

Der Tag zog zackig dahin. Am Abend wohl oder übel doch noch in ein Restaurant (Augen zu und durch) um wenigstens vorm Wettkampf  was anständiges gegessen zu haben. Nach den obligatortischen zwei Sundownern am Strand gab`s im Hotel  noch ein Problem zu lösen. Wie kommen wir am morgen zum Start? Die 5km dorthin zu laufen waren für mich keine Option, da ich die Strecke ja noch mehrmals machen sollte. Der Aussage der Rezeptionistin , um 5.00Uhr geht der erste Bus und hält dann dort, standen 1000 Hinweise an Bushaltestellen mit dem Hinweis “ Nix geht, alles gesperrt“ irgendwie dagegen. Ich fragte nochmal beim zunächst etwas mürrisch, dann aber überaus freundlichen Nachtschichtler nach. Er war sich sicher, „der Bus fährt wie jedes Jahr hinterm Haus los“. Ok-Uhrzeit?! Ja, Sonntag, der erste fährt um 6.30Uhr . Hmm ,das ist schlecht, sollte ich da bereits ins Meer hüpfen. Alternativen? Taxi für min. 50€. Ne , echt nicht. Die Leihräder, die an der Promenade überall verfügbar waren wären gut gewesen, aber das Anmelde/Registrierungsklimbim für lediglich zwei Tage , war uns zu doof. Selber fahren? Wo parken; alles gesperrt-wollte Tom (verständlicherweise) nicht. Die Rettung war der Spezl des Nachtschichtleiters, der könnte uns nach Feierabend, bitte pünktlich, um 5.00 Uhr mitnehmen. Als dieser dann zufällig zu unserer Frühstückszeit um 4.00 Uhr am Rezeptionstresen stand, und der Nachtschichtleiter ihn ,nach meiner Frage, ob alles passt, von seinen zusätzlichen Passagieren in Kenntnis setzte, war Begeisterung anders. Nach etwas Geflehe und Bittstellerei hatte er sich erweichen lassen und wo wir rumgegurkt sind (Autobahn…) waren wir froh mit einem ortskundigen unterwegs zu sein. Ein Hammertyp!

RACEDAY:

3.45Uhr Wecker.  Erstmal Nutellacrossaints und Kaffee. Dann zurück ins Zimmer, Renndress und den entsprechenden Körperschmuck angelegt

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Nach der o.g. Fahrt waren wir mit 5.30 Uhr eigentlich bis zum Start um 6.30Uhr gut in der Zeit, wie ich dachte. Bis ich dann im Bikepark vor meinem Gefährt stand vergingen noch 10 Minuten.

Plötzlich eine Durchsage, die Wechselzone schließt um 6.00 Uhr- mit gefühlt sekündlichen Countdown. Ja, ja, bloß keinen Stress verbreiten wollen.Grrmpf. Das wollte ich vermeiden.Nun denn, Flaschen befüllen, Reifen aufpumpen,Gels fixiern, Schuhe justieren, Neo anziehen,Beutel abgeben. Alles innerhalb 10 Minuten vorbereitet. Pfft- Werd/muss scho passen.

Tom noch meine Pumpe in die Hand gedrückt und mit einem kurzen „Bis gleich“ verabschiedet und flotti ab zum Ufer. Noch schnell ins Wasser (auch da nur noch 1 Minute), trotzdem den Puls etwas hochjagen. Ein früheres Problem war nämlich eine spontane, kurz nach Start auftretende Schnappatmungspanikattacke, wahrscheinlich nicht zuletzt wegen meines Kompressionsoberteils, welches ich jetzt unter dem Neo offen ließ. Beim gestrigen Test war alles OK und auch jetzt sollte dies heute nicht zum Problem werden. Schnell beim Schild meiner geplanten Zielzeit 1.08 Std, gemäß Rolling Start Procedere (es wird sich nach geplanten Zielzeit eingereiht)  , einsortiert. Jetzt kann´s los gehen. Hier ein Video,der das Vorgedöns mit Schwimmen und sogar mich bei Sekunde 17 gut eingefangen hat.

 

Schwimmen: Zielvorgabe (wie im Training alles zwischen 1.05 -1.10 Std) Starttschuss. Bämm

Der Rolling Start hat die übliche „Waschmaschine“ gut entschärft, muss ich sagen. Zwar geht`s nicht ganz ohne Gemetzel, war klar, aber OK. Gut war ich drauf und konnte sogar überholen. Auch ich wurde überholt. Dann und wann einer, der meint er müsse mir auf die Füsse schlagen, aber alles im Rahmen. Jediglich bei Wendepunkten wurd`s etwas hektischer, enger und rabiater. Nimm das!

Die erste, längere der beiden Runden ohne Landgang kam ich gut durch.  Dann bei der Querung in die zweite Runde kam irgendwie Strömung. Generell fand ich das Meer hier im Vergleich zu Lanzarote etwas „lebhafter“.  Ich hatte das Gefühl schräg zu schwimmen und überhaupt nicht mehr voran zu kommen. Außerdem war`s verdächtig ruhig um mich rum geworden. Auf einmal vernahm ich Pfiffe und ein paar Meter vor mir fuchtelte einer aufgescheucht in seinem Kajak rum. Doch mal schaun. OHH ja . Zurück ins Glied. Das waren die 200 Meter/4 Minuten extra auf die 1.11 STd . Sonst hätts gut gepasst. Egal. Wechsel:

AAADRAIN! Screenshot_2018-07-18 IRONMAN France 2018

Ab zum Radl. Schon ne kleine Strecke bis dahin. Wie war das nochmal , Beutel, Neo runter… Ahh. Geht schon. Etwas Stau beim rausschieben. Wir haben doch keine Zeit. Aber eigentlich schon. ( 5 Minuten für die Zone OK)

Radfahren: Zielvorgabe (Gesund und munter ins Ziel und so 6:15 Std)

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Tom leider nicht gesichtet. Da war ich nun, auf der Radstrecke des Nizzakurses. Was hab ich alles gelesen und Youtube Videos geschaut? Auf den ersten 15-20km fragte ich mich allerdings schon, was das ganze Bromborium sollte. So toll ist`s jetzt auch wieder nicht.  Ein paar Grüppchen zogen vorbei.Ging`s schon los, das Gelutsche. Bis es schließlich scharf links einen steilen Stich hochging. Aber hallo. Der eigentliche Beginn. Nun was kam?

Es kann gesagt werden, die Strecke braucht sich hinter keinem Bergradmarathon (Alpenbrevet/Ötztaler…) verstecken .Schönste Landschaften ( Wasserfälle, Wahnsinns Panoramen), wechselten sich mit der Duchfahrt in alten Dörfchen ab, in denen die Bewohner die Athleten herzlichst begrüßten und anfeuerten.

Zum Niveau sei nur gesagt,krass,wow, nix für Anfänger. Auch heute noch bin ich am rätseln, ob das Rennrad mit Auflieger nicht die bessere Wahl gewesen wäre.  Die Anstiege waren zwar trotz Zeitfahrrad gut tretbar, und der Zeitfahrradvorteil hatte sicher auch seine Momente, aber bei den Abfahrten hätte ich mir dann und wann schon was wendigeres gewünscht. Was da andererseits Kollegen (auch mit Zeitfahrrad) abgezogen haben, vor allem bei den Abfahrten, fand ich grenzwertig. Zugegebenermaßen groß an meinen Radskills hab die letzten Jahre nicht gearbeitet und die Routine machts, dass weiß ich auch. Ebenso die Erinnerung an einem Crash vor ein paar Jahren in Sizilien im Trainingslager, bei dem ich mit meinem Zeitradl in einer Serpentinenabfahrt in die Wand geklatscht bin fuhr mit. Trotzdem würd ich mich jetzt nicht als totale Abfahrtspussie sehen. Auffällig oft fuhr auch der Sanitäter,aber auch die Penalty Boxen waren gut ausgebucht. Nun, da hörts halt für mich auf und ich bin auf „Sicherheit“ gefahren. Hat mich sicher 15 Minuten gekostet,dafür war ich ohne Panne oder ähnlichen Blessuren im Ziel. Sonstiges: Bei Kilometer 90 machte mein unterer Rücken wieder Faxen, was sich bei Kilometer 120 wieder erledigt hatte. Bei Kilometer 150 fing die Schaltung an zu spinnen,. Dass die Kette und das hintere Ritzelpaket durch sind wusste ich, aber für`s Rennen sollte es noch reichen, so die Werkstatt… und hat es auch.

Ein weiterer Vorteil des Streckenprofils: es wird zwangsweise anständig gefahren.  Zumindest bis zum Ende der Berge. Dann geht`s die 15-20km wieder „flach“ zurück. Und da waren sie wieder, die Grüppchen. Ich hab mich da rausgehalten. Jeder wie er will.  6.26 Std vollkommen legitim. Erstmal aufs Klo (erklärt die 8 Minuten Wecheselzeit)

So sah`s bei mir nicht aus (Tom hatte das Vergnügen 🙂 )

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Laufen:

Es war den Tag über brütend heiß (der heißeste Tag unseres Aufenthalts) und eigentlich ist es genau meine Sache. Trotzdem war meine Birne komplett zu Matsche gekocht und irgendwie hatte ich etwas Kreislauf, weshalb ich die Sache erstmal ruhig angehen lassen wollte. Aber sonst war ich gut drauf. Zielpace unter 5:00 min.

