Ultra- Trail du Mont-Blanc 2018

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Screenshot_2018-09-20 UTMB® Live,

Der UTMB ist im Kasten,Geschichte, im Portofolio, mein erster offizieller 100 Meiler (und ein paar Km mehr), gemeistert oder vielmehr auf´s wesentliche reduziert, immerhin gefinisht.  Eines der Rennen „deeer Rennen“ im globalen Trailzirkus hab ich im Sack. Für mich war der UTMB schon immer, das was im Triathlon die Hawaiiteilnahme ist, wenn`s nun auch nicht die offizielle Trail WM ist. Soviel sei schon verraten, es ist nicht so gelaufen wie geplant,aber wahrscheinlich ist es aber eh so, wie beim Abitur o.ä. Später fragt keiner mehr nach dem Schnitt, hauptsache man hat`s irgendwie. Hurra die Gams!

Eine Frage für dessen Antwort ich gestartet bin war mitunter: „Lohnt sich der ganze Aufriss, den man alleine für die Teilnahme  veranstalten muss“? Wenn`s blöd läuft über drei (bei mir waren es zwei) Jahre auf ordentlichen Niveau Punkte halten bzw. sammeln bei vom Veranstalter ausgewählten Rennen, die es in sich haben, für die Teilnahme an einem Wettkampf, der auch wie kein anderer für den Ausverkauf bzw. den Peak der Kommerzalisierung der doch naturverbunden, Einsamkeit liebenden Trailrunnerseele steht. Ich sage, trommelwirbel, JA! Jeder Berglangstreckler kann sich guten Gewissens hier versuchen. Wenigstens einmal, kann man das schon machen. Ob man danach nun so addicted bzw. geflasht ist, dass man hinterher seine Rennplanungen nur noch den Qualianforderungen unterwirft , um auch zukünftig dabei sein zu können , bleibt jedem selber überlassen und ist auch ne Typfrage. Aber, wie gesagt, einmal kann man sich das schon mal „anschauen“, wenn man sich über ein paar Dinge im Vorfeld im Klaren ist.

– 170km in den Bergen Non Stop ist schon weit und ja, auch anstrengend.

– Es ist ein „Rennen“ mit sehr vielen Teilnehmern. Irgendeiner läuft bzw. stresst immer von hinten. Einfach mal ruhig für sich alleine in Gedanken ein paar Kilometer dahindümpeln is` hier nich` wirklich. Der totale Speedyzahn ist zwar den meisten ab Kilomter 100 gezogen (außer vllt. den Chinesen die man dann später wieder einholt) aber wie gesagt, irgendeiner kommt immer, bis zum Schluß. Immerhin der Vorteil: Verlaufen ist schwierig.

Der Vortag:

Donnerstag Hinfahren, Freitag-Sonntag Laufen,Montag Heimfahren, Dienstag wieder Büro. War so und auch nicht wirklich anders handlebar, ist aber nicht zu empfehlen. Am Donnerstag gegen 16.30Uhr waren Tom, mein treuer Begleiter und ich in Chamonix angekommen. Schon ab Trient war am Straßenrand alles zugeparkt von Supportern der anderen Streckenteilnehmern. Ca. 9.000 Läufer werden während der Rennwoche auf den Trails um den Mont Blanc durchgeschleust. Klingt zunächst er-/abschreckend, ist aber faszinierend, wie reibungslos das eigentlich alles abläuft und wie perfekt es organisiert ist. Bevor wir weiter zu unserer Herberge nach Les Houches, ein Ort etwas außerhalb und nicht mitten im totalen Trubel (richtige Entscheidung) fuhren, wollte ich das ganze Startnummerngedöns erledigt haben. Nicht allzu lange mussten wir glücklicherweise nach einem Parkplatz suchen, in von lauter Menschen fast überkollabierten Chamonix.

In der Hoffnung alles nötige dabei zu haben gingen wir los. Am Tag vorher wurde per SMS mitgeteilt, dass nur die Basispflichtausrüstung und nicht dass Zusatz Hitzekit oder das Winterkit benötigt wird, war ja eigentlich ein gutes, stabiles Wetter vorhergesagt.  Ferner hatte ich gerätselt, was sie mit elsatischer Binde/ Klebeband meinten. Ich vermutete einen Verband, aber einfach so, hab ich noch instinktiv eine Rolle Kinesiotape mit in den Rucksack geworfen. Die Messe war bald gefunden. Ja, dass ist mal eine Messe. So ziemlich alles da. Ausrüster , Veranstalter, ein Gewusel.

Nach dem „Walk of Inspiration“ ,eine Gasse mit sämtlichen Trailrun Veranstaltern und deren Rennen quer über den Globus,entsprechend Flyer wurden eingesammelt , kamen wir bei der Sporthalle an.

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Wir waren eigentlich drei Stunden vor meiner angegebenen Abholzeit da. Sollte das ein Problem sein? War es nicht. Ich stellte mich in die Athletenschlange, die noch eine halbwegs vertretbare Länge hatte.Es sollte trotzdem lange genug dauern. Es war ähnlich wie beim Check In am Flughafen. Zunächst Passabgleich. Dann weiter zu einem Helfer der einem eine Liste aushändigte, welche Dinge in eine Plastikwanne zur Kontrolle gelegt werden müssen. Bei mir: Jacke, Handy,Rucksack, Trinkblase 1,5ltr, 2 Lampen uuund  da war sie, die „adhäsive, ealstische Binde für einen Notverband“. War ja klar. Ich legte erstmal den Verband rein. Mal sehen was passiert. Nach einem weiteren Stop wurde man einem Kontrollpunkt zugewiesen. Argwöhnisch wurde meine Jacke begutachtet, der Rest war unkommentiert OK, und dann der Verband. No! Ah, one moment please. Ich kruschte kurz das Tape raus. Yes! That`s it.  Nun bekam ich endlich die Startnummer, aber fertig waren wir noch nicht. Aha, na dann weiter zur Rucksackverplombung. Der bekam einen Chip, damit man ihn nicht mehr während des Rennens wechseln kann, wer auch immer sowas macht. Dann zum nächsten Stand, an dem 2 Müll und der Dropbagbeutel ausgehändigt wurden. Und bist schaust`-schon fertig.

Beim Rückweg noch meinen zusatzgebuchten GPS Tracker an einem Messestand abgeholt, (nach Rücksprache mit Nutzern kann man sich das schenken. Es reicht der Trackingservice des Veranstalters) gings jetzt endlich Richtung Herberge.

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Bald war auch unsere Unterkunft gefunden und nach kurzem Ankommen und dem Versuch von halbwegs strukturierteren Gepacke sollten wir zum gemütlichen Teil übergehen. Aber vorher kam nach folgende Nachricht rein:

UTMB Weather deterioration: bad weather until Saturday afternoon, very cold, windy, feels like -10°C (14°F). Cold weather kit essential.

WTF. Schön sollte es eigentlich sein. Minus 10. Na, mal schaun- Hunger

In der Nähe befand sich auf Empfehlung unserer Herbergseigentümer das „Rocky Pop“ http://www.rockypop-chamonix.com Eigentlich das Restaurant/Bar eines Hotels, welches aber auch externe Gäste bewirtet. Stylisches Ambiente trifft auf leckeres und für die Gegend erschwingliches Essen (Pizza,Pasta,Burger) . Wir versuchten nebenbei die Treffpunkte zu organisieren und meine Durchgangszeiten wurden von Bier zu Bier schneller. Am Ende würden Schilderungen über Tom`s persönlicher Supporter UTMB mit dem Bussystems des Veranstalters meinen Bericht sprengen . Nur so viel. Er hatte mich wenigstens am Ende in Chamonix Richtung Ziel begleitet.  Die Planungen waren  bald beendet ( im Ziel nach 30 Stunden) und wir sahen die zwei Zockerautomaten mit über 500 Spielen FOR FREE (und dann noch TRUXTON!!!)  aus unserer Jugendzeit. Jeden Tag hier rein,  zocken und Bier trinken und halbwegs brauchbare Musik lief auch noch. Auch so könnte Urlaub sein. Ich Depp hatte was anderes vor. Für meinen Supporter hätte ich Verständnis, wenn er hier warten würde.

Sinn stand schweren Herzens irgendwann vor Unsinn und wir verließen doch den Sündenpfuhl. In unserem Zimmer noch 2 Betthupferl Elektrolyte , schließlich hatte ich jetzt Geburtstag, dann war Feierabend. Wenigstens kein Start früh morgens, sondern sowas wie ausschlafen.

Raceday:

Ein wenig zerschossen, Frühstück um halb neun mit einem portugisischem Pärchen, die auch bei uns eingecheckt waren und am Vortag die kürzeste Strecke bewältigt hatten. Ziemlich zerstört die zwei. Hmmm. Die staunten nicht schlecht über meine Pläne. Nun ja. Folgend ein nettes Tischgespräch.  Als hilfreich erwies sich noch auf mein Nachfragen eine Info, wie genau es sich denn mit dem angekündigten Geschirrverzicht auf VP`s verhalten würde. Nun, es gibt tatsächlich keins! Ok, nur den Becher dabei ist vllt. bei meiner Strecke ein bisserl wenig. Mission des Tages für später- Besteckorganisation.

Tom wollte nochmal in die City und trollte sich sonst wo rum, meine Wenigkeit haute sich bis 14.00 Uhr nochmal auf`s Ohr. Dann langsam in die Pötte kommen und das Nervositätsbarometer fing plötzlich an zu steigen. Gemäß des Wetterberichts hab ich mich nach tagelanger Frage, „was zieh ich bloß an!“, alle hab ich damit genervt,  doch für die lange Variante entschieden. Schließlich den Bus um 15.30 Uhr gen Chamonix erwischt, was gut war.  Eins zwei, gute Laune:

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Der Bus kam und pünktlich mit ihm auch der Regen. Ich kann beim Kack Marathon des Sables starten, selbst da würde es regnen. Hier noch eine Entschuldigung an alle Starter, das Kackwetter lag an mir und meiner Wettkampfregenwolke die mich immer begleitet.

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Und mit ein paar nicht erwähnenswerten Verschnaufern regnete es sich ein. Bevor ich nun ständig auf dem Wetterthema rumreite sei bloß angemerkt: Kaltes, nasses Wetter in den Bergen ist einfach gandenlos und kostet zusätzlich Körner, auch wenn`s  gleichermaßen alle trifft. Selbst mit entsprechender Ausrüstung muss man das schon abkönnen. Bei dieser Ausgabe des UTMB hatten wir viel davon. So dürften es so 5-6 Stunden Dauerregen in der ersten Nacht gewesen sein, worauf der Himmel zwar aufklarte, aber garniert mit Wind es richtig zapfig wurde. Am Samstag tagsüber war es der Sturm, der uns begleitete. Die zweite Nacht verlief kalt, inzwischen war mans ja fast gewohnt,  aber wenigstens trocken.Um es kurz zumachen. Zur nicht ganz einfachen Strecke kam auch noch ein Wetterkompetition.

In einem Ausrüstershop erwarb ich noch ein 2€ Multifunktionsbesteck bevor wir Richtung Start marschierten. Noch einen Abstecher in den Supermarkt, mein heutiges konsumiertes Essen war überschaubar. Inzwischen kübelte es vollends und schließlich kramte ich  doch meine Regenhose raus, da ich ordentlich fror.

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Eine Stunde bis zum Start. Dafür noch einen ordentlichen Platz in der Startarea bekommen. Tom hatte sich indes ins Zuschauerergewusel zurrückgezogen.

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Da stand ich nun, im langersehnten Startpulk. Das Startanheizerprogramm nahm fahrt auf. Gänsehautfeeling.  Dann um 18.00 Uhr genug angeheizt. Startschuss und der Troß setzte sich endlich in Bewegung.

Das Rennen:

Die Stimmung im Ort (aber auch weiterhin), der Hammer, und das konnte man gut genießen, denn bis alles im Flow war dauerte es ein wenig. Gehen, traben,stehen, laufen. Nach ein paar 100 Meter endlich komplett in den Laufschritt, „warm“ laufen. Ui, da stand Tom, noch schnell abgeklatscht. Jetzt drückte ich auf die Tube. Wie ich befürchtet hatte, dauerte es nicht lange bis es mir zu warm wurde. Nach ca. 3 km an den Rand und gefühlt, oder auch in echt zogen hunderte vorbei. Natürlich klemmte dann der Reißverschluß… . Die flachen 8km nach Les Houches waren gut zum eingrooven, aber lumpen ließ ich mich auch nicht und drückte schon ein wenig auf´s Tempo. Nun die ersten 800Hm Anstieg zum “ Le Delivery“ (le Delevert) . Strecke: Schotter,Asphalt, nun ja, Stimmung Bombe.

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Auch meine Laune nahm Fahrt auf und es machte Bock.  4687533846917500 46976999Die ersten 14 km / 840 HM in 1.43 Std. Schon etwas zu zügig, für das was noch ansteht. Dann nach einem Skipistendownhill Ankunft in Saint-Gervais bei der Halbmarathonmarke  2.29 Std. Etwas freigelaufen, was hier eher heißt,  sein Renntempo gefunden zu haben, wenn auch noch etwas zu schnell. Aber was soll`s -nix technisches, einfach Rennstrecke. Im Ort wieder Bombenlaune trotz Sauwetter. Die nächsten 10km/600 HM nach Le Kontamination Mojito (Les Contamines Montijoie)  zogen sich irgendwie. Es wurde zapfiger, was der Uhrzeit geschuldet war. Die HiraBira,Strinlampe, freilich längst in Betrieb.

VP Kontamination:

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Bis dato war ich guter Dinge. Trotzdem wirkte immer noch alles surreal. Eher wie im Film, als wie wenn man selber tatsächlich mitten drin steckt.

Überhaupt verhält es sich mit der ersten Nacht so, obwohl man ja da noch „frisch“ist,  dass ich hier ordentliche Lücken habe. Eine Waschmittelwerbung hatte es mal als „Lochfraß“ bezeichnet.

Diese Vp sollte eine Zäsur im Rennverlauf sein. So meldete sich kurz vorher mein rechter Unterschenkel mit einem Zwicker. Ich war etwas überrascht.“Äh was soll das“? Befand ich mich in bisher zurückgelegten Distanz im Trainingsrundenmodus. Selbst die Trails waren nicht sonderlich fordernd. So schenkte ich dieser Angelegenheit zunächst keine Beachtung.Ich graste das Buffet ab und setzte mich kurz. Die Kälte kroch zügig in die Glieder und es war wieder Zeit weiterzuziehen. UUUnnd los. BSSStTT. Was war das? Wer hatte da meinen Unterschenkel getasert- Echt jetzt? Km 31.  Mit sowas hab ich ab Kilometer 100 gerechnet.  Ich trabte los, wird sich schon lösen der Schmarrn. Ne, tat es nicht. Super, 140 km Troublemanagement. Prost Mahlzeit. Also erstmal Handlungsbedarf. Tempo rausnehmen. Etwas besser. Ich rätselte vor mich hin. Wahrscheinlich ein Potpourri aus allem. Die gestrigen französischen Biere in Kombination mit der Kälte, da kann der Muskel schon mal bockig sein. Die so schön geplanten umfangreicheren Long Runs, die nicht durchgeführten wurden, die 2,5 Wochen saubere Erkältung vorher. 140 Kilometer aus der Impro-KasperlKopfkiste bestreiten,weil das Menschenfleisch bröselt, Oh man. Der Regen hatte endlich aufgehört und der Himmel klarte auf. Mäßiger aber langer (ca. 14km) Anstieg zum Col du Bonhomme. Ich lief wie auf Eiern. Mein Battelmodus wich dem Safteyfirstmodus. Wenn der Schenkel zu macht ist Feierabend. Die Nacht überstehen, dann sehen wir weiter. Auch von der Waldautobahn war ich langsam genervt. Ein wenig mehr technisches wäre schon kurzweiliger.  Und schon während ich zu diesem gedanklichen Grant ansetzte, befand ich mich in der Luft. Der Utmb streckte eine wurzlige Fingerkuppe aus seinem planiertem Flachtrail und da flog ich. Flaaatsch. Etwas geschockt sammelte ich meine sieben Sachen wieder ein. Was denn heute los?!? Alles heil, Ja, Uff! Ich kramte meine Mp3 Player raus und aktivierte meinen „Immer wenn Du meinst es geht nicht mehr-Mix“.Es half. Die nächsten Stunden fehlen. Ich war im Tunnel, aus dem ich bei einer Verpflegung, es müsste Les Chapieux (km 51 um 02:08 Uhr gewesen sein)  herausgeholt wurde. Ausrüstungskontrolle. Aha,warum auch nicht?  Handy, Rettungsdecke, zweite Lampe. Bei Discofeeling mit Dj und allem PiPaPo kramte ich alles raus und wieder rein. Halb so schlimm. Und weiter. Die letzten drei Anstiege vor Courmayeur standen an. Italien. Mein Unterschenkel hielt immerhin halbwegs konstant seinen Zustand.

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Irgendwann nach Lac Combal ( KM 66 um 05:08 Uhr) dämmerte es endlich. Egal im welchem Zustand, Tagesanbruch in diesen Gefilden ist immer unglaublich. Nachdem der Arete Du Mont-Favre bewältigt war, gings endlich jetzt überraschend steil, technisch, staubig  (hier hatte es wohl keinen Tropfen geregnet) downhillig ins lang ersehnte Courmayeur. Das schmeckte meinen Schenkel gar nicht. Am Col Cherouit, der letzten Vp davor machte sich gerade eine Countryband Startklar. Die Sonne schien inzwischen und zwar genau hierher. Nach dieser Nacht ein Platz zum versumpfen. HMM. Es half nix. Ins HQ und Bestandsaufnahme.

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7.59 Uhr Courmayeur. Da wollt ich schon etwas früher ankommen. Aber mein Fahrplan war inzwischen eh für die Tonne.  Entgegen meines eigentlichen Wunschdenkens, hier den Umständen entsprechend frisch anzukommen, nur kurz durchzuhuschen und dadurch ordentlich Plätze gutzumachen, gestaltete sich die Situation anders. Ich hatte die Schnauze gestrichen voll und der Schenkel war dicht. Zwei Optionen.

Option I –  Jetzt aussteigen, da hat man wenigstens noch was vom Tag, „Truxton“ zum Beispiel.

Option II-  Hardreset. Physio aufsuchen (auch wenn mir sowas eigentlich zuwider ist) und schauen was die zaubern können und dann schau ma mal.