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Erste Runde. Tom in Sicht, der eine heiden Freude hatte mich im weiteren Veraluf brüllend als Jean Jacques, die Namen änderten sich laufend,  o.ä. anzufeuern :-))

Das gelang mir erstmal gut. Was ich nicht mehr in der Zeitplanung hatte, waren die Verpflegungsstops, was mir meine Laufpace wieder verhagelete. Aber irgendwann war`s mir Wurscht. Der Marathon wurde so wie bei mir erfahrungsgemäß ein Marathon abläuft (auf einer Langgdistanz). Die ersten 5km in die Gänge kommen. Bis etwas über die Halbmarathonmarke so Kilometer 23 geht`s dahin. Dann so bis Kilometer 34 wirds zäh und hat man seine Momente (Aussteigen, den Marathon gehen, das mentale Battle eben- ein Beispiel: So lief ich mal wieder bei Tom vorbei, der sich über Jacques Sichtung freute und ein paar Meter mitlief. Plötzlich rannte uns ein aufgebrachter Schiedsrichter hinterher, schrie  mehrmals „STOP“… . Ich lief weiter mit dem Gedanken „Das würde mir jetzt gut passen, Ich werd disqualifiziert und Tom ist Schuld 🙂 ! So in der Richtung.

Runde 2 (erkennbar an den Bändchen) schon etwas grantiger.

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Ab Kilometer 33 gehts dann wieder ganz gut und in der Regel kann ich nochmal aufdrehen.  Nun hatte es nachmittags jeden Tag so für eine gute Stunde leicht geregnet und eigentlich freute ich mich auf die zusätzliche Naturdusche. Heute allerdings kübelete es auf einmal los und es hörte auch nicht mehr auf , im Gegenteil es wurde mit der Zeit unangenehm frisch (der kälteste Abschnitt unseres Aufenthalts). Ätzend und vielen Mitstreiter schmeckte das gar nicht. Man wurde quasi abgeschreckt. Aber sooo weit hatte ich nun auch nicht mehr. Ich ließ auf der letzten Runde, bis auf die Verpflegung am Wendepunkt alle aus. An dieser folgte ich noch dem Rat von Jacques Coach und genehmigte mir das erstemal bei einem Wettkampf ein Flügelverleihgetränk. Der 5km Endspurt war nochmals ganz gut, was ich allerdings mit meinem bisher durchgeführten Colaernährungsprogramm ähnlich hinbekommen hätte.

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(Ja, das wars jetzt wieder mit dem Red Bull Sponsorship :-)) ) Dann noch etwas Platzierungskosmetik und schließlich/ endlich Zieleinlauf:

3.32 Std. -15 Minuten schneller wären locker drin gewesen. Aber mei. Halleluja! Gut Tagwerk. “ I`m an Ironman,  wieda a moi!“

Fazit: Nizza kann man machen!!!

Dank wie immer an: meine Familie, Oma , freilich Tom für alles  (der nächste Trip steht vor der Haustür) , an mich, weil ich so eine harte Sau bin 😉 und freilich Euch für die Aufmerksamkeit, wie auch denen die am Wettkampftag reingeklickt haben!

Photos: Tom oder selber oder Finisherpix (steht da ja fett drauf)

Vorausschau: Next Stop : Paar anständige berichtenswerte Bergründchen im Zuge meines Trainings für meinen diesjährigen Hauptwettkampf dem UTMB.

Bis demnächst

Langsam geht der Stift!

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So dala! Doch noch eine Bestandsmeldung, bevor es in nicht mal mehr zwei Wochen zum Ironman France geht. Uff. Bevor ich mich aber explizit der Rennspekulationsvorausschau widme, noch ein paar Worte zum Allgemeinen, was sich so, neben überschaubaren Training, in meinem sportlichen Kosmos getan hat.

Da war zum Beispiel mein erster Formtest beim Chiemgau Trailrun Anfang Mai. Dessen Wettkampfbericht hatte ich mir seiner Zeit geschenkt, da es zahlreiche andere gab und ich bei dieser Menge mit meinem zusätzlichen Senf keinen Mehrwert gesehen hätte. Auch jetzt gibt´s nix den Blogberichten von Kollegen hinzuzufügen.Man kann da im nächsten Jahr guten Gewissens starten und schöner wirds dann zusätzlich noch, wenn der Veranstalter die Mängel, die die Premiere aufzeigte abgestellt bekommt.

 

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Pic by Stefan Goetsch; @stefangoetschl ;@chiemgau_trail_run

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Die Laufform passte und passt, hoffe ich, immer noch (Ich hatte 48km auf dem Tacho, gab da Markierungsschwierigkeiten)

Was noch?

Ferner hatte ich mich das erste und auch das letzte Mal hinreißen lassen, mich in meinem doch schon etwas andauernden Ausdauersportwerdegang um einen „Sponsor“ zu bemühen. Warum? Inzwischen versteh ich`s selber nicht mehr.  Ein paar kostenlose Laufschuhe und ein wenig Ausrüstung wären mal schön gewesen,das hätte ich mir schon mal verdient, so mein naiver Gedanke. Sämtlliche Anbiederei und Selbstdarstellungspipapo  (Video…) bei der Bewerbung, für mich bis zur Kotzgrenze habe ich durchschritten, um schließlich mit dem Wortlaut „für Dich hat`s nicht gerreicht“ abgespeist zu werden. Nun ja, ich hab verstanden. Dann halt nicht als „Trailhero“ zum UTMB.  Stimmt, für mich hat`s ja nicht gerreicht.  IDGAF!!

Und nu`? Triathlon. JA, da hamma den Salat! Inzwischen hab ich meine Anmeldung mehrfach in Frage gestellt und das nicht nur wegen dem ganzen zusätzlichen Nebenbeigezeter( Nochmal 50€ für die Tageslizenz, ein spezifisches Triathlon Attest musste auch noch her ( das für den UTMB wurde nicht aktzeptiert,weil da nicht Triathlon drin steht–ohne Worte))  Vllt. war die Zeit nach der Niederkunft unserer zwei Kids doch noch nicht sooo reif für ein Intermezzo auf der Langdistanz und dann noch Nizza. Die Sichtung eines guten/übersichtlichen YouTube Videos über die Radstrecke, war nun auch nicht wirklich beruhigungsförderlich. Aber schöne Landschaft 🙂 . Einmal bin ich mäßig vorbereitet auf einer LD gestartet und das war wahrlich ein harter Tag. Aber Mimimi hilft auch nicht mehr, jetzt ist`s so wie`s ist. Wie schaut`s also aus?

Schwimmen:  So grob hab ich`s im Durchschnitt immerhin einmal in der Woche ins Becken geschafft. Bei einem 3,8km Test (Test heißt mal die ganze Distanz halbwegs „gemütlich“ zu schwimmen) in einem 50m Becken sprach die Uhr 1:08 Std. Ich war durchaus überrascht, war meine Bestzeit bei einem Ironman 1:05Std und da war der Aufwand durchaus ein anderer, …in meiner Jugend….früher. Das kann man erstmal so stehen lassen, auch wenn ich hinterher ein wenig „müde“ war und die Vorstellung über die restliche Strecke schnell im Hirnschubladen verschwand.

Radfahren: 165km war die längste Radausfahrt. 6:15 Std . In ebenso „gemütlichen“ Tempo. Hauptsächlich ging`s um das Mentale, ob ich überhaupt noch die Nerven habe, solange in die Pedale treten zu wollen. Aber auch das ,zu meiner totalen Überraschung, ging ganz ordentlich. Mit der Zeit in Nizza könnte ich leben.

Laufen: Nun ja. Es wäre gelogen, wenn ich mir da nix „erwarten“ würde. Irgendwas muss ich halbwegs anständig können. Da will ich mich, den Umständen entsprechend, nicht lumpen lassen. Was immer das nach Absolvierung des Vorprogramms heissen mag.

Sicher ist das Hauptziel das Finish. Es dauert, wie`s dauert. Mehr glaub ich, kann ich nicht erwarten- ach so, doch,letzter will ich auch nicht werden. Ferner hoffe ich grundsätzlich, dass mein doch schon etwas älteres Geraffel hält .

So muss eben der Neo noch geflickt und auch mal probegeschwommen werden ,das Radl in Wettkampfmanier ausgeführt und noch zum Check in die Werkstatt gebracht werden, und und und. Immerhin eine neue Schwimmbrille und 2 neue Aufkleber fürs Radl hab ich mir gegönnt. Wann fahr ich? Ah ja nächsten Freitag. DIIIICK Luft!!

Hier http://eu.ironman.com/triathlon/events/emea/ironman/france.aspx  gibt`s sicher ein Livetracking . Meine Startnummer ist die 1868 .  Wer also am 24.06  dann und wann im Biergarten mal reinklicken möchte, bitte gerne, und seid Euch sicher, irgendwie befürchte ich, dass ich in diesem Fall doch lieber bei Euch auf der Bank sitzen würde. Man wird sehen und da gibt`s einen Bericht.