Option II : Nachdem ich mein Drop Bag hatte, ließ ich das Essen aus, Hunger war jetzt nicht wirklich mein Problem und steuerte die hinteren Räume der mir vom TDG vertrauten Halle. Hier waren die Massageliegen versteckt. Lediglich eine war besetzt.  Ich fragte, ob es Ok wäre. Zwei Mädels nahmen sich meiner an und gaben ihr Bestes.  Nach ca 20 Minuten entließen Sie mich wieder und es war… OK. Weitermachen.Hirn in die Tonne, laufen! Etwas Kampfgeist kehrte während der Masssge zurück. Wenigstens die mir bekannten NONSTOP Kilometer sollten vollgemacht werden. Heisst die 121 mit guten 7500 HM, die Zahlen des Südtirol Ultras. Dann sehen wir weiter.  Ich wechselte noch die Klamotten. „Kurz“ aufs Klo. Etwas Frühstück. Ein neuer Tag fängt an. Angriff. Courmayeur out: 8:57 Uhr, also eine Stunde fürs weitermachen statt Ausstieg. Das kostet es halt.

Der Wadenmuskel war zwar offen, aber natürlich nicht alles wie neu. Das Anlaufen fiel schon mal leichter. Der nächste 5km/800Hm Anstieg zum Refuge Bertone stand an.  Richtige Wanderpfade. Die Wegestruktur hatte sich seit dem letzten Downhill gewandelt. Es wurde technischer.

Ich kam langsam wieder auf Betriebstemperatur und in einer kleinen Gruppe arbeiteten wir uns hoch. Es windete etwas und trotz Sonne und bereits später Vormittag (10:23Uhr) wars etwas zugig. Hätt ich mal meine lange Hose angelassen. Nun ja. Die nächsten welligen Kilometer bis Bonatti machten mir Freude, da ich gegnwärtig nicht ganz so transzendent zerschossen unterwegs war wie seinerzeit beim TDG und tatsächlich mehrere Fazetten der Umgebung mitbekommen habe. 7 km später Bonatti, ach ja, da kotzte ich damals aus Hustenreizgründen die Cola auf den Boden, und war bedient. Und heute? Schlecht einzuordnen. Immerhin kein Hustenreiz.

Bonatti:20180901_120418Der Unterschenkel hielt, dafür öffneten sich andere Baustellen und dies sollte bis zum Schluß so bleiben. Nach einem Verpflegungsstop neue Zimperlein, die zum Teil wieder verschwanden, wie sie gekommen sind. Lediglich Querelen mit meinem Oberschenkelanzieher stiegen schon seit längeren nicht mehr ignorierbar kontinuierlich. Ich werd`alt.   11:57 Uhr. Nach einer zwei Becher Suppe zu Mittag, gings weiter downhillig  nach „Atzenhausen“ (Arnouvaz Km 95).

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Die erste VP bei der auf einen Aussteigerbus hingewiesen wurde. „Bitte hier entlang“ -Und führe mich nicht in Versuchung! Es stand der Anstieg zum „Col de Verreck“ (Col de Ferrret) an. 469714574697145846971459

Der Wind pfiff inzwischen ordentlich. Ohne Schonfrist ging`s sofort steil aufwärts. Irgendwie bin ich da hochgekommen Der Berg hatte ordentlich Körner gekostet und er setzte noch einen drauf. Inzwischen lief das meterologische Gebläse auf Volllast, und zwar kalt. In der Nacht hatte ich trotz Frische mit meinen Halbhandschuhen keine Probleme. Am „Verreck“  plötzlich, innerhalb von nicht mal einer Minute, wurden meine Finger weiß,orange, dunkel. Kein Gespür mehr.Das hatte ich so noch nicht erlebt. Zackiger Handlungsbedarf. Handschuhe,schnääll! Und endlich auch schnell runter vom Berg, wenn`s ginge, denn meine Lauffähigkeiten konnte ich erstmal ad acta legen. Umso länger dauerte das auftauen. Alles nicht schön. Nach knapp sieben brutalen Körperkampfkilometer war ich in der nächsten VP -La Fouly. Mal wieder restlos bedient. In der Zwischenzeit hatte mich eine WhatstApp von Tom erreicht.

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Ich war verzweifelt, dass ich ihn verpasse. Ein paar gute Worte von einem Vertrauten. würden gut tun. Attacke in der Hoffnung ihn anzutreffen. 16.54Uhr out. Ich riss mich zusammen laufen, gehen,laufen… Es zog sich. Bei den Läufern machten in der Zwischenzeit Spekulationen die Runde, wie wohl die „garstigen Drei“ , die letzten drei Berge der verbliebenen 50km sein würden. Seehhr hart war die Quintessenz bzw. meine davon : Es kommt wie`s kommt.

Endlich,Schampus (Champex Lac) IN 19:30. Die letzte große Verpflegung vorm erweiterten Endspurt. Nach kurzer Tomsuche mal das Handy rausgeholt. Wie man oben liest hatte er umdisponiert. Das hatte mich erstmal gebrochen. Das mentale Pflichtprogramm war grob absolviert: Kilometer 124 bei knapp 7000HM. Ofen aus, kurzum. Für`s  Weitermachen musste ich tiiiieeef in der Motivationskiste wühlen. Langsam wurde ich auch richtig müde. Na sowas. Nach der Entscheidung erstmal weiterzumachen bzw. wenigstens nach Trient zu laufen, da sollte ja Tom sein, entschied mich für 10-15 Minuten Powernap in einem Schlafzelt, was heißt,es lagen Matratzen und Decken da. Fertig. Die Zeit verging im Fluge. Schon etwas verpeilt nach dem Aufstehen. Dann,zurück im Essenszelt unterstütze mich netterweise ein Supporter eines anderen Athleten, der gerade Zeit hatte, da der schlief. Hammer war das. Essen, Schmierungen, Umziehen (Meiner kurzen Hose hatte ich mich in weiser Voraussicht wieder entledigt) all sowas.-Nach guten 50 Minuten Reparaturprogramm legte ich wieder los in die zweite Folgenacht, vor der ich einen heiden Respekt hatte. Meine Uhr sprach von Zielzeiten jenseits der 40 Std

Schampus out: 20:23

Bevor es mit dem ersten Anstieg der garstigen Drei losging, war noch 5km eingrooven möglich. Ich zog mit zwei jungen Bulgaren und einem Engländer los. „Pavel und Povel“ hatten gute Laune und meinten, ob ich auch so masochistische Veranlangungen hätte wie sie. Ich meinte bloß, dass ich wie sie hier dabei wäre. Das hatte genügt. Trotz Beinhebeprobleme aufgrund meines rechten Oberschenkels, wechselte ich in den Laufschritt. Der Engländer zog mit und schweigend pushten wir uns bis zum Anstiegsbeginn.

Für meine mentalen Streckenverwünschungen in Sachen Waldautobahn auf der ersten Hälfte bekam ich jetzt die Quittung und zwar bei allen drei Bergen, die geländetechnisch ziemlich gleich sind. Bocksteil, verwurzelt, steinig, rutschig vom anderen Stern, bergan wie bergab.. Die Spekuationen wurden Realität. Hinzu kam, dass sich der Powernap zwar körperlich etwas positiv auswirkte, aber nicht für den Kopf. Da waren sie wieder, die Blip und Blops. Klapperschlangen,Zwerge und Elefantenköpfe auf dem Weg.  Zur Wegbeschaffenheit eine Abwechslung, da mir diese Umstände vom TOR bereits bekannt waren und ich diesmal gut damit umgehen konnte.

Trient (Km 141/8050HM – 00:17Uhr)  Wo ist er? TOOOM! Hatte er mir den Mund mit der Partystimmung in dieser Lokaltität wässrig gemacht.  Uhrzeit passte auch, so gegen 0 Uhr sollte ich da sein.IMG-20180903-WA0008IMG-20180902-WA0000

Wieder etwas Suche,wo steckt der, Erkundigungen eingholt, Whats App: Akku war leer.Bin jetzt zurück- Sehen uns morgen beim Zieleinlauf.  Bumm. So kann man mich auch voran bringen. Beschlossen war`s, das Ding zu Ende zu bringen, solange ich zumindest noch „laufen“ kann.  Weiter.

Garstig II: ging ich fokussiert/rhytmisch an und legte mir ein Mantra zurecht. „Dippi Dappi“ . Große Formeln zur Klimaerwärmung überlget man da nicht mehr. Es funktionierte so gut, dass ich eine Gruppe nach oben zog. Bitte gerne. Am Gipfel war ein kleines Team, dessen Cola ich gerne in Anspruch nahm .Runter wieder hart, bis aufs Blut.

Vallorcine (152km 3:56Uhr) Meine Muskulatur brökelte und bröselte nur so dahin. „Bloß“ noch Garstig III bei dem es eine Streckenänderung gab. Sebastian, ein Deutscher Mehrfachstarter beim UTMB mit dem ich seit der Nacht in den Verpflegungen nette Kurzmotivationsgespräche führen konnte (er war kurz vorm Aufbruch und ich kam grad rein) kannte die Ausweichstrecke des garstigen Dritten. Fordernd sollte es werden. Ich hatte absolut keinen Bock mehr und zweifelte immens. Aber der Blick in manche Gesichter meiner, inzwischen eher Leidensgenossen war so geprägt von Entschlossenheit das Monster zu besiegen, dass ich mich fast schämte die Möglichkeit eines Ausstiegs, wiederholt, überhaupt in Erwägung zu ziehen.  Im Zelt war eine gute ausgelassene Stimmung, aber dennoch hatte es was , von einem Clubbesuch, kurz bevor das Licht angeschaltet wird. Zeit heim zu gehen. Und wieder hinaus in die Nacht.

Garstig III : Das Angehumple war ein Trauerspiel. Alle Register mussten gezogen werden. Musik! Jetzt fuhr ich diesselbe Taktik wie meine Kollegen vorher. Ich hing mich an ein Dreiergespann jüngeren Jahrgangs, die über Heavy Metal diskutierten, dran und stiefelte hinterher.  Nach geraumer Zeit, es ging wieder bergab, war ich der Meinung das Ende des Anstieg durch Wurzelwerk, mordorähnlich, wäre erreicht und es ginge endlich nach Chamonix. Natürlich Fehlanzeige. Die Wunschdenkfalle hatte zugeschlagen. In diesem Zustand war ich ein leichtes Opfer. Umso schlimmer dann die Realität. Nach einer gefühlt ewigen Querung, ging es nochmal eine sinnlose Skipiste nach oben bis zum La Flegere. Ich schimpfte und fluchte nur noch.

Der Einlaufvideo „LA Flegere“ spiegelt meine Befindlichkeiten zu diesem Zeitpunkt gut wieder:

https://utmbmontblanc.com/de/live/runner/1176

Unter diesem Linkn sind alle Daten beieinand`

Das Einzige was meine Fluchtiraden stoppte war der noch bombastischere Sonnenaufgang, als am Tag zuvor. Kurzer Aufenthalt im Zelt mit Cola und Kaffe. Attacke zum letzten 8km Abstieg nach Chamonix. Mein rechtes Bein konnte kaum mehr gehoben werden. Egal, irgendwie kam ich runter. Da stand er , am Waldausgang. TTOOM! Zeit wird`s  :-)!!! Eine Riesen Freude.   Die restliche Strecke durch Chamonix wieder wie im Film. Ich rannte, ging, rannte. Dann mal Zielkanal, UFF :

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Er hat`s mir nicht leicht gemacht, der UTMB. Von allen Zielsetzungen, die ja schon bald in Rauch aufgingen,  blieb letztendlich das Finish (immerhin im guten ersten Drittel) und das war ein dickes Brett und eine lehrreiche Lektion!

Grüße an Alle die ich getroffen habe und zufällig hier drüber stolpern.

Dank an meine Familie, freilich eine riesigen Schmatzer an Tom und Merci Euch Lesern. Auch Ihr habt es jetzt geschafft.

Gehabt Euch Wohl. Bis zum Nächsten Mal. PROST und Rock n Roll

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Ironman France 2018

Ein paar Tage sind nun schon wieder rum seit dem Finish meiner 7ten Langdistanz und alle körperlichen Funktionen sind inzwischen wieder hergestellt. Bzw. sonderlich eingeschänkt, zumindest was den Bewegungsablauf ( außer unmittelbar danach) anging, war ich eh nicht. Lediglich, wie immer nach einem „etwas längeren“ Wettkampf dauerts bis die psychische Komponente wieder halbwegs reibungslos funktioniert. Man ist quasi etwas langsam im Kopf. Also eine Ventrikelklappe würde ich jetzt nicht verpflanzen wollen. Aber auch das ist überstanden (-und auch jetzt möchte ich keine Ventrikelklappe verpflanzen)

Ja, Finish, heisst ich hab sie im Sack,die Langdistanz und erfolgreich beendet, was ja das Primärziel war. Nun, wie  war`s? Hier, wie immer erstmal die nackten Daten mit Splits:

 

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Vorgeplänkel/Anreise/Logistik:

Dass es mit dem Auto schon eine Weile dauern würde war Dank modernen Reiseplanungstools ja schon vorhersehbar, aber es hat sich zum Schluss doch gezogen. Gute 10 Std. ,da war vom Freitag nicht mehr viel über. Das Briefing,Startnummernabholung, die „Pastaparty“, die wir mit der Brechstange zwar nicht pünktlich, aber gut verspätet noch hinbekommen hätten, uns dann dazu aber doch die Lust gefehlt hatte, war alles Sense. Froh unser Hotel gefunden, so wie das Auto dort sicher untergebracht zu haben, haben wir`s vorgezogen, noch etwas an der Promenade und durch ein paar Tourigässchen zu flanieren. Bei einem Imbiss gab`s schließlich als Abendessen ein 5 € Dosenbier mit einem 8€ Cordon Bleu Sandwich. Trotzdem schon schön hier in Nizza.

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Nach zwei weiteren Sundownern (immerhin in einem Krimskrams Laden das Dosenbier um 1,50€ billiger) am Meer und dem 5km Rückmarsch zum Hotel war um 2.00 Uhr Schicht. Genug für einen Tag.

Der Preracetag ist für den Athleten, also in diesem Fall für mich, immer vollgepfropft mit Logistikkäse. Abholung der Startunterlagen, mental nochmal alles Durchgehen (Strecken/Regelment…),  Equipmentsortierung und dann nachmittags das dazugehörige CheckIn Gedöns. Tom, mein Begleiter, machte sich verständlicher Weise derweilen am Strand locker. Da wollte ich ebenso zügig hinzustoßen, um wenigstens vorm Start überhaupt mal eine Runde im „Neo“ gedreht zu haben.. Straff, aber alles hatte soweit geklappt.

Passt noch. Uff!! 🙂

Der Tag zog zackig dahin. Am Abend wohl oder übel doch noch in ein Restaurant (Augen zu und durch) um wenigstens vorm Wettkampf  was anständiges gegessen zu haben. Nach den obligatortischen zwei Sundownern am Strand gab`s im Hotel  noch ein Problem zu lösen. Wie kommen wir am morgen zum Start? Die 5km dorthin zu laufen waren für mich keine Option, da ich die Strecke ja noch mehrmals machen sollte. Der Aussage der Rezeptionistin , um 5.00Uhr geht der erste Bus und hält dann dort, standen 1000 Hinweise an Bushaltestellen mit dem Hinweis “ Nix geht, alles gesperrt“ irgendwie dagegen. Ich fragte nochmal beim zunächst etwas mürrisch, dann aber überaus freundlichen Nachtschichtler nach. Er war sich sicher, „der Bus fährt wie jedes Jahr hinterm Haus los“. Ok-Uhrzeit?! Ja, Sonntag, der erste fährt um 6.30Uhr . Hmm ,das ist schlecht, sollte ich da bereits ins Meer hüpfen. Alternativen? Taxi für min. 50€. Ne , echt nicht. Die Leihräder, die an der Promenade überall verfügbar waren wären gut gewesen, aber das Anmelde/Registrierungsklimbim für lediglich zwei Tage , war uns zu doof. Selber fahren? Wo parken; alles gesperrt-wollte Tom (verständlicherweise) nicht. Die Rettung war der Spezl des Nachtschichtleiters, der könnte uns nach Feierabend, bitte pünktlich, um 5.00 Uhr mitnehmen. Als dieser dann zufällig zu unserer Frühstückszeit um 4.00 Uhr am Rezeptionstresen stand, und der Nachtschichtleiter ihn ,nach meiner Frage, ob alles passt, von seinen zusätzlichen Passagieren in Kenntnis setzte, war Begeisterung anders. Nach etwas Geflehe und Bittstellerei hatte er sich erweichen lassen und wo wir rumgegurkt sind (Autobahn…) waren wir froh mit einem ortskundigen unterwegs zu sein. Ein Hammertyp!

RACEDAY:

3.45Uhr Wecker.  Erstmal Nutellacrossaints und Kaffee. Dann zurück ins Zimmer, Renndress und den entsprechenden Körperschmuck angelegt

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Nach der o.g. Fahrt waren wir mit 5.30 Uhr eigentlich bis zum Start um 6.30Uhr gut in der Zeit, wie ich dachte. Bis ich dann im Bikepark vor meinem Gefährt stand vergingen noch 10 Minuten.

Plötzlich eine Durchsage, die Wechselzone schließt um 6.00 Uhr- mit gefühlt sekündlichen Countdown. Ja, ja, bloß keinen Stress verbreiten wollen.Grrmpf. Das wollte ich vermeiden.Nun denn, Flaschen befüllen, Reifen aufpumpen,Gels fixiern, Schuhe justieren, Neo anziehen,Beutel abgeben. Alles innerhalb 10 Minuten vorbereitet. Pfft- Werd/muss scho passen.

Tom noch meine Pumpe in die Hand gedrückt und mit einem kurzen „Bis gleich“ verabschiedet und flotti ab zum Ufer. Noch schnell ins Wasser (auch da nur noch 1 Minute), trotzdem den Puls etwas hochjagen. Ein früheres Problem war nämlich eine spontane, kurz nach Start auftretende Schnappatmungspanikattacke, wahrscheinlich nicht zuletzt wegen meines Kompressionsoberteils, welches ich jetzt unter dem Neo offen ließ. Beim gestrigen Test war alles OK und auch jetzt sollte dies heute nicht zum Problem werden. Schnell beim Schild meiner geplanten Zielzeit 1.08 Std, gemäß Rolling Start Procedere (es wird sich nach geplanten Zielzeit eingereiht)  , einsortiert. Jetzt kann´s los gehen. Hier ein Video,der das Vorgedöns mit Schwimmen und sogar mich bei Sekunde 17 gut eingefangen hat.

 

Schwimmen: Zielvorgabe (wie im Training alles zwischen 1.05 -1.10 Std) Starttschuss. Bämm

Der Rolling Start hat die übliche „Waschmaschine“ gut entschärft, muss ich sagen. Zwar geht`s nicht ganz ohne Gemetzel, war klar, aber OK. Gut war ich drauf und konnte sogar überholen. Auch ich wurde überholt. Dann und wann einer, der meint er müsse mir auf die Füsse schlagen, aber alles im Rahmen. Jediglich bei Wendepunkten wurd`s etwas hektischer, enger und rabiater. Nimm das!

Die erste, längere der beiden Runden ohne Landgang kam ich gut durch.  Dann bei der Querung in die zweite Runde kam irgendwie Strömung. Generell fand ich das Meer hier im Vergleich zu Lanzarote etwas „lebhafter“.  Ich hatte das Gefühl schräg zu schwimmen und überhaupt nicht mehr voran zu kommen. Außerdem war`s verdächtig ruhig um mich rum geworden. Auf einmal vernahm ich Pfiffe und ein paar Meter vor mir fuchtelte einer aufgescheucht in seinem Kajak rum. Doch mal schaun. OHH ja . Zurück ins Glied. Das waren die 200 Meter/4 Minuten extra auf die 1.11 STd . Sonst hätts gut gepasst. Egal. Wechsel:

AAADRAIN! Screenshot_2018-07-18 IRONMAN France 2018

Ab zum Radl. Schon ne kleine Strecke bis dahin. Wie war das nochmal , Beutel, Neo runter… Ahh. Geht schon. Etwas Stau beim rausschieben. Wir haben doch keine Zeit. Aber eigentlich schon. ( 5 Minuten für die Zone OK)

Radfahren: Zielvorgabe (Gesund und munter ins Ziel und so 6:15 Std)

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Tom leider nicht gesichtet. Da war ich nun, auf der Radstrecke des Nizzakurses. Was hab ich alles gelesen und Youtube Videos geschaut? Auf den ersten 15-20km fragte ich mich allerdings schon, was das ganze Bromborium sollte. So toll ist`s jetzt auch wieder nicht.  Ein paar Grüppchen zogen vorbei.Ging`s schon los, das Gelutsche. Bis es schließlich scharf links einen steilen Stich hochging. Aber hallo. Der eigentliche Beginn. Nun was kam?

Es kann gesagt werden, die Strecke braucht sich hinter keinem Bergradmarathon (Alpenbrevet/Ötztaler…) verstecken .Schönste Landschaften ( Wasserfälle, Wahnsinns Panoramen), wechselten sich mit der Duchfahrt in alten Dörfchen ab, in denen die Bewohner die Athleten herzlichst begrüßten und anfeuerten.

Zum Niveau sei nur gesagt,krass,wow, nix für Anfänger. Auch heute noch bin ich am rätseln, ob das Rennrad mit Auflieger nicht die bessere Wahl gewesen wäre.  Die Anstiege waren zwar trotz Zeitfahrrad gut tretbar, und der Zeitfahrradvorteil hatte sicher auch seine Momente, aber bei den Abfahrten hätte ich mir dann und wann schon was wendigeres gewünscht. Was da andererseits Kollegen (auch mit Zeitfahrrad) abgezogen haben, vor allem bei den Abfahrten, fand ich grenzwertig. Zugegebenermaßen groß an meinen Radskills hab die letzten Jahre nicht gearbeitet und die Routine machts, dass weiß ich auch. Ebenso die Erinnerung an einem Crash vor ein paar Jahren in Sizilien im Trainingslager, bei dem ich mit meinem Zeitradl in einer Serpentinenabfahrt in die Wand geklatscht bin fuhr mit. Trotzdem würd ich mich jetzt nicht als totale Abfahrtspussie sehen. Auffällig oft fuhr auch der Sanitäter,aber auch die Penalty Boxen waren gut ausgebucht. Nun, da hörts halt für mich auf und ich bin auf „Sicherheit“ gefahren. Hat mich sicher 15 Minuten gekostet,dafür war ich ohne Panne oder ähnlichen Blessuren im Ziel. Sonstiges: Bei Kilometer 90 machte mein unterer Rücken wieder Faxen, was sich bei Kilometer 120 wieder erledigt hatte. Bei Kilometer 150 fing die Schaltung an zu spinnen,. Dass die Kette und das hintere Ritzelpaket durch sind wusste ich, aber für`s Rennen sollte es noch reichen, so die Werkstatt… und hat es auch.

Ein weiterer Vorteil des Streckenprofils: es wird zwangsweise anständig gefahren.  Zumindest bis zum Ende der Berge. Dann geht`s die 15-20km wieder „flach“ zurück. Und da waren sie wieder, die Grüppchen. Ich hab mich da rausgehalten. Jeder wie er will.  6.26 Std vollkommen legitim. Erstmal aufs Klo (erklärt die 8 Minuten Wecheselzeit)

So sah`s bei mir nicht aus (Tom hatte das Vergnügen 🙂 )

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Laufen:

Es war den Tag über brütend heiß (der heißeste Tag unseres Aufenthalts) und eigentlich ist es genau meine Sache. Trotzdem war meine Birne komplett zu Matsche gekocht und irgendwie hatte ich etwas Kreislauf, weshalb ich die Sache erstmal ruhig angehen lassen wollte. Aber sonst war ich gut drauf. Zielpace unter 5:00 min.

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Erste Runde. Tom in Sicht, der eine heiden Freude hatte mich im weiteren Veraluf brüllend als Jean Jacques, die Namen änderten sich laufend,  o.ä. anzufeuern :-))

Das gelang mir erstmal gut. Was ich nicht mehr in der Zeitplanung hatte, waren die Verpflegungsstops, was mir meine Laufpace wieder verhagelete. Aber irgendwann war`s mir Wurscht. Der Marathon wurde so wie bei mir erfahrungsgemäß ein Marathon abläuft (auf einer Langgdistanz). Die ersten 5km in die Gänge kommen. Bis etwas über die Halbmarathonmarke so Kilometer 23 geht`s dahin. Dann so bis Kilometer 34 wirds zäh und hat man seine Momente (Aussteigen, den Marathon gehen, das mentale Battle eben- ein Beispiel: So lief ich mal wieder bei Tom vorbei, der sich über Jacques Sichtung freute und ein paar Meter mitlief. Plötzlich rannte uns ein aufgebrachter Schiedsrichter hinterher, schrie  mehrmals „STOP“… . Ich lief weiter mit dem Gedanken „Das würde mir jetzt gut passen, Ich werd disqualifiziert und Tom ist Schuld 🙂 ! So in der Richtung.

Runde 2 (erkennbar an den Bändchen) schon etwas grantiger.

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Ab Kilometer 33 gehts dann wieder ganz gut und in der Regel kann ich nochmal aufdrehen.  Nun hatte es nachmittags jeden Tag so für eine gute Stunde leicht geregnet und eigentlich freute ich mich auf die zusätzliche Naturdusche. Heute allerdings kübelete es auf einmal los und es hörte auch nicht mehr auf , im Gegenteil es wurde mit der Zeit unangenehm frisch (der kälteste Abschnitt unseres Aufenthalts). Ätzend und vielen Mitstreiter schmeckte das gar nicht. Man wurde quasi abgeschreckt. Aber sooo weit hatte ich nun auch nicht mehr. Ich ließ auf der letzten Runde, bis auf die Verpflegung am Wendepunkt alle aus. An dieser folgte ich noch dem Rat von Jacques Coach und genehmigte mir das erstemal bei einem Wettkampf ein Flügelverleihgetränk. Der 5km Endspurt war nochmals ganz gut, was ich allerdings mit meinem bisher durchgeführten Colaernährungsprogramm ähnlich hinbekommen hätte.

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(Ja, das wars jetzt wieder mit dem Red Bull Sponsorship :-)) ) Dann noch etwas Platzierungskosmetik und schließlich/ endlich Zieleinlauf:

3.32 Std. -15 Minuten schneller wären locker drin gewesen. Aber mei. Halleluja! Gut Tagwerk. “ I`m an Ironman,  wieda a moi!“

Fazit: Nizza kann man machen!!!

Dank wie immer an: meine Familie, Oma , freilich Tom für alles  (der nächste Trip steht vor der Haustür) , an mich, weil ich so eine harte Sau bin 😉 und freilich Euch für die Aufmerksamkeit, wie auch denen die am Wettkampftag reingeklickt haben!

Photos: Tom oder selber oder Finisherpix (steht da ja fett drauf)

Vorausschau: Next Stop : Paar anständige berichtenswerte Bergründchen im Zuge meines Trainings für meinen diesjährigen Hauptwettkampf dem UTMB.

Bis demnächst

Langsam geht der Stift!

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So dala! Doch noch eine Bestandsmeldung, bevor es in nicht mal mehr zwei Wochen zum Ironman France geht. Uff. Bevor ich mich aber explizit der Rennspekulationsvorausschau widme, noch ein paar Worte zum Allgemeinen, was sich so, neben überschaubaren Training, in meinem sportlichen Kosmos getan hat.

Da war zum Beispiel mein erster Formtest beim Chiemgau Trailrun Anfang Mai. Dessen Wettkampfbericht hatte ich mir seiner Zeit geschenkt, da es zahlreiche andere gab und ich bei dieser Menge mit meinem zusätzlichen Senf keinen Mehrwert gesehen hätte. Auch jetzt gibt´s nix den Blogberichten von Kollegen hinzuzufügen.Man kann da im nächsten Jahr guten Gewissens starten und schöner wirds dann zusätzlich noch, wenn der Veranstalter die Mängel, die die Premiere aufzeigte abgestellt bekommt.

 

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Pic by Stefan Goetsch; @stefangoetschl ;@chiemgau_trail_run

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Die Laufform passte und passt, hoffe ich, immer noch (Ich hatte 48km auf dem Tacho, gab da Markierungsschwierigkeiten)

Was noch?

Ferner hatte ich mich das erste und auch das letzte Mal hinreißen lassen, mich in meinem doch schon etwas andauernden Ausdauersportwerdegang um einen „Sponsor“ zu bemühen. Warum? Inzwischen versteh ich`s selber nicht mehr.  Ein paar kostenlose Laufschuhe und ein wenig Ausrüstung wären mal schön gewesen,das hätte ich mir schon mal verdient, so mein naiver Gedanke. Sämtlliche Anbiederei und Selbstdarstellungspipapo  (Video…) bei der Bewerbung, für mich bis zur Kotzgrenze habe ich durchschritten, um schließlich mit dem Wortlaut „für Dich hat`s nicht gerreicht“ abgespeist zu werden. Nun ja, ich hab verstanden. Dann halt nicht als „Trailhero“ zum UTMB.  Stimmt, für mich hat`s ja nicht gerreicht.  IDGAF!!

Und nu`? Triathlon. JA, da hamma den Salat! Inzwischen hab ich meine Anmeldung mehrfach in Frage gestellt und das nicht nur wegen dem ganzen zusätzlichen Nebenbeigezeter( Nochmal 50€ für die Tageslizenz, ein spezifisches Triathlon Attest musste auch noch her ( das für den UTMB wurde nicht aktzeptiert,weil da nicht Triathlon drin steht–ohne Worte))  Vllt. war die Zeit nach der Niederkunft unserer zwei Kids doch noch nicht sooo reif für ein Intermezzo auf der Langdistanz und dann noch Nizza. Die Sichtung eines guten/übersichtlichen YouTube Videos über die Radstrecke, war nun auch nicht wirklich beruhigungsförderlich. Aber schöne Landschaft 🙂 . Einmal bin ich mäßig vorbereitet auf einer LD gestartet und das war wahrlich ein harter Tag. Aber Mimimi hilft auch nicht mehr, jetzt ist`s so wie`s ist. Wie schaut`s also aus?

Schwimmen:  So grob hab ich`s im Durchschnitt immerhin einmal in der Woche ins Becken geschafft. Bei einem 3,8km Test (Test heißt mal die ganze Distanz halbwegs „gemütlich“ zu schwimmen) in einem 50m Becken sprach die Uhr 1:08 Std. Ich war durchaus überrascht, war meine Bestzeit bei einem Ironman 1:05Std und da war der Aufwand durchaus ein anderer, …in meiner Jugend….früher. Das kann man erstmal so stehen lassen, auch wenn ich hinterher ein wenig „müde“ war und die Vorstellung über die restliche Strecke schnell im Hirnschubladen verschwand.

Radfahren: 165km war die längste Radausfahrt. 6:15 Std . In ebenso „gemütlichen“ Tempo. Hauptsächlich ging`s um das Mentale, ob ich überhaupt noch die Nerven habe, solange in die Pedale treten zu wollen. Aber auch das ,zu meiner totalen Überraschung, ging ganz ordentlich. Mit der Zeit in Nizza könnte ich leben.

Laufen: Nun ja. Es wäre gelogen, wenn ich mir da nix „erwarten“ würde. Irgendwas muss ich halbwegs anständig können. Da will ich mich, den Umständen entsprechend, nicht lumpen lassen. Was immer das nach Absolvierung des Vorprogramms heissen mag.

Sicher ist das Hauptziel das Finish. Es dauert, wie`s dauert. Mehr glaub ich, kann ich nicht erwarten- ach so, doch,letzter will ich auch nicht werden. Ferner hoffe ich grundsätzlich, dass mein doch schon etwas älteres Geraffel hält .

So muss eben der Neo noch geflickt und auch mal probegeschwommen werden ,das Radl in Wettkampfmanier ausgeführt und noch zum Check in die Werkstatt gebracht werden, und und und. Immerhin eine neue Schwimmbrille und 2 neue Aufkleber fürs Radl hab ich mir gegönnt. Wann fahr ich? Ah ja nächsten Freitag. DIIIICK Luft!!

Hier http://eu.ironman.com/triathlon/events/emea/ironman/france.aspx  gibt`s sicher ein Livetracking . Meine Startnummer ist die 1868 .  Wer also am 24.06  dann und wann im Biergarten mal reinklicken möchte, bitte gerne, und seid Euch sicher, irgendwie befürchte ich, dass ich in diesem Fall doch lieber bei Euch auf der Bank sitzen würde. Man wird sehen und da gibt`s einen Bericht.

Danke für die Aufmerksamkeit! Rock N`Roll

 

 

 

 

 

 

 

Leider Geil…

Ja, ich tu`mir etwas schwer mit diesem Bericht. Nach 20 Jahren überzeugten Skitourengehen (nach wie vor mit meinen damals angeschafften Völkl Snowwolf , die mich immer noch dahin bringen, wo ich hin will),

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so wie Verfechter bis auf`s Blut von Selbigem, fallen Eingeständisse umso schwerer. Was hab`ich gerne geschimpft über die „Schneeschuhdeppen, die die Spur kaputtmachen“ (was aber wirklich nicht sein muss).“Trendgerätschaft damit ja jeder überall hinkommt“…

Nun ja, jetzt hab` ich es nicht nur selber ausprobiert, das Schneeschuh“gehen“, sondern auch noch solches Gestänge gekauft. Bämm, ja das sitzt. Wie kam`s dazu?! Anfang Januar war ich auf dem Weg zur ersten Skitour.  Leider war es schon bei der Anreise ziemlich zügig erkennbar, dass bei uns allerdings ein wesentlicher Bestandteil, nämlich Schnee, nur sehr übersichtlich vorhanden war. Ziel: Rotwand bzw. die Rotwandreibn, eine meiner Klassiker.

Der Streckenverlauf ist erstmal recht simpel. Zuerst ca 20 Minuten eine Teerstrasse hoch (bei guter Schneelage kann auch angeschnallt,sonst muss getragen werden, so wie es jetzt hier der Fall war) ,dann geht´s ab in den Wald. Dort einem Forstweg (im Winter  Rodelweg) folgend, der dann bei der Skitourenroute nochmal ein Stück durch den richtigen Wald führt und schließlich wieder auf dem Rodelweg landet.  Am letzten Stück, das Rotwandhaus in Sichtweite, geht`s dann linker Hand steil dem Rotwandhang hinauf.  So weit, so gut.

Nun überholte ich an jenem Tag ,schon etwas genervt von der vorherigen Skischlepperei, an besagtem Forstweg einen Wandersmann, der mit normalen Bergschuhen,ohne Problem unterwegs war, im Gepäck Schneeschuhe. Mit meiner Tourenausrüstung war ich gefühlt overdressed, dass hatte ich schon selber gemerkt. Schließlich, an besagtem Rotwandhang angekommen, der gerne verharscht, vereist u.s.w. ist und auch war, nahm das Elend seinen Lauf.  Ein Weggerutschte und eine Schinderei sondersgleichen. Inzwischen sah ich auch den Wandersmann am Hangstart seine Schuhe anlegen und nach einiger Zeit stapfte er geradeaus,nix mit Spitzkehren Bromborium Richtung Gipfel, mit etwas Fragezeichen im Gesicht, was ich denn da veranstalte, an mir vorbei. In the Face ! Das letzte Stück schnallte ich dann noch die Ski ab. Das Bashing war perfekt.  Meine Lust auf den weiteren Tourverlauf, der auch vom Gipfel gut überblickbar ist, unter diesen Bedingungen (auch die Lawinenwarnstufe war zwar auf 2 aber die Tage zuvor auf 4, also gefühlt nicht entspannt) war gen Null und hab dann abgebrochen. Ab nach Hause, Wunden lecken.