Danke für die Aufmerksamkeit! Rock N`Roll

 

 

 

 

 

 

 

Leider Geil…

Ja, ich tu`mir etwas schwer mit diesem Bericht. Nach 20 Jahren überzeugten Skitourengehen (nach wie vor mit meinen damals angeschafften Völkl Snowwolf , die mich immer noch dahin bringen, wo ich hin will),

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so wie Verfechter bis auf`s Blut von Selbigem, fallen Eingeständisse umso schwerer. Was hab`ich gerne geschimpft über die „Schneeschuhdeppen, die die Spur kaputtmachen“ (was aber wirklich nicht sein muss).“Trendgerätschaft damit ja jeder überall hinkommt“…

Nun ja, jetzt hab` ich es nicht nur selber ausprobiert, das Schneeschuh“gehen“, sondern auch noch solches Gestänge gekauft. Bämm, ja das sitzt. Wie kam`s dazu?! Anfang Januar war ich auf dem Weg zur ersten Skitour.  Leider war es schon bei der Anreise ziemlich zügig erkennbar, dass bei uns allerdings ein wesentlicher Bestandteil, nämlich Schnee, nur sehr übersichtlich vorhanden war. Ziel: Rotwand bzw. die Rotwandreibn, eine meiner Klassiker.

Der Streckenverlauf ist erstmal recht simpel. Zuerst ca 20 Minuten eine Teerstrasse hoch (bei guter Schneelage kann auch angeschnallt,sonst muss getragen werden, so wie es jetzt hier der Fall war) ,dann geht´s ab in den Wald. Dort einem Forstweg (im Winter  Rodelweg) folgend, der dann bei der Skitourenroute nochmal ein Stück durch den richtigen Wald führt und schließlich wieder auf dem Rodelweg landet.  Am letzten Stück, das Rotwandhaus in Sichtweite, geht`s dann linker Hand steil dem Rotwandhang hinauf.  So weit, so gut.

Nun überholte ich an jenem Tag ,schon etwas genervt von der vorherigen Skischlepperei, an besagtem Forstweg einen Wandersmann, der mit normalen Bergschuhen,ohne Problem unterwegs war, im Gepäck Schneeschuhe. Mit meiner Tourenausrüstung war ich gefühlt overdressed, dass hatte ich schon selber gemerkt. Schließlich, an besagtem Rotwandhang angekommen, der gerne verharscht, vereist u.s.w. ist und auch war, nahm das Elend seinen Lauf.  Ein Weggerutschte und eine Schinderei sondersgleichen. Inzwischen sah ich auch den Wandersmann am Hangstart seine Schuhe anlegen und nach einiger Zeit stapfte er geradeaus,nix mit Spitzkehren Bromborium Richtung Gipfel, mit etwas Fragezeichen im Gesicht, was ich denn da veranstalte, an mir vorbei. In the Face ! Das letzte Stück schnallte ich dann noch die Ski ab. Das Bashing war perfekt.  Meine Lust auf den weiteren Tourverlauf, der auch vom Gipfel gut überblickbar ist, unter diesen Bedingungen (auch die Lawinenwarnstufe war zwar auf 2 aber die Tage zuvor auf 4, also gefühlt nicht entspannt) war gen Null und hab dann abgebrochen. Ab nach Hause, Wunden lecken.

Ich grübelte und grummelte.Es geht ja eh noch bis weit nach Ostern so dahin.Und da is ja immer zuviel Schnee zum Laufen, zu wenig für Ski. -Ich brauch solche Schuhe, punktum. Angebotsschnapper 50 % Zack und da waren sie:

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Drei Wochen später endlich der Testlauf:  Zunächst (es war am Ende die gesamte Reibn`) dieselbe Strecke bei ähnlichen Bedingungen (etwas mehr Schnee). Vorab hatte ich hinsichtlich der Schneetreter Bedenken mit meiner üblichen Berglaufwinterkombi „Trailschuhen + wasserdichte Socken“ aufzubrechen, da in der Anleitung stand „stabiles Schuhwerk“. Ich hatte es trotzdem versucht und kurzum , ja, es geht, sogar ohne größere Probleme. Die „Bindung“ muss allerdings nicht Larifari, sondern wirklich der Anleitung entsprechend, anständig geschnürt werden.(Also nicht „Ah ,passt schon“, so wie ich es oft mache-hatte es erst selber nicht geglaubt 🙂 )

Die Teerstrasse,den Rodelweg bis zum Rotwandhang mit Trailschuhen. Bergexpress. Dann die Pistenbullis angelegt. Attacke, den Hang hoch. Sie mögen es straight und walzen alles nieder. Vorher bin ich selbstverständlich,auch schon mit den normalen Schuhen so weit wie möglich neben der Skispur gegangen, oder habe dann selber gespurt. Grundsätzlich ist die Spurarbeit mit den Panzern kein Problem, aber anstrengend. Ein paar Tourengehern erging es diesmal am Rotwandhang ähnlich, wie mir beim letzten Mal. Nach einem kurzen Gipfelstop nun bergab. Da ist die Skivariante durchaus bequemer. Es muss eben gelaufen werden. Wirklich langsamer als die Skifahrer war ich trotzdem nicht. Lediglich bei Querungen ist die Fußhaltung unangenehm. Wer hier Tips hat, gerne her damit. Beim weiteren Verlauf  der Reibn`mit Ski muss oft auf und abgefellt werden. Ein Durchmarsch mit den Panzern. Lediglich bei einem Abfahrtshang wären Ski aus Powdergründen schon schön gewesen. Aber man kann nicht alles haben. Es walzte dahin. Am Ende der Tour steht eine Talabfahrt auf der ehemaligen Skipiste vom Taubenstein hinunter zum Parkplatz. Ich hab mit den Schuhen ca 20 Minuten gebraucht. Nicht wirklich länger als mit Ski. In ca 3:30Std war ich mit der Tour durch und ich hab nicht mal geballert.

Fazit: Keine Ausreden mehr in Sachen „Mimimi es liegt Schnee in den Bergen, kann nicht…..mimimi“. Sie sind schnell an- und ausgezogen, wiegen nicht die Welt und es eröffnet einem ein unkomplizierter Zugang zu den höheren, schneebedeckten Lagen. In Sachen Trainingseffizienz bzw. Anstrengnungslevel legen Schneeschuhe noch eine Schippe drauf. Lediglich bei Schräglage des Fusses,  ist`s , wie erwähnt, etwas unangenehm, aber mei`! (Wie gesagt, wer hier einen Tip hat ,her damit!).

Ich kann`s nur empfehlen wenigstens mal auszuprobieren. Ein Stern Abzug gibt es, da es ein totales Prollgerät ist. Nix mit Bergsteigerästhetik und ausgefeilter Spitzkehrentechnik.Es wird alles niedergeplättet, weshalb ich hier wirklich darauf bestehe: Wer sich dieser Fatbikes unter den Wanderuntensilien bedient, darf sich auch seine eigene Spur suchen, und nicht die der Skitourengeher! Der Preis ist Schweiss, ohne Gnade 🙂

Mit Ski werde ich freilich weiter bevorzugt gehen. Ist aber Zeit- oder Schneemangel, werd`ich wohl zu den Platten greifen. Ach ja, und das Snowboarden werd`ich trotzdem nicht probieren. Irgendwo reicht`s dann 😉 !

In diesem Sinne schöne Frühjahrstouren:

Bis in Bälde, Danke für die Aufmerksamkeit – Rock n` Roll

 

Einmal die Karten neu bitte -2018

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Ein gutes NEUES!!!!

Ist ja zugegebenermaßen schon ein paar Tage alt, das Jahr, aber in Blick auf mein übliches Planungsprocedere wiederum sehr früh, und so freu ich mich, bereits zum jetzigen Zeitpunkt nicht so kopflos wie im letzten Jahr dazustehen und zu wissen wo die Reise hingeht. Bin selbst ganz überrumpelt. Hier also ein kleines Update für 2018, welches sich aus sportlicher/trainingstechnischer Sicht für meine Verhältnisse in kein LariFari  Dümpel Jahr, wie 2017, entwickeln dürfte.