Ich grübelte und grummelte.Es geht ja eh noch bis weit nach Ostern so dahin.Und da is ja immer zuviel Schnee zum Laufen, zu wenig für Ski. -Ich brauch solche Schuhe, punktum. Angebotsschnapper 50 % Zack und da waren sie:

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Drei Wochen später endlich der Testlauf:  Zunächst (es war am Ende die gesamte Reibn`) dieselbe Strecke bei ähnlichen Bedingungen (etwas mehr Schnee). Vorab hatte ich hinsichtlich der Schneetreter Bedenken mit meiner üblichen Berglaufwinterkombi „Trailschuhen + wasserdichte Socken“ aufzubrechen, da in der Anleitung stand „stabiles Schuhwerk“. Ich hatte es trotzdem versucht und kurzum , ja, es geht, sogar ohne größere Probleme. Die „Bindung“ muss allerdings nicht Larifari, sondern wirklich der Anleitung entsprechend, anständig geschnürt werden.(Also nicht „Ah ,passt schon“, so wie ich es oft mache-hatte es erst selber nicht geglaubt 🙂 )

Die Teerstrasse,den Rodelweg bis zum Rotwandhang mit Trailschuhen. Bergexpress. Dann die Pistenbullis angelegt. Attacke, den Hang hoch. Sie mögen es straight und walzen alles nieder. Vorher bin ich selbstverständlich,auch schon mit den normalen Schuhen so weit wie möglich neben der Skispur gegangen, oder habe dann selber gespurt. Grundsätzlich ist die Spurarbeit mit den Panzern kein Problem, aber anstrengend. Ein paar Tourengehern erging es diesmal am Rotwandhang ähnlich, wie mir beim letzten Mal. Nach einem kurzen Gipfelstop nun bergab. Da ist die Skivariante durchaus bequemer. Es muss eben gelaufen werden. Wirklich langsamer als die Skifahrer war ich trotzdem nicht. Lediglich bei Querungen ist die Fußhaltung unangenehm. Wer hier Tips hat, gerne her damit. Beim weiteren Verlauf  der Reibn`mit Ski muss oft auf und abgefellt werden. Ein Durchmarsch mit den Panzern. Lediglich bei einem Abfahrtshang wären Ski aus Powdergründen schon schön gewesen. Aber man kann nicht alles haben. Es walzte dahin. Am Ende der Tour steht eine Talabfahrt auf der ehemaligen Skipiste vom Taubenstein hinunter zum Parkplatz. Ich hab mit den Schuhen ca 20 Minuten gebraucht. Nicht wirklich länger als mit Ski. In ca 3:30Std war ich mit der Tour durch und ich hab nicht mal geballert.

Fazit: Keine Ausreden mehr in Sachen „Mimimi es liegt Schnee in den Bergen, kann nicht…..mimimi“. Sie sind schnell an- und ausgezogen, wiegen nicht die Welt und es eröffnet einem ein unkomplizierter Zugang zu den höheren, schneebedeckten Lagen. In Sachen Trainingseffizienz bzw. Anstrengnungslevel legen Schneeschuhe noch eine Schippe drauf. Lediglich bei Schräglage des Fusses,  ist`s , wie erwähnt, etwas unangenehm, aber mei`! (Wie gesagt, wer hier einen Tip hat ,her damit!).

Ich kann`s nur empfehlen wenigstens mal auszuprobieren. Ein Stern Abzug gibt es, da es ein totales Prollgerät ist. Nix mit Bergsteigerästhetik und ausgefeilter Spitzkehrentechnik.Es wird alles niedergeplättet, weshalb ich hier wirklich darauf bestehe: Wer sich dieser Fatbikes unter den Wanderuntensilien bedient, darf sich auch seine eigene Spur suchen, und nicht die der Skitourengeher! Der Preis ist Schweiss, ohne Gnade 🙂

Mit Ski werde ich freilich weiter bevorzugt gehen. Ist aber Zeit- oder Schneemangel, werd`ich wohl zu den Platten greifen. Ach ja, und das Snowboarden werd`ich trotzdem nicht probieren. Irgendwo reicht`s dann 😉 !

In diesem Sinne schöne Frühjahrstouren:

Bis in Bälde, Danke für die Aufmerksamkeit – Rock n` Roll

 

Einmal die Karten neu bitte -2018

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Ein gutes NEUES!!!!

Ist ja zugegebenermaßen schon ein paar Tage alt, das Jahr, aber in Blick auf mein übliches Planungsprocedere wiederum sehr früh, und so freu ich mich, bereits zum jetzigen Zeitpunkt nicht so kopflos wie im letzten Jahr dazustehen und zu wissen wo die Reise hingeht. Bin selbst ganz überrumpelt. Hier also ein kleines Update für 2018, welches sich aus sportlicher/trainingstechnischer Sicht für meine Verhältnisse in kein LariFari  Dümpel Jahr, wie 2017, entwickeln dürfte.

Im Oktober hatte ich in die Vorberichte zum Ironman Hawaii reingezappt und „Squooossh“,  sofort war ich wieder triathletisch angefixt. Die Brut ist jetzt soweit, dass man sich doch mal an dem ein oder anderen Wochenenden auf`s Rad trauen könnte, ohne das unverzüglich (erst etwas später, meist dann, wenn man danach total platt eine  kurze Pause einlegen will) Sodom und Gommorrah losbricht, und halbwegs regelmäßig ins Becken würde figürlich sicher auch nicht schaden, dachte ich so leichtsinniger Weise vor mich hin. Eine Langdistanz, die ich während meiner aktiveren Triathlonzeit auf dem Schirm hatte war gleich gefunden. Eine „üppigere“ sollte es freilich wieder werden, Schwimmen im Meer/ 2000HM auf der Radstrecke und hoffentlich heiß, tatata- der Ironman France/ Nizza.  So wart`es nun aufgesetzet:

A Wettkampf I: Ironman Nizza 24.06.   http://eu.ironman.com/triathlon/events/emea/ironman/france.aspx

Im alltäglichen Leben hab ich seit jeher mit „Fortuna“ tiefste Grabenkämpfe in Sachen, „Was steht mir zu „. Sollte es es aber hier eine für mich zuständige separate Dame aus der Trailabteilung geben, macht diese es mir zwar nicht wirklich leicht, aber dennoch bekomm` ich dann und wann mal eine Chance. So in der Vergangenheit z.Bsp.  bei der „TOR“ Auslosung und nun – Trommelwirbel- der UTMB.  So hatte ich in diesem Jahr zwar den doppelten Quotient, wegen letztjährigen Lospechs, aber ich hätte ernsthaft nicht damit gerechnet, da gelost zu werden. Ferner eher mit einem krasseren Laufjahr,für den garantierten Startplatz 2019, sofern ich den wollte, da ja meine 2016er Punkte verfallen wären. Aber egal. …Ja ,YEESS es hat geklappt. So wart`es nun aufgesetzet:

A Wettkampf II: UTMB- Start an meinem Geburtstag , wenn das nicht geil ist.  http://www.utmbmontblanc.com/de

Der dritte bestätigte/angemeldete Termin kam etwas spontan und wird aller Wahrscheinlichkeit nach aus dem Training raus gemacht, deshalb eher Kategorie B. Trotzdem dürfte bzw. müsste ich da hoffentlich in der Zwischenzeit in gutem Saft stehen und es kann gut sein, dass dort die Creme de la Creme der Oberbayerischen Trailrunner am Start sein wird, weshalb ich mich da nicht Lumpen lassen werde und ich mich auf ein Battle mit den hiesigen Trainingsweltmeistern und „Locals“ auf der 42km Strecke freue.  So wart`es nun aufgesetzet:

B Wettkampf I/Formtest :  05.05.Chiemgau Trailrun Lange Strecke   http://chiemgau-trail-run.de/

Was heißt das jetzt- Hmm?!? Zunächst einmal kanns bei den großen Dingern nur gut werden, da endlich wieder mein Supportspezl von der Partie ist, und das an der Cote D`Azur und im Mont Blanc Gebiet, was will man mehr. Bier in schöner Umgebung schmeckt umso besser.  Für den Ironman habe ich mir freilich schon das Bestmögliche vorgenommen, allerdings ohne das Training wieder zwanghaft der Hawaiiquali zu unterwerfen. – Mut zur Lücke, sag ich mal und einfach Bock auf Triathlon.

Lange hatte ich durchaus mit dem UTMB gehadert. Was war da alles in den letzten Jahren mit Konkurrenz/Veranstalter Bashing seitens des UTMB…, was mich schon angekäst hat. Muss ja nicht sein. Dennoch ist es eben nicht irgendein Lauf. Und wenn man dann doch über Jahre die „nicht ganz einfachen“ Kritierien erfüllt und es letztendlich  dann noch mal mit der Auslosung klappt,warum nicht?! Mit dem IM Nizza im Rücken als Grundlage (hoffentlich erfolgreich gefinisht) wirds mir umso mehr eine Freude sein, dort durchaus auf Angriff zu laufen.

Was dann in der Vorbereitung noch so kommt, ob umfangreicheres auf eigene Faust (wie z.Bsp. der Berliner Höhenweg Express) oder doch ein Wettkampf,der GGUT (Glockner Ultra würde mir noch so vorschweben) ,man wird sehen.  Auf jeden Fall hab ich mir vorgenommen wieder öfters zu schreiben!

In diesem Sinne:

 

Gsund`bleim, A`laaf , Helau, schönen Fasching und Danke für die Aufmerksamkeit!

 

Südtirol Sky Race II – Der Auftrag (an mich selbst)

So, zugegebenermaßen etwas länger als geplant im Entwurfsschubfach aber jetzt komme ich endlich doch noch mit dem versprochenem Bericht um die Ecke. Nicht zuletzt, weil es auch mein Saisonhighlight dieses Jahres war. Erstmal die nackten Finisherdaten:

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Der zweite Auftritt in Folge auf der Hufeisentourbühne, mit hohen Anforderung an mich selber. Was kam raus?  1.15 Std schneller als im letzten Jahr bei leider nahezu gleicher Platzierung. Ich will sicher nicht auf diesem doch recht ordentlichen Niveau,wegen meiner zeitlichen Trainingsmöglichkeiten oder generell über die Zeit bei dieser Strecke jammern, aber etwas mehr hatte ich mir aufgrund des Streckenkenntinssvorteils und des etwas geänderten Trainings am Ende schon gewünscht. Dennoch kamen da neue nicht bekannte Probleme auf mich zu (dazu später mehr),weshalb wie bei jedem Ultra gilt : Im Ziel einzulaufen ist schon „respektabel“ genug. Hinsichtlich meiner Motorikprobleme,die mich seit März begleiteten,  war letztendlich punktgenau zum Start alles soweit OK. Das lag auch zum Ende hin daran, dass ich in den letzten 2 Wochen vor dem Rennen alles auf Erholung gesetzt hatte. Dennoch war ich skeptisch, ob das Gestell so halten würde. Vor allem auf den letzten 7 km Teerrampengeballer. Aber da hatten sich entsprechende Trainingseinheiten (z.Bsp. Zillertaler Höhenstrasse hoch und runter) tatsächlich ausgezahlt.

Der Bericht:

Wie im letzten Jahr Brechstange. Anreise am Starttag.  Abfahrt 10.30 Uhr in München und gerade noch vor der Urlaubskolonne losgekommen. Diesmal hatte ich mein Unterkunft über Airbnb gebucht und so parkte ich nach Ankunft um 13.30 zunächst nahe der Wohnung, um nach Nachfrage meiner  Herbergseigentümerin schon bald mitgeteilt zu bekommen, dass ich da aufgrund des Marktes am Samstag nicht dauerhaft stehenbleiben kann. Ich fuhr wieder zu meinem letztjährigen Parkplatz, der optimal und kostenlos in der Nähe des Zielbereichs liegt und auch nicht wirklich weit von der Wohnung ist. Immer wieder schön in Bozen anzukommen.

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Nach etwas SMS Schreiberei hielt ich schon eine Stunde später meinen Wohnungschlüssel für Samstag in der Hand. Auf zur Unterlagenabholung im Flagshipstore der Firma „Sportler“, was im Vergleich zum letzten Jahr etwas mehr Rennerei bedeutete. Startpaket- alles super.  Die Zeit verann aufgrund der Fußmärsche irgendwie zackig und meine geplante Chilldösstunde auf den Taflerwiesn, die mir doch noch gut getan hätte,  konnte ich mir verreiben, wenn ich um 17.00 Uhr beim Kolpinghotel meine Nudeln haben und um 18.00Uhr beim Briefing sein wollte. Nun denn, zurück zum Auto und alle Vorbereitung (Umziehen, Wechselbeutel packen,Pulsgurt ja,Nein?! Schließlich „Nein“, da er nach 10 Std Renndauer immer wie Seuche zum jucken anfängt…)treffen. Kurz bevor ich los wollte, hatte ich meine Trinkblase befüllt. Plötzlich war der Schiebeverschluss „verschwunden“ .Verhext. Ich durchforstete mehrfach den gesamten Kofferraum und war fast am verzweifeln, als ich sah (und eigentlich auch wusste) dass er fest an der Blase installiert ist. Panik für umsonst. Dies konnte durchaus als Nervositätszeichen gesehen werden und jetzt endlich ab Richtung Kolpinghotel. Nach 800m stellte ich fest, dass ich meine Stecken am Auto vergessen hatte. Oh Mann.  Um 17.20 UHr hatte ich es tatsächlich geschafft. Leckere Nudeln, ohne Ragou diesmal, mein Magen dankte es. Es war verständlich, dass die Veranstalter die Örtlichkeiten gewechselt hatten. Eine gute Kücheninfrastruktur mit genug Sitzplätzen auch für`s  18.00 Uhr Briefing.

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Neben mir nahm plötzlich Dani Jung (letztjähriger und auch diesjähriger Sieger) und sein Stiefelriemen Bill platz, die vor sich hin feixten.  Interessant, interessant 😉  . Um 18.45 Uhr machte ich mich auf den Weg Richtung Start, da ich meine Beutel (einer fürs Ziel und einer fürs „Penser Joch“ Halbzeit) noch rechtzeitig abgeben musste.

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Nach der Beutelabgabe hab nicht lange rumgetan und bin nach der obligatorischen Rucksackkontrolle in den Startbereich eingecheckt, um mir einen Wartesitzplatz auf dem aufgestellten Podest zu sichern. Auch Herr Jung kam bald, wieder mit „Bill“  im Schlepptau, der unbegrenzt aufgesetzen Frohsinn versprühte (Foto weisse Mütze). Etwas anstrengend solche Leute, aber jeder ist halt anders. Ich z.Bsp. war etwas müde.

Die Zeit bis zum Start verflog sehr kurzweilig. Nette Gespräche z Bsp. mit  „Franz“ (direkt neben mir), der mir noch ein paar grundlegend handwerkliche Praxistipps zu meinen Stöcken mit auf dem Weg gab.

20.00 Uhr- Start- Das Rennen:

Zunächst war mein Plan mit der Spitze bis zum Teerrampenstart nach so 3km mitzulaufen und dann mein eigenes Tempo zu machen.

Wer mich dann überholen würde, ist wirklich besser oder er wird hier, selbst ausgetestet, irgendwann seine Momente haben. Das Überholtwerden hielt sich tatsächlich in Grenzen und andersrum konnte ich auf größere Massenüberholaktionen verzichten. Ferner hatte ich so ein wenig Überblick wer sich so vor mir tummelte. Der Plan ging gut auf. Hier VP I Oberbozen.

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Mein Tempo war wohl so eines, das erstmal dem der vorderen Damenränge entsprach (ja gibt schlimmeres und dazu später mehr)und so lief ich immer wieder zu einer Dame auf (aktuell 2te)  die ordentlich auf die Tube drückte. „Bergauf bis zum Rittner Horn alles laufen was geht, das hatte sich bei mir im letzten Jahr gerächt“ dachte ich so vor mich hin. Ich machte gemütlicher, wobei ich sie im bergab und flach zu ihrer Verwunderung entspannt wieder einholte. Tempodiszipliniert erreichte ich guter Dinge und nicht ausgepumpt wie im letzten Jahr nach ziemlich genau 3 Std das Rittner Horn. Ohne viel Zeit an der VP zu verlieren (ein weiteres vorgenommenes Taktikpuzzle) zog ich von dannen. Ich kam gut vorran, bis nach 1 Std. plötzlich, es dürfte ziemlich diesselbe Gegend wie im letzten Jahr gewesen sein, die totale Nebelsuppe aufzog. Bald war keine Markierung mehr sichtbar und meine  Richtungsanzeige an der Uhr hatte sich irgendwie an der noch gespeicherten Karte des „Berliner Höhenwegs“ aufgehängt. Das Furtschlagelhaus zumindest, sollte hier nicht in der Gegend sein. Mann, Fenix!! Super Trainingsuhr, aber im Wettkampf hatte sie mich bis jetzt immer zuverlässig im Stich gelassen. Es war Vorsicht geboten, da ich im letzten Jahr plötzlich vor einem Abgrund stand. Etwas planlos lief ich Markierungen suchend umher, bis mich Pfiffe von netten Kameraden wieder in die richtige Richtung lotsen. Kacke, aber mit etwas Umweg nochmal gut ausgegangen. Die weiteren Steige und Anstiege bis zum Totenkirchl hatte ich übler in Erinnerung. Diesmal nicht tragisch. Dort gut verpflegt (hier seien die  Nutellabrote hervorgehoben- Boah)  und weiter gings. Nun folgte auf den weiteren 9km im Vergleich zum Rest, eine Flachetappe auf einer Forststrasse und da zog ich planmäßig das Tempo an, um mein Zeitpolster etwas aufzupeppen. Ich war gefühlt echt flott unterwegs, als plötzlich ein gut gelaunter, einheimischer, Kollege älteren Semesters zu mir auflief.  Bei ordentlicher Pace unterhielten wir uns- “ Er würde bloß seinen Jungspunt von Arbeitskollegen unterstützen, es wurde um ein Monatsgehalt gewettet, dass er es hier nicht schaffen würde, so 22-24 Std wären schön und jetzt müsse er schnell auf den Junior warten“. Nach so 5 Minuten war er mit Anhang wieder aufgetaucht und beim Beginn des nächsten Bergstücks an mir vorübergedampft. OK, das saß. Ich stöckelete vor mich hin, bis nach kurzer Zeit der nächste Italiener mit Sprachbedürfnis aufschloss. Das Tempo war wieder ordentlich. Nettes Gespräch, wobei diesmal hielt ich es recht einseitig,! Er meinte, ja so 22 Std wären schön und weg war er. WTF!! Bei der nächsten VP hatte ich mal kurz nachgefragt, wieviele denn so schätzungsweise vor mir sein würden. Ja so 30-40. Ich staunte etwas sprachlos. Andererseits stieß ich bei anderen Kollegen mit meiner Zielzeitangabe eben so 24 Std. auch auf Kopfschütteln und ab diesen Zeitpunkt ließ ich das Thema ruhen, dennoch irgendwas lief heute verkehrt. Weiter gings jetzt in die richtig amtliche Geröllabteilung auf die ich mich gut eingestellt hatte.Mit Musik ging`s, vor allem des Nächtens,  leichter und an schneeweißen Blumenfelder erfreuten sich meine müden Augen.20170728_234726    Nach einiger Zeit kreuzte ich öfter den Weg mit einem optisch irisch anmutenden Läufer, der mich wiederum auch, warum auch immer, für einen Engländer gehalten hatte. Wir hatten uns bereits einige Zeit auf englisch unterhalten, als er eine zu uns aufschließende Dame mit “ Du Vroni…“ ansprach. Na Super . Wolfgang war Österreicher und Vroni schließlich auch aus heimischen Gefilden. Wir sollten so die nächsten Stunden als 3er Team die Strecke rocken! Um kurz nach 5 fing meine Lampe an zu spinnen. Immer wieder Aussetzer. Was denn jetzt wieder. Bis vor kurzem hatte der Akku locker eine Nacht + Puffer gehalten. Ich drosselte die Optik auf die niedrigste Stufe und war froh als mir am Gerölljoch positionierte Bergwachtler die Auskunft über den baldigen Sonnenaufgang gaben. Mit Zielvorgabe Dayfinish und meinem aktuellen Zustand machte ich mir keinen Kopf wegen der Folgenacht. Der Sonnenaufgang, im letzten Jahr bei diesem Standort in vollem Gange,  bahnte sich heute an der Flaggerschartenhütte langsam an:

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Ich verfiel langsam wieder bei den Vp`s in meinen Trödelmodus.Schnell Nudelsuppe.  5  Minuten nach Wolfgang kam auch ich endlich los, endlich, weils`s dann auch immer etwas frisch wurde. Vroni war etwas hinter mir. Nun folgte das letze Stück bis zum Penser Joch, die Halbzeitmarke. Wolfgang hatte wohl grad einen Lauf, und ich war gut beschäftigt, da wieder aufzuschließen. Vroni kam von hinten auch wieder in den Blick. Sehr schön! In etwas Entfernung war ein größerer Stein erkennbar, auf dem ein gelber Haufen lag, und dem sich zunächst Wolfgang näherte und schließlich mit einem kurzen Stop passierte. Dann kam ich. Es war die Nr 2 Damen die sich darauf „niedergelassen“ hatte und sie sah nicht gut aus. Peng! Aber auch mich schickte sie, wie Wolfgang ,weiter. Keine Hilfe nötig. Nun denn.  Bevor es leicht wellig dahin geht, sind es dann auf den letzten Kilometern noch ein paar ordentliche Anstiege zum Penser Joch, was ich mir plötzlich immer wieder vor Augen führte und mir mental plötzlich das Leben schwer machte. Eine doch etwas ausgiebigere Halbzeitpause sollte die Belohnung sein, so mein Mantra.

Dann endlich doch mal Penser Joch (zugegeben etwas zerknautscht)

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Dann,beim Einlauf eine überraschende Riesenfreude, Umarmung und Puftatata! So empfing und erkannte mich an meinem Strinband mein letztjähriger „Aufbauengel“ wieder. Nachdem ich kurz sämtliche versäumten Dankesreden nachgeholt hatte (hier auch nochmal für dieses Jahr- DANKE!) , war auch unser 3er Gespann wieder komplett und ließen uns zu Tisch nieder. Wir freuten uns über die gute, erste Halbzeit. Die Nudeln gingen jedoch nur zäh hinein, und auch mein Dropbag, auf das man jetzt Zugriff hatte, ließ ich bis auf die Auffrischung meiner Gelvorräte unberührt. Meine Begleiter hatten schneller beschlossen eigentlich nix wechseln zu wollen, zügiger konsumiert (Wolfgang, der seit der Nacht schon Magenprobelme hatte begnügte sich mit einem Bier, was endlich mal drinblieb) und scharrten bereits mit den Hufen. Ich kam grad irgendwie zeitlich nicht klar und ließ sie freilich ziehen. Die nächsten Kilometer Stück erstmal halbwegs trailig- südtirolerisch „flach“ und dann 1000hm Downhill. „Ich komm`dann schon“!   In der Zwischenzeit lief auch der „gelbe Haufen“ mit Support ein und die Dame sah noch nicht wirklich besser aus, als vorhin.Da ist jetzt Feierabend dachte ich in meinem jugendlichen Leichtsinn erstmal.Nun ja. Ich dümpelte, inzwischen frierend, noch etwas rum, und erkundigte mich doch nochmal nach der Position. 26ter, Vorni auf der 4 .Passt doch! Jetzt aber endlich weiter. Und Tschüss.

Positive Vorgänge des Vorjahres sollten wiederholt werden und so folgte noch an  ähnlicher Position ein kurzes Guten Morgen Telefonat mit der Familie. Dennoch, der  geistige, permanente Vergleich lief störenderweise immer penetranter mit. Es ging dahin-ahh da vorne gehts runter. Pustekuchen.Was? Nochmal einen Bergrücken hoch. Ahh- da vorne wars. Pustekuchen. Bergrücken. Grmpf, mein Hirn hatte was gelöscht. Irgendwann  war´s dann doch soweit und am unteren Drittel des Downhillstücks waren meine Begleiter erkennbar. Die haben nix anbrennen lassen. Holla! Es war ein hartes Stück Arbeit, bis ich da wieder aufschließen konnte. Auf dem folgenden etwas nervigen Forstwegstück bis zur nächsten VP Ebenberalm machte ich die Vorhut unserer Gruppe. Nachdem wir wieder komplett waren,reduzierte sich trotz des ordentlichen Verpflegungsstops leider unser 3er Gespann um Wolfgang, dessen Magenprobleme, um`s milde auszudrücken, nicht besser wurden (Er ward` von uns nicht mehr gesehen, konnte trotz alle dem trotzdem finishen-nochmal Gratulation).

Aber auch mich traf plötzlich beim Brotzeitplausch ein mir bis dato unbekannter Hammer anderer Art, der mir und ein wenig auch Vroni (Sorry nochmal) bis zum Ende das Leben zur Hölle machte: “ Ich hatte keinen BOCK mehr!!!“Das alles machte keinen Sinn!! MIMIMIMIMI . Ich begann auf einmal, noch etwas reserviert,, später sollte es schlimmer werden, rumzusudern. Vroni sprach mir gut zu und bevor es eskalierte ging`s los. Die paar Kilometer etwas langweilige Forstwegserpentinen bis zum nächsten Trailanstieg zum Alperer Nieder hatten wir bald, wenn auch etwas aus der Puste, da es bezüglich des Tempos mir Vroni und ich ihr Recht machen wollte. Uff. Madame war wieder in ihren Element und stiefelte voran.Flotti, Flotti.

Hier hatte ich auch einen anderen Streckenverlauf im Kopf, aber es war so wie im Jahr davor, wie mir bestätigt wurde.Schön.  Umso höher wir kamen umso mehr hatte sich mal wieder die Schnappatmung eingestellt. Damn! Dieses vorgenommene Trainingspuzzle hatte ich leider nicht mehr geschafft, zu absolvieren. Genügende Akklimatisation. Kurz vor der Bergkuppe pumpte ich wie ein altes Ross, und endlich oben musste ich mich erstmal sammeln.Oh mann!

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Weiter ging`s Richtung Hirzer Hütte, was ich als „lief ganz anständig“ in Erinnerung hatte. Diesmal tat ich mir schwerer, aber es war noch so im Rahmen, dass ich immerhin zu Vroni aufschließen konnte, mehr aber schon nicht mehr. Beim Radfahren würde man sagen „Hinten reingehängt“ . Es ärgerte mich zusehens, dass ich nix mehr positives zur Renngestatlung beitragen konnte, aber was sollte man machen. Der Express war wieder unterwegs und so 4 km vor der „Hirzer“ passierten wir schliesslich die Nr 3 der Damen am Wegesrand sitzend mit Support. Es war eine Italieniern, die beim Start als Mitglied der Berglauf Nationalmannschaft vorgestellt wurde. Auffallend (nicht nur mir ) aufreizend gekleidet mit einem Röcklein  und einem Hauch von Unterwäsche. Trail Run Italy Wear halt.  Meiner weiblichen Begleitung (bzw. eher andersrum) sah man durchaus den geweckten Wettkampf Killer Instinkt an.  Bald liefen wir in der Hirzer Hütte ein:

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Madmoiselle hatte keine Ruhe. Alles ziemlich zügig aufgefüllt, Geröll aus dem Schuh geleert und schnell ein paar Nudeln. „Auf, ich will auf jedenfall vor dem String ins Ziel!!! “ Mal ne Ansage. Die letzten 38 km. Nun folgt das einzige kurze Stück dieser Strecke, ca 300m die dieselbe ist. Wir liefen raus und nach kurzer Zeit war ich sehr verwundert, wer uns da entgegenkam. Der „gelbe Haufen“ mit Support war zurück und sie hatte was vor, wie im Gesichtsausdruck erkennbar war. Es war Feuer im Damenrennen. Vroni hatte verständlicherweise der Rappel gepackt. Keine wirkliche Chance mehr für mich mitzuhalten. Nach einem kurzen Zubringer befindet man sich schon wieder im letzten großen Berganstieg zur „Oberen Scharte“. Nicht allzulange dauerte es, und ich bekam wieder meine Schnappatmung, was für jetzt endgültig hieß, Vroni ziehen lassen zu müssen.  Nun denn. Allein, allein. War es eh alles Luxus bis jetzt und da stellte ich mich schon an.

Die „Obere Scharte“ verlangte mir alles ab.  3 -4 Schritte . Pffrt,Pffrt…. Nicht mal mehr zum Fluchen hatte ich Luft übrig.Warum das Ganze? Herrje. Der folgende schwierig, technische Downhill konnte mich noch ablenken. Ein Schild 90 km. Nein, es nun mal kein 100er ,sondern eben 121km.  Auf dem Weg zur Meraner Höhe konnte ich meinem negativen Gedankensumpf freien Lauf lassen, dennoch immer den Versuch startend, mich davon am Strohhalm des Wahnsinns Panoramas herauszuziehen. Aber ich wusste, was noch kommt. Nicht immer von Vorteil. Der „Strafanstieg“ zum Meran 2000, bevor es endlich runter geht. Mein Trinkblaseninhalt näherte sich dem Ende. Einer der netten Bergwachtler ,die auf der Meraner Höhe positioniert waren, konnte mich mit einem kräftigen Schluck aus seiner Icetee Pulle, der eher ein Sirup war, die letzten Kilometer bis zur Meraner Hütte anschieben.  Den Battle mit einem Mitstreiter, der schon seit längerem etwas daran setzte mich einzuholen, verlor ich. Egal. Seit längerem schon war ich auch in laufbaren Terrain im Wandermodus. Da war er, der Gedanke an den Ausstieg. Noch knapp 25km, locker 3 Std.,  auf ewigen Ziehwegen, auch wenn`s im Groben bergab geht. Keinen Bock. Ich kramte mein ganzes mentales Rock N Roll Repatoir hervor, mit mäßigem Erfolg. Ziehweg oder auf der Meraner Hütte bei Weissbier versumpfen?

Meraner Hütte: Vroni machte sich grad auf den Weg. Servus!!!Wieder weg.   Ich war so grantig, auf die Strecke, meine mentale Verfassung auf alles. Ich kam in die VP und schimpfte los,was mir peinlich war. Die im Eck stehende Sanitäterin war arlamiert. Ich „setzte“ mich in einen Liegestuhl und die Helfer dachten es wäre mehr im Busch, als „keine Lust“ mehr. Sie versuchten mir die Strecke schmackhaft zu machen, vergebens. AHH Du weisst Bescheid. JA! Nochmals der Versuch in meinem Hirn nach Positiven zu kramen. Es waren letztendlich bei einem Abbruch die für mich einzigen, mir durch die Lappen gehenden Punkte für die UTMB Bewerbung, die mich wieder in die Höhe zwangen.

Ich quälte,mich auf den schönen Wanderwegen also in Richtung „Stoanane Mandel“, in der es wieder stetig bergan geht. Musik. Es hilft. Von hinten kam „gelber Haufen“ im Laufschritt. Na ,da hat sich wieder jemand erholt. Wenn Blicke töten könnten. Wrmmm und weg. Vroniii LAUF , dachte ich :-)!  Ich musste mich zusammenreißen und endlich, nach den „Mandln“ klappte es auch. Ich ließ es krachen,immerhin so 45min.Ich war wieder da, erstmal. VP Möltner Kaser 104km. Cola, Salamibrot, netter Plausch. Weiter. Die nächsten 10km ziiieeehhhen sich.  Ein Kollege, der von seiner Frau begleitet wurde kamen und zogen mich freundlicherweise die nächsten 5km mit. Dann gaben sie richtig Gas. Ich war raus. Noch 10km. Zurück in der Zivilisation.Jetzt musste das Gebein halten.  Die Straßen hatten begonnen.Es dämmerte. Jenesien. Es war ein nettes Gespräch, an der VP. Ich meinte, dass es schön ist hier zu sein, da die Station im letzten Jahr ja weggeblasen wurde:Die bestens gelaunte Helferin fragte bloß ungläubig, warum man sich das tatsälich 2 x antun würde. Keine Antwort. Die letzten 4 km war ein Wettlauf gegen den Sonnenuntergang; den ich verlor. Nicht nur deshalb, weil es dann 2km nach dem Schloß durch ein steiles, steininges,schmales,dunkeles Waldstück unten geht. Hier Tagsüber von der Ferne:

 

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(von links oben,nach diagonal rechts unten)

Ich ärgerte mich wieder darüber, schon im komplett Dusteren, das Dayfinish verpasst zu haben, und setzte mich auf einen Stein, um  nach meiner Lampe zu kramen. Der Akku meiner guten Lampe war ja fast leer, den Ersatzakku ranzupfrimeln wäre ein Aufwand gewesen,da kein Fastklick, also meine Ersatz Mammut.Inzwischen stoplerte ein komplett dehydrierter Österreicher vorbei und wollte stammelnd wissen, wie weit es noch ist. Hei, ei ,ei. – „Ach,was ne `Funzel „( Mit der bin ich in Transylvanien gelaufen, kaum zu glauben -ist aber eine andere Geschichte ) .Irgendwie kam ich heil stolpernd runter,bis zum Steilteerrampenstart, der endgültig die letzten Reserven aus den Beinen prügelt. Die Lichter Bozens geben aber nochmals Schwung für den Endspurt.Eine weitere Dame kreuzte meinen Weg und nach dem Abstieg liefen wir bis zum Zielkanal, in dem ich ihr den Vortritt lies. 4te Dame, meine Position im Moment egal. Finish YEEEHAA!!

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Ende Gelände! Aus, Äpfel , Amen., war`s . So sehr ich Südtirol, die Leute, Verpflegung,die Landschaft  liebe, und so perfekt, das Ganze bis aufs Letzte auch organisiert ist,  ein drittes mal in Folge werde ich wohl nicht starten. Gibt auch noch anderes im nächsten Jahr. Aber darüber mehr im nächsten Bericht (spätestens nach der UTMB Auslosung)

Danke für die Aufmerksamkeit!!!!!!

Sonstiges:

Vroni wurde, im Blick auf das eigene Wohlergehen 3te Dame. Respekt an „Gelber Haufen“ Melanie Rousset für diese Aufholjagd.  Die Mädels halt!!!!

Fotos( fast alle, der Rest bei mir) by Südtirol Ultra Skyace

Der Phönix und so, dank Osteo

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(Der Phönix aus der Asche- by Töchterlein Sophia 5 )

Knapp drei Wochen noch bis zum Südtirol Ultra und es scheint tatsächlich ,vorsichtig optimistisch, eine Punktlandung zu werden. Nach meiner zweiten Osteopathiesitzung, vor 5 Wochen,bei der eine komplette Stunde wiederholt alles intensivst komplett ausgebeult wurde („da ist ein Problem- Ah Moment- krick krack – UFFF AARGHH- und jetzt?-besser, aber noch ein wenig-moment- krick krack-UFFF AARGHH…..“) , galt es bis jetzt die Neujustierung der Karosserie wieder in laufbares Fahrwasser zu adaptieren. So wurden von Woche zu Woche die Umfänge und Härtegrade der Einheiten kontinuierlich angehoben (und diesmal ohne das Wiederaufbrechen der Beschwerden), bis zum Montag letzter Woche, bei dem der totale Crashtest in allen Belangen (konditionell, mental…)  auf der Agenda stand:

Der Berliner Höhenweg als zwei Tages Trainingsrunde

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Tag I : https://connect.garmin.com/modern/activity/1835775784

Tag II: https://connect.garmin.com/modern/activity/1837280368

Hier ein „kurzer“ Bericht:

Vorbemerkung:

Ich hatte die Runde 2015 als drei Tagestour schon mal gemacht. Der Startzeitpunkt lag damals am ersten Tag allerdings erst am Mittag und das Ende erreichte ich am späten Mittag am dritten Tag. Aufgrund der noch nicht ausgereizten Zeitfenster, wollte ich versuchen das Ganze nochmal um einen Tag zu kürzen.

Nicht zuletzt wegen der katastrophalen Wettervorhersage am Sonntag (Regengüsse, Schnee ab 2400) , hatte ich den Start um einen Tag verschoben. Wissentlich die Sache noch anstregender zu gestalten, als sie generell schon ist/war- dass mach nicht mal ich. Dennoch sollte die Witterungsbesserung am Montag erst gegen 14.00Uhr eintreten. Offizieller Start der Runde ist in Finkenberg und das Ende an der Edelhütte. Meine Runde folglich Mayerhofen – Edelhütte/Mayerhofen. Geplant war,  am ersten Tag gut über die Hälfte bis zur Greizer Hütte zu schaffen und am Dienstag eben den Rest bis zur letzten Talfahrt.

TAG I

Abfahrt 3.30 Uhr München um so gegen 5.30 Uhr starten zu können. Dort angekommen schon das erste Problem. Konnte man 2015 unkompliziert kostenlos am Parkplatz der Ahornbahn parken, war dies jetzt nur zu den Betriebszeiten der Bahn möglich. Auch bei den beiden öffentlichen Parklätzen konnten um diese Uhrzeit keine Tagestickets gelöst werden.Ansonsten alles privat!!  Das ging schon gut los. Ich fuhr ca 20 min. herum und entdeckte schließlich hinterhalb der Ahronbahn und eines Hotels eine offene Schranke (die auch kaputt aussah) mit einem großen Parkplatz, auf dem ein Bus stand, ein paar weitere Autos und sonst keine Schilder angebracht waren.  Hier parkte ich unauffällig und schrieb noch einen Zettel zur „Sicherheit“ .(Wer weiß, wie man hier politisch korrekt parkt , bitte her mit der Info)

Und los gings nach Finkenberg um 5.45 Uhr, wo ich nach einer guten halben Stunde die Teufelsbrücke , den offiziellen Startpunkt erreichte.

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Und ab dafür Richtung Gamshütte entlang eines schönen, abwechslungsreichen Waldwegs, die ich so um 8.15 Uhr erreichte.