Im Oktober hatte ich in die Vorberichte zum Ironman Hawaii reingezappt und „Squooossh“,  sofort war ich wieder triathletisch angefixt. Die Brut ist jetzt soweit, dass man sich doch mal an dem ein oder anderen Wochenenden auf`s Rad trauen könnte, ohne das unverzüglich (erst etwas später, meist dann, wenn man danach total platt eine  kurze Pause einlegen will) Sodom und Gommorrah losbricht, und halbwegs regelmäßig ins Becken würde figürlich sicher auch nicht schaden, dachte ich so leichtsinniger Weise vor mich hin. Eine Langdistanz, die ich während meiner aktiveren Triathlonzeit auf dem Schirm hatte war gleich gefunden. Eine „üppigere“ sollte es freilich wieder werden, Schwimmen im Meer/ 2000HM auf der Radstrecke und hoffentlich heiß, tatata- der Ironman France/ Nizza.  So wart`es nun aufgesetzet:

A Wettkampf I: Ironman Nizza 24.06.   http://eu.ironman.com/triathlon/events/emea/ironman/france.aspx

Im alltäglichen Leben hab ich seit jeher mit „Fortuna“ tiefste Grabenkämpfe in Sachen, „Was steht mir zu „. Sollte es es aber hier eine für mich zuständige separate Dame aus der Trailabteilung geben, macht diese es mir zwar nicht wirklich leicht, aber dennoch bekomm` ich dann und wann mal eine Chance. So in der Vergangenheit z.Bsp.  bei der „TOR“ Auslosung und nun – Trommelwirbel- der UTMB.  So hatte ich in diesem Jahr zwar den doppelten Quotient, wegen letztjährigen Lospechs, aber ich hätte ernsthaft nicht damit gerechnet, da gelost zu werden. Ferner eher mit einem krasseren Laufjahr,für den garantierten Startplatz 2019, sofern ich den wollte, da ja meine 2016er Punkte verfallen wären. Aber egal. …Ja ,YEESS es hat geklappt. So wart`es nun aufgesetzet:

A Wettkampf II: UTMB- Start an meinem Geburtstag , wenn das nicht geil ist.  http://www.utmbmontblanc.com/de

Der dritte bestätigte/angemeldete Termin kam etwas spontan und wird aller Wahrscheinlichkeit nach aus dem Training raus gemacht, deshalb eher Kategorie B. Trotzdem dürfte bzw. müsste ich da hoffentlich in der Zwischenzeit in gutem Saft stehen und es kann gut sein, dass dort die Creme de la Creme der Oberbayerischen Trailrunner am Start sein wird, weshalb ich mich da nicht Lumpen lassen werde und ich mich auf ein Battle mit den hiesigen Trainingsweltmeistern und „Locals“ auf der 42km Strecke freue.  So wart`es nun aufgesetzet:

B Wettkampf I/Formtest :  05.05.Chiemgau Trailrun Lange Strecke   http://chiemgau-trail-run.de/

Was heißt das jetzt- Hmm?!? Zunächst einmal kanns bei den großen Dingern nur gut werden, da endlich wieder mein Supportspezl von der Partie ist, und das an der Cote D`Azur und im Mont Blanc Gebiet, was will man mehr. Bier in schöner Umgebung schmeckt umso besser.  Für den Ironman habe ich mir freilich schon das Bestmögliche vorgenommen, allerdings ohne das Training wieder zwanghaft der Hawaiiquali zu unterwerfen. – Mut zur Lücke, sag ich mal und einfach Bock auf Triathlon.

Lange hatte ich durchaus mit dem UTMB gehadert. Was war da alles in den letzten Jahren mit Konkurrenz/Veranstalter Bashing seitens des UTMB…, was mich schon angekäst hat. Muss ja nicht sein. Dennoch ist es eben nicht irgendein Lauf. Und wenn man dann doch über Jahre die „nicht ganz einfachen“ Kritierien erfüllt und es letztendlich  dann noch mal mit der Auslosung klappt,warum nicht?! Mit dem IM Nizza im Rücken als Grundlage (hoffentlich erfolgreich gefinisht) wirds mir umso mehr eine Freude sein, dort durchaus auf Angriff zu laufen.

Was dann in der Vorbereitung noch so kommt, ob umfangreicheres auf eigene Faust (wie z.Bsp. der Berliner Höhenweg Express) oder doch ein Wettkampf,der GGUT (Glockner Ultra würde mir noch so vorschweben) ,man wird sehen.  Auf jeden Fall hab ich mir vorgenommen wieder öfters zu schreiben!

In diesem Sinne:

 

Gsund`bleim, A`laaf , Helau, schönen Fasching und Danke für die Aufmerksamkeit!

 

Südtirol Sky Race II – Der Auftrag (an mich selbst)

So, zugegebenermaßen etwas länger als geplant im Entwurfsschubfach aber jetzt komme ich endlich doch noch mit dem versprochenem Bericht um die Ecke. Nicht zuletzt, weil es auch mein Saisonhighlight dieses Jahres war. Erstmal die nackten Finisherdaten:

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Der zweite Auftritt in Folge auf der Hufeisentourbühne, mit hohen Anforderung an mich selber. Was kam raus?  1.15 Std schneller als im letzten Jahr bei leider nahezu gleicher Platzierung. Ich will sicher nicht auf diesem doch recht ordentlichen Niveau,wegen meiner zeitlichen Trainingsmöglichkeiten oder generell über die Zeit bei dieser Strecke jammern, aber etwas mehr hatte ich mir aufgrund des Streckenkenntinssvorteils und des etwas geänderten Trainings am Ende schon gewünscht. Dennoch kamen da neue nicht bekannte Probleme auf mich zu (dazu später mehr),weshalb wie bei jedem Ultra gilt : Im Ziel einzulaufen ist schon „respektabel“ genug. Hinsichtlich meiner Motorikprobleme,die mich seit März begleiteten,  war letztendlich punktgenau zum Start alles soweit OK. Das lag auch zum Ende hin daran, dass ich in den letzten 2 Wochen vor dem Rennen alles auf Erholung gesetzt hatte. Dennoch war ich skeptisch, ob das Gestell so halten würde. Vor allem auf den letzten 7 km Teerrampengeballer. Aber da hatten sich entsprechende Trainingseinheiten (z.Bsp. Zillertaler Höhenstrasse hoch und runter) tatsächlich ausgezahlt.

Der Bericht:

Wie im letzten Jahr Brechstange. Anreise am Starttag.  Abfahrt 10.30 Uhr in München und gerade noch vor der Urlaubskolonne losgekommen. Diesmal hatte ich mein Unterkunft über Airbnb gebucht und so parkte ich nach Ankunft um 13.30 zunächst nahe der Wohnung, um nach Nachfrage meiner  Herbergseigentümerin schon bald mitgeteilt zu bekommen, dass ich da aufgrund des Marktes am Samstag nicht dauerhaft stehenbleiben kann. Ich fuhr wieder zu meinem letztjährigen Parkplatz, der optimal und kostenlos in der Nähe des Zielbereichs liegt und auch nicht wirklich weit von der Wohnung ist. Immer wieder schön in Bozen anzukommen.

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Nach etwas SMS Schreiberei hielt ich schon eine Stunde später meinen Wohnungschlüssel für Samstag in der Hand. Auf zur Unterlagenabholung im Flagshipstore der Firma „Sportler“, was im Vergleich zum letzten Jahr etwas mehr Rennerei bedeutete. Startpaket- alles super.  Die Zeit verann aufgrund der Fußmärsche irgendwie zackig und meine geplante Chilldösstunde auf den Taflerwiesn, die mir doch noch gut getan hätte,  konnte ich mir verreiben, wenn ich um 17.00 Uhr beim Kolpinghotel meine Nudeln haben und um 18.00Uhr beim Briefing sein wollte. Nun denn, zurück zum Auto und alle Vorbereitung (Umziehen, Wechselbeutel packen,Pulsgurt ja,Nein?! Schließlich „Nein“, da er nach 10 Std Renndauer immer wie Seuche zum jucken anfängt…)treffen. Kurz bevor ich los wollte, hatte ich meine Trinkblase befüllt. Plötzlich war der Schiebeverschluss „verschwunden“ .Verhext. Ich durchforstete mehrfach den gesamten Kofferraum und war fast am verzweifeln, als ich sah (und eigentlich auch wusste) dass er fest an der Blase installiert ist. Panik für umsonst. Dies konnte durchaus als Nervositätszeichen gesehen werden und jetzt endlich ab Richtung Kolpinghotel. Nach 800m stellte ich fest, dass ich meine Stecken am Auto vergessen hatte. Oh Mann.  Um 17.20 UHr hatte ich es tatsächlich geschafft. Leckere Nudeln, ohne Ragou diesmal, mein Magen dankte es. Es war verständlich, dass die Veranstalter die Örtlichkeiten gewechselt hatten. Eine gute Kücheninfrastruktur mit genug Sitzplätzen auch für`s  18.00 Uhr Briefing.

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Neben mir nahm plötzlich Dani Jung (letztjähriger und auch diesjähriger Sieger) und sein Stiefelriemen Bill platz, die vor sich hin feixten.  Interessant, interessant 😉  . Um 18.45 Uhr machte ich mich auf den Weg Richtung Start, da ich meine Beutel (einer fürs Ziel und einer fürs „Penser Joch“ Halbzeit) noch rechtzeitig abgeben musste.

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Nach der Beutelabgabe hab nicht lange rumgetan und bin nach der obligatorischen Rucksackkontrolle in den Startbereich eingecheckt, um mir einen Wartesitzplatz auf dem aufgestellten Podest zu sichern. Auch Herr Jung kam bald, wieder mit „Bill“  im Schlepptau, der unbegrenzt aufgesetzen Frohsinn versprühte (Foto weisse Mütze). Etwas anstrengend solche Leute, aber jeder ist halt anders. Ich z.Bsp. war etwas müde.

Die Zeit bis zum Start verflog sehr kurzweilig. Nette Gespräche z Bsp. mit  „Franz“ (direkt neben mir), der mir noch ein paar grundlegend handwerkliche Praxistipps zu meinen Stöcken mit auf dem Weg gab.

20.00 Uhr- Start- Das Rennen:

Zunächst war mein Plan mit der Spitze bis zum Teerrampenstart nach so 3km mitzulaufen und dann mein eigenes Tempo zu machen.