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Inzwischen hatte es schon geraume Zeit, wie sollte es auch anders sein, angefangen zu regnen bzw. zu schütten. Im Wald war`s noch nicht so tragisch, aber die darauffolgenden 4,5 Std (angegeben sind 9 Std bis zum Friesenberghaus) oberhalb der Baumgrenze waren sehr „fordernd“. Der Weg war kontinuierlich ein Fluß. Dutzende Bachcrossings folgten und das kilometerweite Gesteinsghopse auf dieser Etappe, gestaltete sich aufgrund der Glitschgefahr auch nicht entspannter- ein paar Impressionen:

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Das doch so umfangreichere Blockwerkghopse auf dieser Etappe hatte mein Gehirn seit dem letzten Mal ordentlich verdrängt. Irgendwann endlich die Ankunft am Friesenberghaus. Da kann man schon mal einen Riegel essen.

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Dann weiter nach oben Richtung Olperer Hütte. Langsam fings an zu schneien.

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..und wiederum irgendwann gegen 14,00 Uhr hatte es sich`s  auch mal mit dem Sauwetter und es wurde trocken und der Himmel riß auf. Dennoch, der Vormittag hatte schon etwas Körner gekostet. Beim Downhill zum Schlegeisspeicher kam ich gut voran, und auch der Spaß kehrte bei der Optik wieder ein

Unten angekommen brachte ich halbwegs zügig die 7 km Flachstück hinter mich und nach geraumer Zeit fand ich mich im Furtschlagelhaus wieder, dass mir recht voll schien und in dem ich auch einen kurzen Essensbreak einlegen wollte, bevor es zum höchsten Punkt der Strecke, zum Schönbichler Horn auf ca 3200 m hochgehen sollte. 10.30 Std on the road.  An der Bar wollte ich nur rein Interesse/ Smalltalk/Höflichkeits halber nachfragen, wie`s denn so ausschaut am Weg, mit Schnee und so, generell, da oben und mit der Antwort hatte ich nun nicht gerechnet : Der Ügergang is `s gsperrt – geht ned!  WAAAAS, eigentlich will ich noch bis zur Greizer Hütte?!!Ähh,haha, ja, bis oben wäre zwar gespurt, aber der Übergang zur Berliner Hütte wäre bei 40cm Neuschnee nicht möglich.  GGrmpff. Das erklärte auch die Anzahl der „Gestrandeten“. Ich holte zu meiner Nudelsuppe, die ich jetzt grummelig vor mich hin schlürfte, meine Wanderkarte um nach Alternativen zu suchen. Nicht wirklich Alternativerouten, wie auch am Ende eines Talkessels, der umgeben ist von 3000ern. Ich sah mich geistig die 27 km zurück nach Mayrhofen laufen, als plötzlich doch der Hüttenwart nochmals zu mir kam und meinte, wenn ich`s doch versuchen wollen würde, kann ich los. Allerdings, sollte ich unbedingt umdrehen, wenns nicht geht, und für den Fall, dass ich es doch schaffen sollte, sollte ich mich melden, sonst müsse er so gegen 22.00Uhr die Rettung alamieren. Er würde eigentlich noch auf einen Bergührer warten, der von der anderen Seite rüber spurt. (Das war auch wahrscheinlich der Grund, warum ich gehen „durfte“). Kurzes Überlegen. Ich packte zügig meinen Krempel und zur Verwunderung aller, wo ich hin wolle,  startete ich los. Die Schneegrenze hatte ich bald erreicht und die Spur von meinen Vorgängern war OK.  Oft sah man einen Schritt bei dem tief eingebrochen wurde und konnte ihn umgehen, dann und wann war man selber dabei. Die Höhe machte sich zusätzlich bemerkbar, aber den Totalausfall mittels Schnappatmung konnte ich nicht verzeichnen. Auf den letzten 200 Metern zum Übergang wurd`s schon pfrimelig und ich war gespannt ,was mich auf der anderen Seite erwarten würde. Hier nochmal Retour runter,-mein Bock auf Rückkehr  hielt sich in Grenzen. Aber auch über den Schlenker zum Gipfel brauchte man nicht nachdenken. Da stand ich nun oben, und es sah nicht gut aus. Die 200m Steilgelände runter bis zum Grat, da erstmal runter, und generell im Kessel, alles zugeschneit, dort sicherlich keine Wegmarkierung sichtbar. Mit GPS das Ganze, könnte ein Spaß werden.

20170703_173619     (Blick zurück-von da oben kam er her )

Jedoch auf dem Grat, nach dem Steilstück, waren Spuren zu erkennen.Den Bergführer hatte ich noch nicht getroffen. Vllt.  hatte er (aufgrund von Härtegrat hahah,sorry der musste sein) bis zum Grat gespurt und ist umgedreht, aber egal von wem. Es gäbe so was wie eine Spur durchs Nimmerland. Ich musste eigentlich bloß das Steilstück irgendwie runter kommen. An der Spitze des ersten Felsens sah ich eine Seilversicherung bzw. Seilversicherungen , dem Steilstück entlang bis runter zum Grat. Da runter hangeln, könnte klappen. Tief verschneit, zum Teil festgefroren, befreite ich die erste, schaute gut aus,  und ließ mich Fuß voran nach unten. Ok. Ging. Ich schaute kurz zurück und es war beschlossen. Ich zieh durch. Nächste Seilversicherung und platsch. Beide Schienbeine krachten gegen einen getarnten Felsblock im Tiefschnee. Autschi, um`s mit den Worten meiner Tochter zu sagen. Nächste Seilversicherung. Ui, die war unten nicht gekontert sondern lose, und ich schwang etwas in die Richtung, in die man nicht will. Und zusätzlich plopp, steckte ich wieder am Rand etwas „unvorteilhaft“ stehend, die rostige Versicherung in der Hand im Tiefschnee. Ich zog meinen Fuß raus und plötzlich blieb mein Schuh im Tiefschnee einbetoniert stecken.Fuck! Kurze gedankliche Situationsanalyse: Rechts Abgrund , eine lose rostig Seilversicherung in der Hand und nur noch einen Schuh an.Der andere muss irgendwie ausgegraben werden. Ich justierte mein Gesäß vorsichtig nach hinten, bis es schließlich irgendwie auf den Widerstand eines Blocks traf. So was wie angelehnt, klopfte ich mit einen meiner Stecken den Schuh wieder frei. Sackra di! Balancierend zog ich ihn mir wieder an. Die letzten Seile ließen sich gut rausziehen und irgendwie kam ich unten an, etwas dattrig und gut vollgepumpt mit Adrenalin.  Am Grat angekommen sagte, ich nochmals Sackra di! Weiter entlang der Spur die zum Teil abenteuerlich verlief, und sicherlich nicht die eines Bergührers war. So gegen 19.30 war ich aus der Schneezone abgestiegen und ich konnte in der Ferne die Berliner Hütte sehen. Halleluja. Auch nutzte ich, kurz Netz zu haben, und gab im Furtschlagelhaus Bescheid mit der Empfehlung für die Nachhut, es besser sein zu lassen.

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Nach 14.19 Std endlich an der Berliner Hütte. Ich schrieb die Greizer Hütte ab. Rein zeitmäßig hätte es noch hingehauen, aber der nächste Übergang lag wieder in der Schneezone, und egal wie man da voran kommen würde, es hatte gereicht für heute mit einer unmarkierten Wegschnitzeljagd im Schnee.  Die Hütte war zwar gut besucht, trotzdem war noch ein Einzelzimmer verfügbar. 20170703_212648

Das Personal  und auch ein paar Gäste lauschten ausführlich meinen Streckenerkenntnissen zum Übergang am Schönbichler Horn. Den Plan einen gemütlichen Hüttenabend in der Stubn`zu verbringen tauschte ich ziemlich bald nach einer großen Portion Bolognese und einem verdienten Bier doch gegen das Bett. Die Hälfte der Strecke hatte ich und lag 3,5 Std hinter meinem Zeitplan. Es sah schlecht aus mit der letzten Bahn um 17.00 Uhr. Realistisch nicht machbar, aber ich klammerte mich noch ein wenig an die Vorstellung.

TAG II:

Den Umständen entsprechend gut geschlafen/geruht, war ich um 6.15 Uhr auf den Beinen. Nach kurzer Visite im Frühstücksraum, bei der mir die Kosten für selbiges mitgeteilt wurden (14€ Buffet oder Einzelabrechnung Bsp. 1 Scheibe Wurst 0,40 ct…) entschloss ich mich, doch alles soweit startbereit zu packen und dann ein kurzes Intermezzo mit der Einzelabrechnug abzuhalten. Das geplante üppige Frühstück war dann eine Wurstsemmel und eine Tasse Kaffee. Weiter ging`s.

Heute war Sonne pur angesagt. Für den Siebenschneidweg,dem letzten Stück zwischen Kasseler und Edel Hütte  hieß es 14km Hopping durch Saunablockwerk zum frühen Nachmittag. Hmm! Aber da war ja noch Zeit.IMG-20170704-WA0004

(Start um 7.45 an der Berliner Hütte – oben der Übergang die Mönchscharte erkennbar)

Der Weg da hoch ist echt Hammer! :

Nach 50 min wurde es bis zum Übergang schneelastig, was aber nicht so tragisch war da, dass meiste noch gefroren und nicht sulzig war:

Oben angekommen geht die Scharte geradeaus runter. Beim letzten mal hatte ich da, eine Schuhabfahrt begonnen. Aber aus einem Bauchgefühl heraus und da die Markierung mit Seilversicherung und auch Spuren am Fels gut sichtbar waren, entschied ich mich erstmal für den herkömlichen Abstieg. Nach 20 min war ich genervt. Die Seile hörten auf, die Spuren waren wirr. Schwierig loses Mischgeröll mit Schnee. Schwer einzuschätzen. Einmal gings quer über rüber um dann weiter unten wieder zu kreuzen. Mein GPS zeigte gerad nach unten und Schnee war ordentlich. Und Attacke. Einige Höhenmeter runter gefahren und parallel weiter links im Fels war wieder eine Markierung sichtbar. Hier querte ich wieder und der „normale“ Weg war wieder halbwegs anständig verfolgbar. Übergang nicht vergleichbar mit dem Gestrigen,aber doch sehr tricky mangels Markierung. Gute Entscheidung gestern nicht weitergegangen zu sein.

Nach 3,5 Std war ich an meinem gestrigen Zielpunkt der „Greizer “ angekommen. Das Landschaftserlebnis ist grandios, aber dass bauche ich nicht mehr zu erwähnen.20170704_145726

(Von der Scharte in der Mitte rechts kam er her)

Ein kurzer Smalltalk und eine Cola später warum ich es gestern nicht geschafft hatte, gings weiter zur Kasseler Hütte. Hier wieder ein Übergang, dieser aber ohne größere Schneeproblematik.

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Nach weiteren 3 Stunden an der „Kasseler“ angekommen. Hier hatte ich mir einen Apfelstrudel gegönnt. Zu Hetzen brauchte ich nicht mehr. Die letzte Bahn um 17.00Uhr war nicht mehr schaffbar. Was das noch werden sollte?!

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Ich entledigte mich der restlichen,überflüssigen Klamottten und weiter auf der letzten Etappe, welche so im groben in 6 Täler unterteilt ist,die es zu durchqueren gilt. So ungefähr schauen alle aus.

20170704_172544  Blockwerkpassagen (die ich hier aber umfangreicher in Erinnerung hatte) , wechseln sich mit Wanderwegpassagen ab.

Nach weiteren 5 Stunden endlich( auf noch ein Tal mehr hätte ich keine „Lust“ mehr gehabt : Edelhütte in Sicht.

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Mission complete nach 11.25 Std am TAG II ! ..aber nur fast. Wie erwähnt war ich „etwas“ zu spät für die meiner Meinung nach verdienten, letzten Talfahrt.  Ein Schild nach Mayerhofen (über Hütte Alpenrose) mit angegebenen 4 Std. verhieß nix Gutes! Müssten so 1300HM downhill sein. Ich fragte kurz nach. Ja, der schnellste Weg über die Alpenrose.  UFF!  Half ja nix, mit etwas Grmbl im Bauch hab ich den Ballermann ausgepackt. War`s im oberen Drittel noch sperrig zu laufen ging`s im 2ten schon besser und zum Schluss war Waldautobahn.  Nach 1,5Std. war ich am Auto bei 13.00 Std ! Mayerhofen-Mayerhofen-OMMM .

Die Schranke war oben und gestört/bemerkt hatte es bis dato auch noch keinen/r.. Jetzt aber flott. Nachdem ich rückwärts rausgefahren bin, sah mich und mein Nummernschild eine Art Hausmeister überprüfend an. UND TSCHÜSS!!!

FAZIT:  Für meinen Testlauf war`s perfekt, wenn auch zugegebenermaßen vllt etwas übertrieben. Aber ich muss schon eingestehen, dass es fast zu Schade ist diese Tour auf zwei Tage durchzubolzen. Drei Tage sollte man sich schon Zeit nehmen und da hat man sich`s auch noch ordentlich gegeben 😉 ! Ob landschaftlich , die Hütten..  . Für die „Flachulttras“, die sich gerne mal in der Bergwelt versuchen möchten, bietet diese Runde alles , was an Skills für einen TdG oder Südtirol Ultra benötigt wird.

Der nächste Bericht wird der Wettkampfbericht und jetzt zurücklehnen und warten bis die Form kommt 🙂

Danke für die Aufmerksamkeit, weitermachen!

UPDATE 2017 -Die Seuche hat mich im Griff

silent hill

Hei de nei,ja,ja ,lange nix geschrieben hier! Nun ja, ist bis jetzt auch wettkampfmäßig nix passiert seit September. Nach ein paar Wochen Wunden lecken in allen Belangen nach dem „TOR“, fiel ich schon in so eine Art Loch, ein tiefes Loch. Was soll jetzt noch kommen. Die Planung , wenn man davon überhaupt sprechen kann, war deshalb eine sehr schwere Geburt in diesem Jahr. Sich über neue Zielsetzungen klar zu werden (wie sollte man das noch toppen), machte es das Lospech für einen Startplatz beim UTMB nicht einfacher. Aber selbst zu dieser Anmeldung musste ich mich zunächst durchringen, da es mir schon etwas gegen den Strich geht, was einzelne Veranstalter glauben sich herausnehmen zu können (Anm d.Red. : Die UTMB Orga hatte einige andere Trailveranstalter verklagt, welche ebenso den Titel „Ultra Trail“ im Namen tragen- wenn man sonst keine Sorgen hat) u.s.w. Aber die Qualifikationspunkte waren hart genug verdient, also kann man sich schon mal wenigstens in den Lostopf begeben. (auch wenn`s ,wie erwähnt, erstmal umsonst war/ im nächsten Jahr hab ich dann den Quotient 2 also doppelte Loschancen blabla). Der  UTMB ist nun mal im Trailrunning  sowas  wie es  im Triathlon Hawaii ist, würde ich mal behaupten, so könnte man da auch mal starten, wenn man schon die Qualifikationskriterien erfüllt.

Nun, was steht an. Laut meinem Kalender werde ich als Hauptwettkampf nochmals beim Süditrol Skyrace Ultra antreten. Trotz technisch sehr schwieriger und überhaupt einer krassen Streckenführung, die einem alles abverlangt, seh`ich bei mir im beschwerdefreien Zustand eigentlich noch ordentlich Potenzial nach oben. Stichwörter wie „richtige Schuhwahl“,“ Akklimatisierung“ kommen hier zur Geltung. Ein weiteres Highlight ist sicherlich wieder, im Rahmen der Vorbereitung, dafür, den Berliner Höhenweg als 2 Tagestrip zu laufen .So Mitte Juni hätte ich da angedacht. Was Neues will ich letztendlich auch noch sehen, und zum Ausklang wird`s dann vielleicht der Lago d Orta Ultra werden. Mal sehen. Dazwischen würden dann 2,5 Monate versteichen, genug Zeit zu regenerieren und sich neu aufzustellen .Soweit so üppig in der Theorie.

Der Status Quo allerdings sieht im Moment verheerend aus. Bis Mitte April war ich zunächst trainingsmäßig voll auf Kurs. Leider hatte ich es dann bei einem Bergdownhill zu sehr krachen lassen und ab diesem Zeitpunkt plagten mich plötzlich einseitig starke Leisten- bzw. Beinhebeprobleme, die sich vor allem bei längeren Läufen Ihre Entfaltungsfähigkeiten ausspielen.  Ich tippte erstmal autodiagnostisch auf eine Abdukktorenüberlastung und versuchte 5 weitere Wochen die Problematik mittels Dehnen, Black Roll…in Griff zu bekommen bzw. rauszulaufen, aber leider vergebens. So zog es sich dahin. Laufen, zwei Tage Zwangspause… .

Nun wurde ich vor zwei Wochen doch mal bei einem Osteopathen vorstellig , mit der Befürchtung jetzt doch endgültig die Kiste der Behandlungs Pandorra zu öffnen. Aber  siehe da, der Psoas Major , ein tiefer Muskel im seitlichen Unterbauch, ist die Bitch. Der hatte komplett zugemacht.  Neben dieser Schwerpunktbehandlung wurden noch zahlreiche andere, über Jahre hinzugezogen Ziperlein (Knie, Rücken…), mitbehandelt.  Fazit zunächst: Krass. Am Folgetag war ich total platt. 2 Tage sollte ich pausieren und dann einen  Lauftest  machen. Den machte ich auf meiner Niederbayernstandardstrecke ca 14,5 km  350 hm in so 1.12 Std. Der ganze Bewegungsapparat lief zunächst wieder ungewohnt rund und geschmeidig, gazzelengleich, echt Wahnsinn!!  Leider fing`s aber nach 10km wieder zu ziehen an und am Tag danach hatte ich einen Muskelkater o.ä. vom anderen Stern.  Den kurierte ich wieder mal aus und hielt dann wieder Rücksprache. Hr. Osteo vermutete noch ein Bündel Richtung Zwerchfell, was wir nicht so im Blick hatten. Als Vergleich ist mir die Änderung der Sitzposition beim Renn/Zeitfahrrad eingefallen.  Ändert man hier beispielsweise nur den Sattel um ein paar Zentimeter,  wirkt sich das auf die gewohnte Gesamtmotorik aus. Das muss der Apparat erstmal wieder verdauen und das dauert eben wieder.

Nun ja, halt ärgerlich sowas in einer Zeit, in der meines Erachtens doch noch ein paar Longkracher gesetzt werden müssten. So halte ich mich mit Formerhaltungseinheiten über Wasser.  Bis dato eher Suboptimal das Ganze. Jetzt hoffe ich auf den nächsten KrickKrack Termin in dieser Woche, in der Hoffnung auf den letzten Metern doch noch Vollgas geben zu können. Ein Körper ab 40 pupst halt leider keine Regenerationsregenbogen mehr. Die Message ist auf jeden Fall angekommen.