Wer mich dann überholen würde, ist wirklich besser oder er wird hier, selbst ausgetestet, irgendwann seine Momente haben. Das Überholtwerden hielt sich tatsächlich in Grenzen und andersrum konnte ich auf größere Massenüberholaktionen verzichten. Ferner hatte ich so ein wenig Überblick wer sich so vor mir tummelte. Der Plan ging gut auf. Hier VP I Oberbozen.

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Mein Tempo war wohl so eines, das erstmal dem der vorderen Damenränge entsprach (ja gibt schlimmeres und dazu später mehr)und so lief ich immer wieder zu einer Dame auf (aktuell 2te)  die ordentlich auf die Tube drückte. „Bergauf bis zum Rittner Horn alles laufen was geht, das hatte sich bei mir im letzten Jahr gerächt“ dachte ich so vor mich hin. Ich machte gemütlicher, wobei ich sie im bergab und flach zu ihrer Verwunderung entspannt wieder einholte. Tempodiszipliniert erreichte ich guter Dinge und nicht ausgepumpt wie im letzten Jahr nach ziemlich genau 3 Std das Rittner Horn. Ohne viel Zeit an der VP zu verlieren (ein weiteres vorgenommenes Taktikpuzzle) zog ich von dannen. Ich kam gut vorran, bis nach 1 Std. plötzlich, es dürfte ziemlich diesselbe Gegend wie im letzten Jahr gewesen sein, die totale Nebelsuppe aufzog. Bald war keine Markierung mehr sichtbar und meine  Richtungsanzeige an der Uhr hatte sich irgendwie an der noch gespeicherten Karte des „Berliner Höhenwegs“ aufgehängt. Das Furtschlagelhaus zumindest, sollte hier nicht in der Gegend sein. Mann, Fenix!! Super Trainingsuhr, aber im Wettkampf hatte sie mich bis jetzt immer zuverlässig im Stich gelassen. Es war Vorsicht geboten, da ich im letzten Jahr plötzlich vor einem Abgrund stand. Etwas planlos lief ich Markierungen suchend umher, bis mich Pfiffe von netten Kameraden wieder in die richtige Richtung lotsen. Kacke, aber mit etwas Umweg nochmal gut ausgegangen. Die weiteren Steige und Anstiege bis zum Totenkirchl hatte ich übler in Erinnerung. Diesmal nicht tragisch. Dort gut verpflegt (hier seien die  Nutellabrote hervorgehoben- Boah)  und weiter gings. Nun folgte auf den weiteren 9km im Vergleich zum Rest, eine Flachetappe auf einer Forststrasse und da zog ich planmäßig das Tempo an, um mein Zeitpolster etwas aufzupeppen. Ich war gefühlt echt flott unterwegs, als plötzlich ein gut gelaunter, einheimischer, Kollege älteren Semesters zu mir auflief.  Bei ordentlicher Pace unterhielten wir uns- “ Er würde bloß seinen Jungspunt von Arbeitskollegen unterstützen, es wurde um ein Monatsgehalt gewettet, dass er es hier nicht schaffen würde, so 22-24 Std wären schön und jetzt müsse er schnell auf den Junior warten“. Nach so 5 Minuten war er mit Anhang wieder aufgetaucht und beim Beginn des nächsten Bergstücks an mir vorübergedampft. OK, das saß. Ich stöckelete vor mich hin, bis nach kurzer Zeit der nächste Italiener mit Sprachbedürfnis aufschloss. Das Tempo war wieder ordentlich. Nettes Gespräch, wobei diesmal hielt ich es recht einseitig,! Er meinte, ja so 22 Std wären schön und weg war er. WTF!! Bei der nächsten VP hatte ich mal kurz nachgefragt, wieviele denn so schätzungsweise vor mir sein würden. Ja so 30-40. Ich staunte etwas sprachlos. Andererseits stieß ich bei anderen Kollegen mit meiner Zielzeitangabe eben so 24 Std. auch auf Kopfschütteln und ab diesen Zeitpunkt ließ ich das Thema ruhen, dennoch irgendwas lief heute verkehrt. Weiter gings jetzt in die richtig amtliche Geröllabteilung auf die ich mich gut eingestellt hatte.Mit Musik ging`s, vor allem des Nächtens,  leichter und an schneeweißen Blumenfelder erfreuten sich meine müden Augen.20170728_234726    Nach einiger Zeit kreuzte ich öfter den Weg mit einem optisch irisch anmutenden Läufer, der mich wiederum auch, warum auch immer, für einen Engländer gehalten hatte. Wir hatten uns bereits einige Zeit auf englisch unterhalten, als er eine zu uns aufschließende Dame mit “ Du Vroni…“ ansprach. Na Super . Wolfgang war Österreicher und Vroni schließlich auch aus heimischen Gefilden. Wir sollten so die nächsten Stunden als 3er Team die Strecke rocken! Um kurz nach 5 fing meine Lampe an zu spinnen. Immer wieder Aussetzer. Was denn jetzt wieder. Bis vor kurzem hatte der Akku locker eine Nacht + Puffer gehalten. Ich drosselte die Optik auf die niedrigste Stufe und war froh als mir am Gerölljoch positionierte Bergwachtler die Auskunft über den baldigen Sonnenaufgang gaben. Mit Zielvorgabe Dayfinish und meinem aktuellen Zustand machte ich mir keinen Kopf wegen der Folgenacht. Der Sonnenaufgang, im letzten Jahr bei diesem Standort in vollem Gange,  bahnte sich heute an der Flaggerschartenhütte langsam an:

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Ich verfiel langsam wieder bei den Vp`s in meinen Trödelmodus.Schnell Nudelsuppe.  5  Minuten nach Wolfgang kam auch ich endlich los, endlich, weils`s dann auch immer etwas frisch wurde. Vroni war etwas hinter mir. Nun folgte das letze Stück bis zum Penser Joch, die Halbzeitmarke. Wolfgang hatte wohl grad einen Lauf, und ich war gut beschäftigt, da wieder aufzuschließen. Vroni kam von hinten auch wieder in den Blick. Sehr schön! In etwas Entfernung war ein größerer Stein erkennbar, auf dem ein gelber Haufen lag, und dem sich zunächst Wolfgang näherte und schließlich mit einem kurzen Stop passierte. Dann kam ich. Es war die Nr 2 Damen die sich darauf „niedergelassen“ hatte und sie sah nicht gut aus. Peng! Aber auch mich schickte sie, wie Wolfgang ,weiter. Keine Hilfe nötig. Nun denn.  Bevor es leicht wellig dahin geht, sind es dann auf den letzten Kilometern noch ein paar ordentliche Anstiege zum Penser Joch, was ich mir plötzlich immer wieder vor Augen führte und mir mental plötzlich das Leben schwer machte. Eine doch etwas ausgiebigere Halbzeitpause sollte die Belohnung sein, so mein Mantra.

Dann endlich doch mal Penser Joch (zugegeben etwas zerknautscht)

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Dann,beim Einlauf eine überraschende Riesenfreude, Umarmung und Puftatata! So empfing und erkannte mich an meinem Strinband mein letztjähriger „Aufbauengel“ wieder. Nachdem ich kurz sämtliche versäumten Dankesreden nachgeholt hatte (hier auch nochmal für dieses Jahr- DANKE!) , war auch unser 3er Gespann wieder komplett und ließen uns zu Tisch nieder. Wir freuten uns über die gute, erste Halbzeit. Die Nudeln gingen jedoch nur zäh hinein, und auch mein Dropbag, auf das man jetzt Zugriff hatte, ließ ich bis auf die Auffrischung meiner Gelvorräte unberührt. Meine Begleiter hatten schneller beschlossen eigentlich nix wechseln zu wollen, zügiger konsumiert (Wolfgang, der seit der Nacht schon Magenprobelme hatte begnügte sich mit einem Bier, was endlich mal drinblieb) und scharrten bereits mit den Hufen. Ich kam grad irgendwie zeitlich nicht klar und ließ sie freilich ziehen. Die nächsten Kilometer Stück erstmal halbwegs trailig- südtirolerisch „flach“ und dann 1000hm Downhill. „Ich komm`dann schon“!   In der Zwischenzeit lief auch der „gelbe Haufen“ mit Support ein und die Dame sah noch nicht wirklich besser aus, als vorhin.Da ist jetzt Feierabend dachte ich in meinem jugendlichen Leichtsinn erstmal.Nun ja. Ich dümpelte, inzwischen frierend, noch etwas rum, und erkundigte mich doch nochmal nach der Position. 26ter, Vorni auf der 4 .Passt doch! Jetzt aber endlich weiter. Und Tschüss.

Positive Vorgänge des Vorjahres sollten wiederholt werden und so folgte noch an  ähnlicher Position ein kurzes Guten Morgen Telefonat mit der Familie. Dennoch, der  geistige, permanente Vergleich lief störenderweise immer penetranter mit. Es ging dahin-ahh da vorne gehts runter. Pustekuchen.Was? Nochmal einen Bergrücken hoch. Ahh- da vorne wars. Pustekuchen. Bergrücken. Grmpf, mein Hirn hatte was gelöscht. Irgendwann  war´s dann doch soweit und am unteren Drittel des Downhillstücks waren meine Begleiter erkennbar. Die haben nix anbrennen lassen. Holla! Es war ein hartes Stück Arbeit, bis ich da wieder aufschließen konnte. Auf dem folgenden etwas nervigen Forstwegstück bis zur nächsten VP Ebenberalm machte ich die Vorhut unserer Gruppe. Nachdem wir wieder komplett waren,reduzierte sich trotz des ordentlichen Verpflegungsstops leider unser 3er Gespann um Wolfgang, dessen Magenprobleme, um`s milde auszudrücken, nicht besser wurden (Er ward` von uns nicht mehr gesehen, konnte trotz alle dem trotzdem finishen-nochmal Gratulation).

Aber auch mich traf plötzlich beim Brotzeitplausch ein mir bis dato unbekannter Hammer anderer Art, der mir und ein wenig auch Vroni (Sorry nochmal) bis zum Ende das Leben zur Hölle machte: “ Ich hatte keinen BOCK mehr!!!“Das alles machte keinen Sinn!! MIMIMIMIMI . Ich begann auf einmal, noch etwas reserviert,, später sollte es schlimmer werden, rumzusudern. Vroni sprach mir gut zu und bevor es eskalierte ging`s los. Die paar Kilometer etwas langweilige Forstwegserpentinen bis zum nächsten Trailanstieg zum Alperer Nieder hatten wir bald, wenn auch etwas aus der Puste, da es bezüglich des Tempos mir Vroni und ich ihr Recht machen wollte. Uff. Madame war wieder in ihren Element und stiefelte voran.Flotti, Flotti.

Hier hatte ich auch einen anderen Streckenverlauf im Kopf, aber es war so wie im Jahr davor, wie mir bestätigt wurde.Schön.  Umso höher wir kamen umso mehr hatte sich mal wieder die Schnappatmung eingestellt. Damn! Dieses vorgenommene Trainingspuzzle hatte ich leider nicht mehr geschafft, zu absolvieren. Genügende Akklimatisation. Kurz vor der Bergkuppe pumpte ich wie ein altes Ross, und endlich oben musste ich mich erstmal sammeln.Oh mann!

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Weiter ging`s Richtung Hirzer Hütte, was ich als „lief ganz anständig“ in Erinnerung hatte. Diesmal tat ich mir schwerer, aber es war noch so im Rahmen, dass ich immerhin zu Vroni aufschließen konnte, mehr aber schon nicht mehr. Beim Radfahren würde man sagen „Hinten reingehängt“ . Es ärgerte mich zusehens, dass ich nix mehr positives zur Renngestatlung beitragen konnte, aber was sollte man machen. Der Express war wieder unterwegs und so 4 km vor der „Hirzer“ passierten wir schliesslich die Nr 3 der Damen am Wegesrand sitzend mit Support. Es war eine Italieniern, die beim Start als Mitglied der Berglauf Nationalmannschaft vorgestellt wurde. Auffallend (nicht nur mir ) aufreizend gekleidet mit einem Röcklein  und einem Hauch von Unterwäsche. Trail Run Italy Wear halt.  Meiner weiblichen Begleitung (bzw. eher andersrum) sah man durchaus den geweckten Wettkampf Killer Instinkt an.  Bald liefen wir in der Hirzer Hütte ein:

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Madmoiselle hatte keine Ruhe. Alles ziemlich zügig aufgefüllt, Geröll aus dem Schuh geleert und schnell ein paar Nudeln. „Auf, ich will auf jedenfall vor dem String ins Ziel!!! “ Mal ne Ansage. Die letzten 38 km. Nun folgt das einzige kurze Stück dieser Strecke, ca 300m die dieselbe ist. Wir liefen raus und nach kurzer Zeit war ich sehr verwundert, wer uns da entgegenkam. Der „gelbe Haufen“ mit Support war zurück und sie hatte was vor, wie im Gesichtsausdruck erkennbar war. Es war Feuer im Damenrennen. Vroni hatte verständlicherweise der Rappel gepackt. Keine wirkliche Chance mehr für mich mitzuhalten. Nach einem kurzen Zubringer befindet man sich schon wieder im letzten großen Berganstieg zur „Oberen Scharte“. Nicht allzulange dauerte es, und ich bekam wieder meine Schnappatmung, was für jetzt endgültig hieß, Vroni ziehen lassen zu müssen.  Nun denn. Allein, allein. War es eh alles Luxus bis jetzt und da stellte ich mich schon an.

Die „Obere Scharte“ verlangte mir alles ab.  3 -4 Schritte . Pffrt,Pffrt…. Nicht mal mehr zum Fluchen hatte ich Luft übrig.Warum das Ganze? Herrje. Der folgende schwierig, technische Downhill konnte mich noch ablenken. Ein Schild 90 km. Nein, es nun mal kein 100er ,sondern eben 121km.  Auf dem Weg zur Meraner Höhe konnte ich meinem negativen Gedankensumpf freien Lauf lassen, dennoch immer den Versuch startend, mich davon am Strohhalm des Wahnsinns Panoramas herauszuziehen. Aber ich wusste, was noch kommt. Nicht immer von Vorteil. Der „Strafanstieg“ zum Meran 2000, bevor es endlich runter geht. Mein Trinkblaseninhalt näherte sich dem Ende. Einer der netten Bergwachtler ,die auf der Meraner Höhe positioniert waren, konnte mich mit einem kräftigen Schluck aus seiner Icetee Pulle, der eher ein Sirup war, die letzten Kilometer bis zur Meraner Hütte anschieben.  Den Battle mit einem Mitstreiter, der schon seit längerem etwas daran setzte mich einzuholen, verlor ich. Egal. Seit längerem schon war ich auch in laufbaren Terrain im Wandermodus. Da war er, der Gedanke an den Ausstieg. Noch knapp 25km, locker 3 Std.,  auf ewigen Ziehwegen, auch wenn`s im Groben bergab geht. Keinen Bock. Ich kramte mein ganzes mentales Rock N Roll Repatoir hervor, mit mäßigem Erfolg. Ziehweg oder auf der Meraner Hütte bei Weissbier versumpfen?

Meraner Hütte: Vroni machte sich grad auf den Weg. Servus!!!Wieder weg.   Ich war so grantig, auf die Strecke, meine mentale Verfassung auf alles. Ich kam in die VP und schimpfte los,was mir peinlich war. Die im Eck stehende Sanitäterin war arlamiert. Ich „setzte“ mich in einen Liegestuhl und die Helfer dachten es wäre mehr im Busch, als „keine Lust“ mehr. Sie versuchten mir die Strecke schmackhaft zu machen, vergebens. AHH Du weisst Bescheid. JA! Nochmals der Versuch in meinem Hirn nach Positiven zu kramen. Es waren letztendlich bei einem Abbruch die für mich einzigen, mir durch die Lappen gehenden Punkte für die UTMB Bewerbung, die mich wieder in die Höhe zwangen.

Ich quälte,mich auf den schönen Wanderwegen also in Richtung „Stoanane Mandel“, in der es wieder stetig bergan geht. Musik. Es hilft. Von hinten kam „gelber Haufen“ im Laufschritt. Na ,da hat sich wieder jemand erholt. Wenn Blicke töten könnten. Wrmmm und weg. Vroniii LAUF , dachte ich :-)!  Ich musste mich zusammenreißen und endlich, nach den „Mandln“ klappte es auch. Ich ließ es krachen,immerhin so 45min.Ich war wieder da, erstmal. VP Möltner Kaser 104km. Cola, Salamibrot, netter Plausch. Weiter. Die nächsten 10km ziiieeehhhen sich.  Ein Kollege, der von seiner Frau begleitet wurde kamen und zogen mich freundlicherweise die nächsten 5km mit. Dann gaben sie richtig Gas. Ich war raus. Noch 10km. Zurück in der Zivilisation.Jetzt musste das Gebein halten.  Die Straßen hatten begonnen.Es dämmerte. Jenesien. Es war ein nettes Gespräch, an der VP. Ich meinte, dass es schön ist hier zu sein, da die Station im letzten Jahr ja weggeblasen wurde:Die bestens gelaunte Helferin fragte bloß ungläubig, warum man sich das tatsälich 2 x antun würde. Keine Antwort. Die letzten 4 km war ein Wettlauf gegen den Sonnenuntergang; den ich verlor. Nicht nur deshalb, weil es dann 2km nach dem Schloß durch ein steiles, steininges,schmales,dunkeles Waldstück unten geht. Hier Tagsüber von der Ferne:

 

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(von links oben,nach diagonal rechts unten)

Ich ärgerte mich wieder darüber, schon im komplett Dusteren, das Dayfinish verpasst zu haben, und setzte mich auf einen Stein, um  nach meiner Lampe zu kramen. Der Akku meiner guten Lampe war ja fast leer, den Ersatzakku ranzupfrimeln wäre ein Aufwand gewesen,da kein Fastklick, also meine Ersatz Mammut.Inzwischen stoplerte ein komplett dehydrierter Österreicher vorbei und wollte stammelnd wissen, wie weit es noch ist. Hei, ei ,ei. – „Ach,was ne `Funzel „( Mit der bin ich in Transylvanien gelaufen, kaum zu glauben -ist aber eine andere Geschichte ) .Irgendwie kam ich heil stolpernd runter,bis zum Steilteerrampenstart, der endgültig die letzten Reserven aus den Beinen prügelt. Die Lichter Bozens geben aber nochmals Schwung für den Endspurt.Eine weitere Dame kreuzte meinen Weg und nach dem Abstieg liefen wir bis zum Zielkanal, in dem ich ihr den Vortritt lies. 4te Dame, meine Position im Moment egal. Finish YEEEHAA!!