60 Tage sind`s noch . Immerhin konditionell schaut`s gefühlsmäßig nicht ganz so schlecht aus. So bin ich vor 2,5 Wochen (vor dem Osteo Termin) zur Konditionsprobe mal halbwegs gemütlich die Strecke des ehemaligen Lamer Ultras gelaufen in 7.26STd (die kann man auch mal so empfehlen) http://www.utlw.de/index.php/theme-features/module-variations  und das war nicht so schlecht. Noch ist nix verloren 😉

Ich werd berichten. Danke für die Aufmerksamkeit

Bis in Bälde

Tor des Geants

Ein Intensivtrip durch bezauberndste Naturlandschaften und die Bedauerlichkeit seiner Selbst

Ja, klingt pathetisch und mindestens so geschwollen, wie es meine Füsse vor 10 Tagen noch waren, aber es kommt hin. Mit Sport an sich hat das Ganze nämlich wenigstens ab der zweiten Hälfte des „Rennens“(so ab 170km) nicht mehr viel zu tun. Würde man sich des Vergleichs einer Pilgerreise bedienen, würde ich sagen, es ist so eine Art „Jakobsweg“ für Ausdauersportler. Würde man sich an Filmmetaphern bedienen, würde wohl sowas wie eine Mischung von Trainspotting, Reise ins Ich, Apocalypse Now und Discovery Channel “ Die Schönheiten der Erde“ o.ä.  rauskommen.Die Physis ist jetzt nach knapp zwei Wochen wieder halbwegs hergestellt und der Brei an unzähligen Bildern im Hirn so lala sortiert.  Bereit für einen kleinen Reisebericht:

Abfahrt am Samstag morgen um 3.30. Also ein straffer Zeitplan für diesen Tag, mit Anreise, Startunterlagenabholung, Lauftasche packen, Startceremony…  stand auf dem Programm. Das Wetter war perfekt und wenigstens bis Mittwoch sollte es auch so bleiben. Es wurde sogar noch heiß (Ja, man kann`s einem nie recht machen) Der Landstrich „Aostatal“ war ja bis dato Neuland für mich , da war ich schon erstmal respektvoll beeindruckt,so als Voralpenhandwurscht, in welchem Gelände man da in der nächsten rumturnen wird.

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Auf Facebook hatte sich im Vorfeld eine kleine Gruppe der deutschen Teilnehmer zusammengefunden und für ein zwangloses Meet and Greet zum Austausch,Nervositätsauf-oder Abbau wurde sich um 11.00Uhr verabredet.Mit der Anreise über Mailand hatte ich es tatsächlich ohne Stau o.ä. inkl. Hotel Check In geschafft, mich etwas platt von der Autofahrt in der Nähe des Starts mit ca .10 Mitstreitern zum Teil mit Support in einem netten Cafe nähe des Starts einzufinden.

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(Startbereich im Chillmodus am Samstag)

Zwei Mitstreiter waren bereits im letzten Jahr am Start und ich versuchte jede Information aufzusaugen. Wichtig für mich war zunächst: Wie ist die Wegmarkierung (seit Transylvanien bin ich da etwas gebranntmarkt- und im Endeffekt war alles topmarkiert. 2 mal bin ich letztendlich selbstverschuldet falsch gelaufen. Es war kein Navigationstrack nötig- Viel Lärm um nichts vorher). Eine zweite wichtige Info war, dass man schon mit der gesamt geforderten Pflichtausrüstung, samt Schuhwerk, zur Unterlagenabholung geht, da die Ausrüstungskontrolle vorher stattfindet. Sinnvoll wäre es später zu kommen, da die Schlange und die Wartezeit zu Beginn endlos ist. Nach einem Cappuccino und dem netten Plausch bin ich in mein Hotel „Cres et duc“ um etwas zu schlafen.

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Ich hatte es für Samstag auf Sonntag gebucht und dann in einem Anfall von Wunschdenken und Überschätzung meiner Leistung oder Unterschätzung der Strecke ab Donnerstag bis Sonntag. Das Auto konnte ich netterweise problemlos am Hotel stehenlassen. Eine Sorge weniger. Nachdem ich mein Pflichtzeugs zusammengesucht hatte machte ich mich gegen 17.00Uhr  auf den Weg ins Sportforum Courmayeurs in dem das Ganze stattfand.

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Schlange vom Eingang bis zur Treppe und dann noch durch den ganzen Saal. Gott sei Dank war ich 3 Stunden später dran und musste nur 1 Stunde anstehen. Das Kontrollsystem war auch sehr eigen, aber OK. Aus einem Topf durfte man drei „Lose“ ziehen, welche Ausrüstungsgegenstände bei der nächsten Station (links hinten im Bild, hinterm Vorhang, ähnlich wie beim Flughafen)kontrolliert werden. dsc08930

Bei mir waren der Perso, Fleecelangarmshirt und die Crampons (Schneeketten) gefragt. Alles gut.Dann bekommt man neben der Startnummer seine Tasche, in die, alles was man glaubt für das Rennen zu benötigen, gepackt wird, und zu der man dann während des Laufs bei den Hauptverpflegungsstellen (ca. alle 50km) zugriff hat. Diese konnte bis eine halbe Stunde vor Start am nächsten Tag abgegeben werden.Bis zur Startceremony/Pastaparty war zeitlich noch Luft die Tasche und Zeugs ins Hotel zu bringen schon mal eine Vorsortierung zu starten. Dann wieder zurück ins Forum bei dem ein Teil der „Deutschen“ einen gemeinsamen Tisch bezogen und auf den „TOR“  medial mit Moderation und nettem TamTam eingeschworen wurden. Kein Wettkampf an sich, sondern eine „Journey to yourself“ soll es werden. Wie Recht er hatte.

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Um 22.00UHr bekam ich endlich meine ersehnten Nudeln, es dauert eben etwas, wenn man den Anspruch hat, dass jeder Athlet seinen Nudeln per Service bekommt.Aber nun gut,. Danach ging`s flugs ins Bett.

Raceday- Startzeit 10.00Uhr:

Wecker um 6.45 Uhr, oder so.Die Nacht war OK, wie so Nächte eben sind, vor Rennen. Ferner kam hinzu, dass, nachdem sich mein Körper 4 Wochen gegen einen aggressiven Reizhusten meines Töchterleins gewehrt hatte, er schließlich den Kampf pünktlich zur Anreise aufgegeben hatte. Dieser sollte ein spaßiger Begleiter werden.  Nach einem leckeren, umfangreichen Frühstück machte ich auf, mein Gepäck loszuwerden. Dinge für eine Woche Bergspaß passen da rein, will man kaum glauben.

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Schnell zum Forum, Tasche abgeben und zurück zum Startbereich wo schon allerhand geboten war:

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Bombastwetter und später wurd`s dann heiß

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Ein Teil des deutschen Startblocks 🙂

Am Abend wurde erwähnt, dass es doch ganz gut wäre, vorm Start etwas zeitiger da zu sein um im Gewusel etwas weiter vorne zu stehen, da es sich nach ca. 3km durch den Ort beim Trailbeginn logischerweise ordentlich stauen würde. Ich war mit meiner Position  (und die anderen denk ich auch) zufrieden und pünktlich um 10.00 Uhr fiel der Startschuss.Bämm!!

Pures Gänsehautfeeling durch Courmayeur. Volle Gassen, Gehupe, Gejohle, Geläut „Bravi, Forza“ so ging`s dahin. Dann wurde erstmal ordentlich auf die Tube gedrückt, keiner da vorne hatte Bock anzustehen.

Etappe I:

körperlicher Zustand: bis auf Reizhusten, Bestens.

Fahrplan: Erstmal schaun, ins Rennen finden, Gebirgsdieselmotor aus der Garage holen. 50 km bis nach Valgrisenche, erste Hauptbase- 3 „Haupt“berge zwischen 2500 und 2850 Meter to go.Die Justierungs und Gewichts Probleme mit meinem „neuen Rucksack (einmal getestet für einen 25km/2000hm Trail , da war`s in Ordnung- und ja, ich weiß 🙂 lösen)! Dann sehen wir weiter-

Den Trail zum ersten Berg erreicht, musste ich nicht anstehen, nein. Gegenteilig wurde es ein „der Schwächste fliegt“ Ausscheiderennen. Krass. Hier waren keine Gurken am Start und es sah nicht so aus, dass da noch weitere 330 km anstehen würden. Ziemlich zügig kam mir die Erkenntnis, dass meine Bergaufskills im internationalen Vergleich zumindest ordentlich ausbaufähig sind.

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Ab 2100 Meter ging die Pumpe und alles schnürrte sich zu. Kannte ich ja von Südtirol.Akklimatisierung hatte ich keine, also wieso sollte es jetzt anders sein? Ich musste Tempo rausnehmen einige ziehen lassen  und eben gehen , wie`s ging. Diese 2100 Meter Höhe sollten auch in den nächsten Tagen mein Limiter im bergauf werden. Zack Bumm 2100 erreicht jetzt geht`s „langsam“.  Col Arp  Berg I erreicht in der Mittagshitze :

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und da (Bild) gings wieder runter, bis zu einer Verpflegung, die ich komplett abgraste. Meine Bergab und Flachstückskills im internatioalen Vergleich allerdings können sich durchaus sehen lassen 🙂 , sei hier noch angemerkt.Bei den  1000hm Downhill bis zur nächsten größeren VP „LA Thuile“ bei km 18,6 wieder einige eingesammelt. Dennoch, diese erreicht,  musste was passieren. Bei dem Tempo kann ich morgen aufhören. Totales geballere und das dachten noch einige andere, mitunter Hauser Cornelia, eine Schweizerin die bei uns Deutschen stand, und  die ich noch öfters sehen sollte.

La Thuile

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(Cola,,Cola mit Wasser , Cola , Weintrauben)

Lange blieb ich nicht, aber dankbar für ein paar Minuten „Schatten“ war ich schon. Und weiter ging`s mit dem Vorsatz endlich Tempo rauszunehmen, trotz niedrigerer Höhenlage, in der`s eigentlich schneller gegangen wäre. Nach ein paar Minuten sah ich den weiblichen Part eines Pärchens , welches mich vorher mit Dampf nach oben überholt hatte, an einem Schober lehen . Was da oben raus kam- Schade um die Verpflegung. Aber auch ich war inzwischen gut angegrillt

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Inzwischen hatte auch die Vegetation des Trails gewechselt. Wunderschön durch einen Kieferwald (recht amerikanisch angehaucht,)an Wasserfällen vorbei gings erst mäßig und schließlich bocksteil auf Berg 2

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Die auferelegte Tempobremse zeigte Wirkung. Zuerst kam Cornelia vorbeigerauscht (die wollte eigentlich ja auch langsamer machen) und schließlich Constantin, ein Münchner Kollege im Expressgang.Kurzer Smalltalk und  weg war er , erstmal-fuck, dachte ich. Ich wanderte so vor mich hin, in der festen Überzeugung, wenn überhaupt ankommen, dann Letzter zu werden und ab 2100 Meter wurde es eh wieder langsamer bis ich so gegegen 16.00 Uhr am Rifugio Deffeyes ankam.

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Endlich würde es kühler und nach dem Restanstieg zum Berg Nr.2 ging`s wieder ordentlich runter. Bei der nächsten Verpflegung hatte ich auch Constanstin wieder eingeholt. Und das pendelte sich coolerweise so ein. Wir zogen gleichzeitig an einer VP los, jeder machte sein Ding und schließlich waren wir wieder in der nächsten VP  zusammen. Irgendwann gegen 19.00 Uhr hatte ich den letzten Berg Nr. 3 des Tages bestiegen .

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Nach einem schwierigeren Downhill erreichte ich mit Constantin um 21.45 die erste Lifebase Valgriesneche in der es zuging wie im Taubenschlag. Nach kurzer Stärkung beschlossen wir nach gut 12 Std. Tagwerk das mit dem Schlafen zu testen. Nachdem wir unsere Taschen bekommen hatten, wurden uns zwei Betten von 5 in einem kleinen Zimmer zugewiesen. Allerdings war es da ein einziges rein, raus,  bei Vollbeleuchtung. Nach ca. 1 Std. beschlossen wir das abzubrechen und weiterzumachen.Immerhin ca 45. Minuten eine Art Powernap.

Etappe II

körperlicher Zustand: Magen sehr gereizt. Etwas mit dem Gelzusatz übertrieben, da ich aber auch meine Trinkblasenkapazität auf 2ltr Volumen aufgestockt hatte. In Kombi mit dem Wetter war`s doch etwas zuviel.

3 Berge 2x 3000er: Fahrplan: Besteigung der höchsten Berge des Rennens. Probleme mit meinem Rucksack immer noch nicht gelöst. Es sollte wieder heiß werden. 56km zur nächsten Lifebase.

Langsam fand ich Gefallen an der Tatsache, dass sich so eine Art Struktur abzeichnete. Laufen bis zur nächsten Base, dann eine etwas „längere“ Pause. Es tat gut, dass mit jemandem zu besprechen.

Hier sei kurz geschildert, wie sich so ein 3-4Std Aufenthalt einer Lifebase gestaltet. Man kommt an. Erstmal essen, verpflegen, blöd schauen- 1 Std weg- Dann Tasche holen, zum Bett, hinlegen, dösen 30 min -Schlaf 1 Std.- total Banane aufwachen, sich orientieren, blöd schauen, „organisieren“ 45 min- Essen 15-30 Minuten- los!

Nach zwei Stunden gegen 0.00Uhr  starteten wir beide wieder gemeinsam. Ca. 6,5 Std Dunkelheit. Constatin war bald weg und ein paar Kilomter ging`s auf der Teerstraße weiter.Um wieder in die Gänge zu kommen, durfte jetzt auch mal mein Mp3 Player ran, den ich speziell für die Nächte reserviert hatte.Das tat gut! Ein Portugiese gesellte sich zu mir, der keinen Stop gemacht hatte. Er erzählte, dass sein Kollege inzwischen ausgestiegen sei, er bei km 80 schlafen möchte und tauschten uns passend zum Belag über Straßenmarathons aus. Kurzweilig. Irgendwann blieb er hinter mir. Den ersten Berg bekam ich nicht so mit in der Nacht. Die Downhills gestalteten sich technisch schwierig. Leicht blieb man mit dem Stock im Geröll hängen, und die Gefahr eines Abbruchs war laufend gegeben.Man musste aufpassen, wie ein Schießhund.

Mit Kurzstop auf einem Rifugio um ca. 2.30Uhr

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bekam ich den ersten Berg der Etappe 2 gar nicht so mit. Gegen  04.00 erreichte ich nach dem Abstieg eine VP, bei der ich Constantin wieder traf. Halbwegs flach ging`s dann miteinander die letzten Kilometer nach Rhemes (km 65,5/ 04.31Uhr)), einer größeren Vp in einer Art Gemeindehaus,in der ordentlich zugelangt wurde um es zum Tagesanbruch auf den ersten der beiden 3000er gehen sollte. Viel Kekse,Brot,Suppe und „normale“ Sachen gab`s für mich um meinen Magen wieder auf Vordermann zu bringen. Nach ca.20 Minuten ging`s weiter, mit der ersten Nacht im Genick.

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Zum Tagesstart Nr 2 bestiegen und das Spektakel war grandios. Die Vp danach kam gerade günstig.

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Lecker Tee, Kekse,Brot und weiter ging`s 1500hm durch geröllig, schwieriges Gelände nach Eaux Rousses bei km 81. wo ich so um 9:20 Uhr war. Eine gute Uhrzeit um auf einen 3300er zu gehen. Constantin hatte ich leider nicht gesehen. Kein Grund lange zu verweilen.Weiter ging´s . Zunächst etwas durch wäldliche Trails und schließlich in ein großes langgezogenens Tal, dass als Zubringer zum Anstieg zum Col Loson diente.

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Das Tal endete schließlich in highlandartigen Hügeln mit einer etwas „unvorteilhhaften“ Wegführung, da es zum Beispiel erst ewig nach links ging, dann eine Serpentine,nach rechts bis weiiiit hinter dem Hügel rum, wieder eine Serpentine nach links, um 10  Meter höher wieder zu queren. Einige nahmen dann doch den direkteren Weg.Das nervte, es zog sich endlos (wir waren ja wieder über 2100),trotz der Sichtung einiger Steinböcke, die unser Treiben beobachteten.Das Ganze endete schließlich wiederholt in einem bocksteilen, gerölligem Restanstieg. Vorher wurde ich allerdings von Constantin eingeholt, der in der Zwischenzeit in Eaux R. ein 20 Minuten Schläfchen abgehalten hatte. Aha- Endlich oben. Die Wegfortsetzung nun ja, mal schnell eher nicht:

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oder, doch. Wiedermal so 1500 Hm nach unten. Davon das erste Drittel so wie auf dem Bild, der Rest eigentlich gut für mich auf die Tube zu drücken. Einfach so.Mal hing sich ca. 30 Minuten einer ran , der mich dann doch ziehen lies. Nach einem Waldstück kam man der Zivilisation wieder etwas näher. Endlich Cogne, die nächste Lifebase, dachte ich, wie noch andere. Pffft, nächster Ort. Ein Wanderschild sah ich aus dem Augenwinkel blitzen 45min Cogne. Inzwischen wunderte es mich nicht mehr, vielmehr kristallisierte sich ein Gesetz dieses Laufs. Umso mehr Du Dir was wünscht und Du glaubst Du bist da, pack mal noch ne Halbe Stunde drauf- Minimum. km 106  Cogne IN : 15.47 Uhr.Ablauf im Groben wie oben beschrieben.

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körperlicher Zustand: Das Magenschonungsprogramm zeigte Wirkung. Gott sei Dank.Alles wieder gut. Weiter ging`s auf dieser Baustelle mit weniger Gelinput. Neue Baustelle: die Downhillactions“Fang den Constantin“ hatten, wie ich auch erwartet hatte ihren Preis. Meine Oberschenkeln und die linke Pobacke meldeten sich. Ferner hatte ich  die Justierungskniffs und Eigenheiten meinens Rucksacks inzwischen auch analysiert, aber meinem Schultergürtel dauerte dies zu lange. Eine kurze Überlegung die Massage in Anspruch zu nehmen hatte ich wieder verworfen. 3 Blasen füllten sich, störten aber (noch) nicht. Beobachten.Fazit nach dem knapp 1 Drittel: Harte Strecke, freilich etwas ramponiert, da ungestüm, aber dafür steht er noch OK da.