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Ende Gelände! Aus, Äpfel , Amen., war`s . So sehr ich Südtirol, die Leute, Verpflegung,die Landschaft  liebe, und so perfekt, das Ganze bis aufs Letzte auch organisiert ist,  ein drittes mal in Folge werde ich wohl nicht starten. Gibt auch noch anderes im nächsten Jahr. Aber darüber mehr im nächsten Bericht (spätestens nach der UTMB Auslosung)

Danke für die Aufmerksamkeit!!!!!!

Sonstiges:

Vroni wurde, im Blick auf das eigene Wohlergehen 3te Dame. Respekt an „Gelber Haufen“ Melanie Rousset für diese Aufholjagd.  Die Mädels halt!!!!

Fotos( fast alle, der Rest bei mir) by Südtirol Ultra Skyace

Der Phönix und so, dank Osteo

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(Der Phönix aus der Asche- by Töchterlein Sophia 5 )

Knapp drei Wochen noch bis zum Südtirol Ultra und es scheint tatsächlich ,vorsichtig optimistisch, eine Punktlandung zu werden. Nach meiner zweiten Osteopathiesitzung, vor 5 Wochen,bei der eine komplette Stunde wiederholt alles intensivst komplett ausgebeult wurde („da ist ein Problem- Ah Moment- krick krack – UFFF AARGHH- und jetzt?-besser, aber noch ein wenig-moment- krick krack-UFFF AARGHH…..“) , galt es bis jetzt die Neujustierung der Karosserie wieder in laufbares Fahrwasser zu adaptieren. So wurden von Woche zu Woche die Umfänge und Härtegrade der Einheiten kontinuierlich angehoben (und diesmal ohne das Wiederaufbrechen der Beschwerden), bis zum Montag letzter Woche, bei dem der totale Crashtest in allen Belangen (konditionell, mental…)  auf der Agenda stand:

Der Berliner Höhenweg als zwei Tages Trainingsrunde

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Tag I : https://connect.garmin.com/modern/activity/1835775784

Tag II: https://connect.garmin.com/modern/activity/1837280368

Hier ein „kurzer“ Bericht:

Vorbemerkung:

Ich hatte die Runde 2015 als drei Tagestour schon mal gemacht. Der Startzeitpunkt lag damals am ersten Tag allerdings erst am Mittag und das Ende erreichte ich am späten Mittag am dritten Tag. Aufgrund der noch nicht ausgereizten Zeitfenster, wollte ich versuchen das Ganze nochmal um einen Tag zu kürzen.

Nicht zuletzt wegen der katastrophalen Wettervorhersage am Sonntag (Regengüsse, Schnee ab 2400) , hatte ich den Start um einen Tag verschoben. Wissentlich die Sache noch anstregender zu gestalten, als sie generell schon ist/war- dass mach nicht mal ich. Dennoch sollte die Witterungsbesserung am Montag erst gegen 14.00Uhr eintreten. Offizieller Start der Runde ist in Finkenberg und das Ende an der Edelhütte. Meine Runde folglich Mayerhofen – Edelhütte/Mayerhofen. Geplant war,  am ersten Tag gut über die Hälfte bis zur Greizer Hütte zu schaffen und am Dienstag eben den Rest bis zur letzten Talfahrt.

TAG I

Abfahrt 3.30 Uhr München um so gegen 5.30 Uhr starten zu können. Dort angekommen schon das erste Problem. Konnte man 2015 unkompliziert kostenlos am Parkplatz der Ahornbahn parken, war dies jetzt nur zu den Betriebszeiten der Bahn möglich. Auch bei den beiden öffentlichen Parklätzen konnten um diese Uhrzeit keine Tagestickets gelöst werden.Ansonsten alles privat!!  Das ging schon gut los. Ich fuhr ca 20 min. herum und entdeckte schließlich hinterhalb der Ahronbahn und eines Hotels eine offene Schranke (die auch kaputt aussah) mit einem großen Parkplatz, auf dem ein Bus stand, ein paar weitere Autos und sonst keine Schilder angebracht waren.  Hier parkte ich unauffällig und schrieb noch einen Zettel zur „Sicherheit“ .(Wer weiß, wie man hier politisch korrekt parkt , bitte her mit der Info)

Und los gings nach Finkenberg um 5.45 Uhr, wo ich nach einer guten halben Stunde die Teufelsbrücke , den offiziellen Startpunkt erreichte.

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Und ab dafür Richtung Gamshütte entlang eines schönen, abwechslungsreichen Waldwegs, die ich so um 8.15 Uhr erreichte.

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Inzwischen hatte es schon geraume Zeit, wie sollte es auch anders sein, angefangen zu regnen bzw. zu schütten. Im Wald war`s noch nicht so tragisch, aber die darauffolgenden 4,5 Std (angegeben sind 9 Std bis zum Friesenberghaus) oberhalb der Baumgrenze waren sehr „fordernd“. Der Weg war kontinuierlich ein Fluß. Dutzende Bachcrossings folgten und das kilometerweite Gesteinsghopse auf dieser Etappe, gestaltete sich aufgrund der Glitschgefahr auch nicht entspannter- ein paar Impressionen:

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Das doch so umfangreichere Blockwerkghopse auf dieser Etappe hatte mein Gehirn seit dem letzten Mal ordentlich verdrängt. Irgendwann endlich die Ankunft am Friesenberghaus. Da kann man schon mal einen Riegel essen.

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Dann weiter nach oben Richtung Olperer Hütte. Langsam fings an zu schneien.

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..und wiederum irgendwann gegen 14,00 Uhr hatte es sich`s  auch mal mit dem Sauwetter und es wurde trocken und der Himmel riß auf. Dennoch, der Vormittag hatte schon etwas Körner gekostet. Beim Downhill zum Schlegeisspeicher kam ich gut voran, und auch der Spaß kehrte bei der Optik wieder ein

Unten angekommen brachte ich halbwegs zügig die 7 km Flachstück hinter mich und nach geraumer Zeit fand ich mich im Furtschlagelhaus wieder, dass mir recht voll schien und in dem ich auch einen kurzen Essensbreak einlegen wollte, bevor es zum höchsten Punkt der Strecke, zum Schönbichler Horn auf ca 3200 m hochgehen sollte. 10.30 Std on the road.  An der Bar wollte ich nur rein Interesse/ Smalltalk/Höflichkeits halber nachfragen, wie`s denn so ausschaut am Weg, mit Schnee und so, generell, da oben und mit der Antwort hatte ich nun nicht gerechnet : Der Ügergang is `s gsperrt – geht ned!  WAAAAS, eigentlich will ich noch bis zur Greizer Hütte?!!Ähh,haha, ja, bis oben wäre zwar gespurt, aber der Übergang zur Berliner Hütte wäre bei 40cm Neuschnee nicht möglich.  GGrmpff. Das erklärte auch die Anzahl der „Gestrandeten“. Ich holte zu meiner Nudelsuppe, die ich jetzt grummelig vor mich hin schlürfte, meine Wanderkarte um nach Alternativen zu suchen. Nicht wirklich Alternativerouten, wie auch am Ende eines Talkessels, der umgeben ist von 3000ern. Ich sah mich geistig die 27 km zurück nach Mayrhofen laufen, als plötzlich doch der Hüttenwart nochmals zu mir kam und meinte, wenn ich`s doch versuchen wollen würde, kann ich los. Allerdings, sollte ich unbedingt umdrehen, wenns nicht geht, und für den Fall, dass ich es doch schaffen sollte, sollte ich mich melden, sonst müsse er so gegen 22.00Uhr die Rettung alamieren. Er würde eigentlich noch auf einen Bergührer warten, der von der anderen Seite rüber spurt. (Das war auch wahrscheinlich der Grund, warum ich gehen „durfte“). Kurzes Überlegen. Ich packte zügig meinen Krempel und zur Verwunderung aller, wo ich hin wolle,  startete ich los. Die Schneegrenze hatte ich bald erreicht und die Spur von meinen Vorgängern war OK.  Oft sah man einen Schritt bei dem tief eingebrochen wurde und konnte ihn umgehen, dann und wann war man selber dabei. Die Höhe machte sich zusätzlich bemerkbar, aber den Totalausfall mittels Schnappatmung konnte ich nicht verzeichnen. Auf den letzten 200 Metern zum Übergang wurd`s schon pfrimelig und ich war gespannt ,was mich auf der anderen Seite erwarten würde. Hier nochmal Retour runter,-mein Bock auf Rückkehr  hielt sich in Grenzen. Aber auch über den Schlenker zum Gipfel brauchte man nicht nachdenken. Da stand ich nun oben, und es sah nicht gut aus. Die 200m Steilgelände runter bis zum Grat, da erstmal runter, und generell im Kessel, alles zugeschneit, dort sicherlich keine Wegmarkierung sichtbar. Mit GPS das Ganze, könnte ein Spaß werden.

20170703_173619     (Blick zurück-von da oben kam er her )

Jedoch auf dem Grat, nach dem Steilstück, waren Spuren zu erkennen.Den Bergführer hatte ich noch nicht getroffen. Vllt.  hatte er (aufgrund von Härtegrat hahah,sorry der musste sein) bis zum Grat gespurt und ist umgedreht, aber egal von wem. Es gäbe so was wie eine Spur durchs Nimmerland. Ich musste eigentlich bloß das Steilstück irgendwie runter kommen. An der Spitze des ersten Felsens sah ich eine Seilversicherung bzw. Seilversicherungen , dem Steilstück entlang bis runter zum Grat. Da runter hangeln, könnte klappen. Tief verschneit, zum Teil festgefroren, befreite ich die erste, schaute gut aus,  und ließ mich Fuß voran nach unten. Ok. Ging. Ich schaute kurz zurück und es war beschlossen. Ich zieh durch. Nächste Seilversicherung und platsch. Beide Schienbeine krachten gegen einen getarnten Felsblock im Tiefschnee. Autschi, um`s mit den Worten meiner Tochter zu sagen. Nächste Seilversicherung. Ui, die war unten nicht gekontert sondern lose, und ich schwang etwas in die Richtung, in die man nicht will. Und zusätzlich plopp, steckte ich wieder am Rand etwas „unvorteilhaft“ stehend, die rostige Versicherung in der Hand im Tiefschnee. Ich zog meinen Fuß raus und plötzlich blieb mein Schuh im Tiefschnee einbetoniert stecken.Fuck! Kurze gedankliche Situationsanalyse: Rechts Abgrund , eine lose rostig Seilversicherung in der Hand und nur noch einen Schuh an.Der andere muss irgendwie ausgegraben werden. Ich justierte mein Gesäß vorsichtig nach hinten, bis es schließlich irgendwie auf den Widerstand eines Blocks traf. So was wie angelehnt, klopfte ich mit einen meiner Stecken den Schuh wieder frei. Sackra di! Balancierend zog ich ihn mir wieder an. Die letzten Seile ließen sich gut rausziehen und irgendwie kam ich unten an, etwas dattrig und gut vollgepumpt mit Adrenalin.  Am Grat angekommen sagte, ich nochmals Sackra di! Weiter entlang der Spur die zum Teil abenteuerlich verlief, und sicherlich nicht die eines Bergührers war. So gegen 19.30 war ich aus der Schneezone abgestiegen und ich konnte in der Ferne die Berliner Hütte sehen. Halleluja. Auch nutzte ich, kurz Netz zu haben, und gab im Furtschlagelhaus Bescheid mit der Empfehlung für die Nachhut, es besser sein zu lassen.

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Nach 14.19 Std endlich an der Berliner Hütte. Ich schrieb die Greizer Hütte ab. Rein zeitmäßig hätte es noch hingehauen, aber der nächste Übergang lag wieder in der Schneezone, und egal wie man da voran kommen würde, es hatte gereicht für heute mit einer unmarkierten Wegschnitzeljagd im Schnee.  Die Hütte war zwar gut besucht, trotzdem war noch ein Einzelzimmer verfügbar. 20170703_212648

Das Personal  und auch ein paar Gäste lauschten ausführlich meinen Streckenerkenntnissen zum Übergang am Schönbichler Horn. Den Plan einen gemütlichen Hüttenabend in der Stubn`zu verbringen tauschte ich ziemlich bald nach einer großen Portion Bolognese und einem verdienten Bier doch gegen das Bett. Die Hälfte der Strecke hatte ich und lag 3,5 Std hinter meinem Zeitplan. Es sah schlecht aus mit der letzten Bahn um 17.00 Uhr. Realistisch nicht machbar, aber ich klammerte mich noch ein wenig an die Vorstellung.

TAG II:

Den Umständen entsprechend gut geschlafen/geruht, war ich um 6.15 Uhr auf den Beinen. Nach kurzer Visite im Frühstücksraum, bei der mir die Kosten für selbiges mitgeteilt wurden (14€ Buffet oder Einzelabrechnung Bsp. 1 Scheibe Wurst 0,40 ct…) entschloss ich mich, doch alles soweit startbereit zu packen und dann ein kurzes Intermezzo mit der Einzelabrechnug abzuhalten. Das geplante üppige Frühstück war dann eine Wurstsemmel und eine Tasse Kaffee. Weiter ging`s.

Heute war Sonne pur angesagt. Für den Siebenschneidweg,dem letzten Stück zwischen Kasseler und Edel Hütte  hieß es 14km Hopping durch Saunablockwerk zum frühen Nachmittag. Hmm! Aber da war ja noch Zeit.IMG-20170704-WA0004

(Start um 7.45 an der Berliner Hütte – oben der Übergang die Mönchscharte erkennbar)

Der Weg da hoch ist echt Hammer! :

Nach 50 min wurde es bis zum Übergang schneelastig, was aber nicht so tragisch war da, dass meiste noch gefroren und nicht sulzig war:

Oben angekommen geht die Scharte geradeaus runter. Beim letzten mal hatte ich da, eine Schuhabfahrt begonnen. Aber aus einem Bauchgefühl heraus und da die Markierung mit Seilversicherung und auch Spuren am Fels gut sichtbar waren, entschied ich mich erstmal für den herkömlichen Abstieg. Nach 20 min war ich genervt. Die Seile hörten auf, die Spuren waren wirr. Schwierig loses Mischgeröll mit Schnee. Schwer einzuschätzen. Einmal gings quer über rüber um dann weiter unten wieder zu kreuzen. Mein GPS zeigte gerad nach unten und Schnee war ordentlich. Und Attacke. Einige Höhenmeter runter gefahren und parallel weiter links im Fels war wieder eine Markierung sichtbar. Hier querte ich wieder und der „normale“ Weg war wieder halbwegs anständig verfolgbar. Übergang nicht vergleichbar mit dem Gestrigen,aber doch sehr tricky mangels Markierung. Gute Entscheidung gestern nicht weitergegangen zu sein.

Nach 3,5 Std war ich an meinem gestrigen Zielpunkt der „Greizer “ angekommen. Das Landschaftserlebnis ist grandios, aber dass bauche ich nicht mehr zu erwähnen.20170704_145726

(Von der Scharte in der Mitte rechts kam er her)

Ein kurzer Smalltalk und eine Cola später warum ich es gestern nicht geschafft hatte, gings weiter zur Kasseler Hütte. Hier wieder ein Übergang, dieser aber ohne größere Schneeproblematik.

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Nach weiteren 3 Stunden an der „Kasseler“ angekommen. Hier hatte ich mir einen Apfelstrudel gegönnt. Zu Hetzen brauchte ich nicht mehr. Die letzte Bahn um 17.00Uhr war nicht mehr schaffbar. Was das noch werden sollte?!

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Ich entledigte mich der restlichen,überflüssigen Klamottten und weiter auf der letzten Etappe, welche so im groben in 6 Täler unterteilt ist,die es zu durchqueren gilt. So ungefähr schauen alle aus.

20170704_172544  Blockwerkpassagen (die ich hier aber umfangreicher in Erinnerung hatte) , wechseln sich mit Wanderwegpassagen ab.

Nach weiteren 5 Stunden endlich( auf noch ein Tal mehr hätte ich keine „Lust“ mehr gehabt : Edelhütte in Sicht.

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Mission complete nach 11.25 Std am TAG II ! ..aber nur fast. Wie erwähnt war ich „etwas“ zu spät für die meiner Meinung nach verdienten, letzten Talfahrt.  Ein Schild nach Mayerhofen (über Hütte Alpenrose) mit angegebenen 4 Std. verhieß nix Gutes! Müssten so 1300HM downhill sein. Ich fragte kurz nach. Ja, der schnellste Weg über die Alpenrose.  UFF!  Half ja nix, mit etwas Grmbl im Bauch hab ich den Ballermann ausgepackt. War`s im oberen Drittel noch sperrig zu laufen ging`s im 2ten schon besser und zum Schluss war Waldautobahn.  Nach 1,5Std. war ich am Auto bei 13.00 Std ! Mayerhofen-Mayerhofen-OMMM .

Die Schranke war oben und gestört/bemerkt hatte es bis dato auch noch keinen/r.. Jetzt aber flott. Nachdem ich rückwärts rausgefahren bin, sah mich und mein Nummernschild eine Art Hausmeister überprüfend an. UND TSCHÜSS!!!

FAZIT:  Für meinen Testlauf war`s perfekt, wenn auch zugegebenermaßen vllt etwas übertrieben. Aber ich muss schon eingestehen, dass es fast zu Schade ist diese Tour auf zwei Tage durchzubolzen. Drei Tage sollte man sich schon Zeit nehmen und da hat man sich`s auch noch ordentlich gegeben 😉 ! Ob landschaftlich , die Hütten..  . Für die „Flachulttras“, die sich gerne mal in der Bergwelt versuchen möchten, bietet diese Runde alles , was an Skills für einen TdG oder Südtirol Ultra benötigt wird.

Der nächste Bericht wird der Wettkampfbericht und jetzt zurücklehnen und warten bis die Form kommt 🙂

Danke für die Aufmerksamkeit, weitermachen!