Ich ging kurz duschen (irgendwie war mir danach )und  zu ca. 1 Std gutem Schlaf kam ich, dann wurd`s zu wuselig. Constantin hatte ich auf einer Liege, nicht unweit von mir wiederentdeckt und auch er hatte irgendwie Wespen im Gebälk. Freude beiderseits. Nach kurzem Kriegsrat: Ja, wir starten in die komplette Nacht Nr II. Hilft ja nix.Weiter ging`s:

Etappe III (Das Sockenproblem):

1 Berg 1000hm, aber 2450 hm nach unten-46km nach Donnas. Fahrplan: Das vom Profil/Karte her „freundlichste“ Stück

Gegen 20:45 Uhr ging`s los. Schon nach 5 Minuten merkte ich, dass ein Socken ständig nach unten rutschte. Der Bund war auch etwas ausgeleiert. Ich beschloss umzudrehen und das zu beseitigen. Da wird man nicht froh. Zurück, schnell die Tasche geben lassen, den einen Socken gewechselt (den anderen nicht, da ja vorher meine Füße von mir immer mit ordentlich Vaseline versorgt wurden) und wieder los. Tja, nach 20 Minuten fing der andere an zu rutschen. Um´s abzukürzen. Die Etappe war zu meinem Glück tasächlich sockenmäßig so OK (weil hauptächlich bergab), dass es erträglich war, mit einem halben Barfuß im Schuh zu laufen. Hätte echt blöder kommen können.

Bald hatte ich, ja ich, Constantin eingeholt, er hatte allerdings noch Telefonate geführt nicht. Mit einem Haufen Gesprächsthemen war`s echt kurzweilig bis zum Gipfel. Auch der Weg hatte eine angenehme Steigung (auch noch ab 2100, aber …).Trotzdem wollte mein Kollege einen Gang zulegen.Wenn man`s kann, verständlich. Beim Abstieg kam bald eine Hütte, in der wir kurz besprachen uns in Chardonney,der nächsten VP, wieder zu sehen. Und weg wa er. Ich aß noch ein paar Happen und wollte meinen Mp3 Player starten. Er ging—nur teilweise,krrr. Mein Motivator zumindest in der Nacht, im Arsch. „Jetzt haben wir ernsthafte Probleme“ ,dachte ich, jetzt noch nicht wirklich ,aber… Weitere fünf Minuten gab ich mir und Mr. Mp3, keine Chance. Nun ja. Geht ja „nur“ bergab.

Was da schließlich kam war krass.Die gesamte Strecke höchsttechnisch, verwinkelt, versumpft,verwurzelt, weiter unten über Hängebrücken, vorbei an Wasserfällen, bei Tag sicher der totale Hammer.Ich war froh und kaputt als ich Chardonney  (km 133)um 03.08 erreichte. Leider war das keine VP wie sie klingt. In einem Zelt,  ein paar gruslige unmotivierte Gestalten.“Aha, ein Neuer“, Dds Buffet halbleer. Ganz ungewohnt. Kein Constantin. Höchstwahrscheinlich weitergelaufen, verständlich. Trotzdem machte ich jetzt 20 Minuten Powernap. Meiner Bitte mich zu wecken, kam keiner nach, ich wurde glücklicherweise selber wach und lief kommetarlos weiter.Umso weiter man Richtung Ort kam umso schwieriger wurde der Downhill, gefühlt oder auch in echt. Die Müdigkeit machte sich bemerkbar. Keine Zeit für eine Unkonzentriertheiten,, sonst schlecht. Nach Pontboset 9 km vor Donnas die nächste ein Mann Vp bei der traf ich auf Ulf Kühne, mit dem ich ein paar Worte wechselte, gemeinsam loslief, aber jeder sein Tempo machen wollte. Plötzlich ging`s wieder steil bergauf und wellig dahin. Das „Es dauert, wie`s dauert und dann auch mal länger“-Gesetz hatte wieder zugeschlagen. Durch wunderschöne kleine Dörfer bin ich nach einem kurzen „Guten Morgen Telefonat“ mit der Familie um 07:41Uhr in Donnas 151km  eingelaufen.Dass es sich zog ist nicht mehr erwähnsenwert.Nacht II ohne Musik bemerkbar im Genick.

körperlicher Zustand: nach diesem Bergababschnitt Handlungsbedarf. Oberschenkel zu, Schultergürtel bewegungseingeschränkt. Blasen- zumindest mal medizinschen Rat einholen.

Nachdem ich etwas planlos im Raum umherrirrte ,unkontrolliert Nahrung hineinstopfte, trug ich mich in der  Physiowarteliste ein. Kein Constantin. Hmm.Was nu.(Am Ende lag er in einem Raum im ersten Stock beim Schalfen). Plötzlich kam ein Mitstreiter auf mich zu.Es war der Typ, den ich beim 3000er downhill abgehängt hatte und es kam zu einem doch für den weiteren Rennverlauf für mich wichtigen Dialog, in etwa so gekürzt:

Hi! Hi . Erinnerst Du Dich an mich? Wir sind ein Stück zusammen gelaufen.

Ja ich weiss. Ich erinnere mich.

Was machst Du jetzt?

(Er hatte mich in der „Blöd Schaun`Phase“ erwischt) Hmm . Weiss nicht. Essen, ein wenig schlafen, vielleicht?!

Nein, ich hab Dich laufen sehen. Ich weiss, dass Du das Ding hier schaffen kannst.

?! Danke, den selben Eindruck hab ich von Dir auch.

Egal ,es geht jetzt nicht um mich.!Du packst jetzt Dein Zeug und startest. Du brauchst nicht zu schlafen. Die einzige Mission die Du hier in den nächsten Tagen hast, ist zu laufen. Nimm Dein Hirn, pack´s in den Mülleimer und Lauf. Im Ziel trinken wir dann Bier.

Ich hab noch Physio. Und so ein zwei Stunden Schlaf..

Physio OK, aber dann Lauf, ich zieh jetzt los. Versprochen?

Ja,ja is ja gut.

Wir sehen uns.

Etwas überrumpelt von der ganzen Aktion, kam ich jetzt bei der Physio dran. Obwohl mir die Massage etwas zu lasch erschien, hatte sie Wunder bewirkt. Kein zipen, nix mehr.Hammer. Die Medizinabtlg. unterstützte meine Meinung bzgl . Balsen und meinte es ist besser diese vorerst zu zulassen. Ich klebte meine „billigen“ Blasenpflaster als Reibungsschutz darüber und legte mich auf eine der Liegen im Hauptraum. Der Kilometerstand, wie auch das Müdigkeitslevel war Neuland, da wollte ich  es nicht gleich übertreiben. Allerdings konnte ich nach dem Dialog nicht mehr wirklich abschalten. Es sollte heute der heißeste Tag  werden und ich hatte keine Sonnencreme. Glücklicherweise traf ich Cornelia, die mir mit  Sunblock 50 aushalf und mir jetzt schon damit den Tag rettete.Danke nochmal! Kein Constatin (weg war er auch für den restlichen Trip)Etwas desorientiert wegen der doch inzwischen liebgewonnen gewohnten Struktur musste ich mich mental neu ausrichten. Dann so-Neuer Arbeitstag: Donnas out: 10 :38 Uhr

Etappe IV (54km)

Fahrplan:Erstmal knapp 2000hm aufwärts, dann EKG Gedümpel, wieder runter und noch ein Berg.

Es ging gleich in medias res. Steile Teerstrassen abwechslungsreich bergauf durch schöne Gassen .dsc08988

Eine Vp kam noch in Zivilisationsnähe bevors wieder trailig wurde.Man gewann schnell an Höhe, was in Sachen Temeraturanstieg nicht unangenehm war. Gegen 14.15 erreichte ich Sassa eine Berghütte mit einem Ambiente, bei dem meine Dendritenverknüpfungen durchaus Weißbierdurst vermeldeten. Leider keine Zeit.

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Ich kam gut voran, wollte aber nix verschreien.Das Gelände dieses Abschnitts:

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Kurz vor dem Gipfel Coda zog es sich noch etwas(ja sowas) und dann war irgenwann die Hütte Coda erreicht, bei der ich mir Nudeln einverleibte. HALBZEITFEST.

Nach dem Rifugio wurde es wieder steiniger und verblockter und zum späteren Nachmittag kroch ziemlich zackig die Müdigkeit in meine Knochen genauer gesagt ins Hirn. Das gefiel mir nicht.. Ein kurzer Stop bei dem Staudamm mit dem Versuch daheim anzurufen. Kein Netz. Hätte gut getan. Nun ja.

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Die Dämmerung war eingetreten und mein Wachzustand verschlechterte sich ziemlich zügig. Bei dem Punkt, bei dem nur noch die Hälfte des Weges von meinem Auge ans Hirn gesendet wurde, meldete die Sicherheitsabteilung meines Körpers Alarm. Optikverweigerung  war neu. Auch in den nächsten Tagen sollte es für mich so gegen 18.00Uhr sehr ungemütlich werden. Vor der Nacht, so ohne Musik, hatte ich etwas Bammel. Aber es war an der Zeit jetzt was zu unternehmen. Nach einer weiteren Stunde erreichte ich Rifugio Balma. Eine Top VP (Hütte weiter hinten im Bild)

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Ohne großes Essen ließ ich mir ein Bett geben. 30 Minuten. Ich war sofort weg. Umso härter trifft einen das Aufwecken. Bäämm. Voll daneben. So hatte ich es bis jetzt nicht.-Aufstehen-muss weiter-  Es war jetzt endgültig klargestellt, dass ich im eigentlichen Rennen angekommen war. Ich bewegte, kroch in einen Vorraum  in dem nix los war und wechselte in den „Blöd schaun “ Modus zum hochfahren. Langsam ging`s. Ich aß noch was und draußen wartete das Dunkel. 17 km bis Niel, dann noch ein Berg mit 13 weiteren Km nach Gressoney.

Das Gelände hatte in Blockwerk gewechselt.Dann,  nach 1,5 Std. kamen sie,die, auf die ich gewartet hatte, auf die ich versucht hatte, mich im Vorfeld einzustellen. Blip und Blop , Jingle und Jongel wie sie alle hießen die Stimmen, die nix Gutes, dich runterziehen wollen. Es geht nicht mehr, doch es geht, du kannst doch nicht mehr…. Beängstigend wie negativ man gegen sich sein kann. Ferner sah man im Lichtkegel kilometerweit die Reflektoren der Fähnchen , wo`s hingeht in den nächsten Stunden.Meistens bergauf. Auch die Stoamandel wandelten sich in ein Krokodil, in ein U Boot. Krasses Zeuch! Von weitem hörte man plötzlich wieder ein inzwischen vertrautes Rattern. Da Stromaggregat einer VP. Ein kurzer willkommener Ausbruch aus der Hölle seiner Selbst. Zum üblichen Essen kredenzte mir ein Helfer gebratenen Schinken den sie auf einem heißen Stein bruzelten. Boah. Dann ging`s wieder weiter,.

Niel erreichte ich wohl gegen 2 Uhr Der Abstieg war wieder eine gefühlte Ewigkeit, obwohl man Stimmen,Lärm, also (auch)von der VP,  u.s.w. schon seehr weit gehört hatte. Ich war total zerschossen. Ein Bett-Nein hier keine Betten.Uff. Ich suchte mir am Ende des Tischs einen Stuhl. Aus geplanten 10 Minuten Schlaf im Sitzen wurde es eine halbe Stunde. Eine Asiate saß auch am Tisch, der wie ich immer wieder aufwachte und einschlief. Wenn ich nur halb so Scheisse ausschaue wie der dann Hurra, dachte ich. Es half nix. „Hirn in den Müll,laufen“. Ich rappelete mich wieder auf. Wirklich gebracht, außer Zeitverlust, hatte die halbe Stunde nix. Wieder raus ins Dunkel.Musik wäre schön gewesen. Nicht minder hart nach Gressoney IN:  6.49 Uhr (205,9km)

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körperlicher Zustand: Egal. Bett. Dann Lifebase Standardprocedere. Essen leider nicht sehr ansprechend für mich.  Schlecht verpflegt. Verhieß nix Gutes. Die Blasen waren noch zu,aber zum bersten gefüllt, was inzwischen schmerzte. Gressoney out 10:26UHr

Etappe V

Fahrplan: Das Wetter sollte in den nächsten 48 Std. wechseln.2 höhere Berge- 35 km nichts was ich nicht schon hatte,  Klamotten- in langärmliges geswitcht.

Die Sonne schien angenehm und erstmal ging`s ein paar Kilomter flach dahin.Zum eingrooven mal schön Wie überall, wurde man von der Bevölkerung bei Sichtung gefeiert, egal wo man war.“Forza , Bravi“ An einem Kindergarten kam ich vorbei, alle winkten  waren begeistert. Hammer.

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Irgendwann ging`s über eine kleine Brücke ins Waldgebiet. Trotz des nicht erwähnenswerten Frühstücks kam ich gut voran und war am späten Mittag am ersten Gipfel.

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Langsam bekam ich Hunger, aber war ganz gut drauf, trotz des Hustenreizes, der mich ja seit Beginn stetig begleitete und konguent zur Renndauer stieg. Dieser ergriff inzwischen in höhern Lagen nervig Besitz von mir,als hätte ich ein Lungenödem auf dem K2.Beim Downhill lies ich`s krachen, so richtig.Ich überholte zwei hartnäckige  Kameraden. Weiter unten sah ich noch einen weiteren und nahm die Verfolgung auf. Ca 15 Minuten Vollgas bergab und wellig. Als ich ihn eingeholt hatte, meinte er “ Stop,wrong track!!“, Waaasss! I sent SOS, my legs. Fuck! Alles zurück. Wenigstens dem Sani konnte ich eine genaue Positionsbeschreibung geben. Das war nicht gut, ich hatte eine böse Vorahnung. Zwar kam bald ein super Rifugo, in dem ich einen umfangreichen Brunch hielt, aber ich hatte mich schon ins Minus manövriert, vermutete ich. Der weitere Downhill ging gut und gegen 16.00 erreichte ich den Ort/ VP Champoluc bei dem ich nicht lang verweilte. Ich wollte weiter. Etwas flach ging`s zum nächsten Berg. Nach etwas Anstieg in mäßiger Steigung zerlegte es mich komplett. Keine Luft,alles zu.“Alter Mann“. Gefühlt kriechend kam ich voran.2 Kollegen (andere als vorher) überholten mich mit ein paar freundlichen Motivationsworten, ein joggender,frischer Trailrunner versuchte mich aufzubauen, die nächste Hütte wäre noch ca. 25 Minuten.Für mich also 45min. Irgendwie kam ich da hoch. Total zerstört stolperte ich in die Hütte. Durst, Cola, Hustenanfall. Ich spie die ganze Cola auf den Boden. Mein Anrecht auf Nudeln und/ oder sonstige Verpflegung hatte ich den Blicken nach zu urteilen verwirkt.Verständlich. Wer weiss, schon was da sonst noch so rauskommt.  Ich legte mich auf eine Bank und versuchte alles wieder halbwegs ins Lot zu bekommen. Husten… .Leer. Mal daheim anrufen. Tat gut, die Stimmen zu hören und hätte heulen können. Danach kam einer der freundlichen Mitstreiter mit Kamera zu mir. Er meinte er wäre Journalist und führte dann eine Art Interview. Das hoffe ich, werde ich nie sehen ;-). Eine Stunde hatte mich der Breakdown gekostet. Ein Hungerast.Ich zog wieder los. Komischerweise ging`s wenigstens ab diesen Zeitpunkt etwas besser in der Höhe.

Valtourneche In: 21.47 Uhr(km 239)

körperlicher Zustand: geistig transzendent. Die Füsse (also Zehen, Sohlen, drumherum) kamen ins Spiel. Die Blasen, ja, immer noch zu,aber da war nix mehr wegzuignorieren.Knie, beide, ja.

Ein Scheisstag war das. Nacht kacke OK, aber der Tag. Zum leckern Essen trank ich mein erstes Bier.Das Willkomenszelt

Eine topmotivierte Helferin führte mich im Anschluß in und durch die dahinterliegende Sporthalle, wechselte mit mir eine Matraze in ein bequemeres Feldbett.“It´s better“. Super. Meine Strinlampenakkus, die ich auch als Powerbank nutzte mussten geladen werden, alles kein Problem. Ich ging schlafen mit Ohrstöpsel. Echt mal richtig weg. Ca 2,5 Std.Das tat gut. Ich stand auf, ging zum Medizinmann wg der Blasen. Das dauert noch. Ok. Startete die Restvorbereitung für das Stück, vor dem ich am meisten Respekt hatte.Ich versuchte meinen MP3 Palyer wieder. Er lief wieder. JAAAAAA! Egal warum.

Ich kam dran.Trotz Skepsis, die Blasen mussten geöffnet werden. Danach wurden sie mit „Hypofix“ (Hammerzeug) getapet.Alles wie neu. und es sollte halten bis zum Schluss,meinte er. Meine Knie hatte ich jetzt auch mit Kinesiotape versorgt. Ich bin kein Freund des Prophylaxetapens, sondern dann wenn`s nötig wird. Es war soweit. Die Blasengeschichte dauerte 50 Minuten. Alles gepackt, noch ordentlich Frühstück…wo ist meine Stirnlampe, Fuck, die ist weg. Ein kurzer Panikanfall (immerhin mein Medizeug sammelte ich noch ein, da ich es vergessen hatte) verzögerte den Start um 15 Minuten. Sie war in meiner Haupttasche. Alles gut

Etappe  VI (48 km) Tag der Heule Eule

Fahrplan: Wie erwähnt meine „gefürchtetste Etappe“ Alles hoch -Berg EKG.Dann komplett runter und am Ende noch 1 Berg. Das Wetter sollte zusätzlich endgültig wechseln.Regen den ganzen Tag. Schnee ab 2500.  Aber knappe 7 Std Pause gesamt können was. Valour Out: 05.07 Uhr ,gute Startzeit.Gut drauf

Es sei vorweggenommen: Für mich war dies, trotz der harten  Wetterbedingungen landschaftlich der schönste Streckenabschnitt. Roughe, schwarze Berge, alles verwunschen, Harry Potter meets Herr der Ringe.

Aber erstmal ging`s , ja bergauf. Startete ich noch trocken, wurde es frisch und Regen setzte ein, der auch bleiben sollte.Es ging bis zu einem fetten Staudamm, James Bond/ Metal Gear Solid like , und bald kam der erste Checkpoint eine Hütte. Nur kurz was gegessen und dann raus, und einem Forstweg gefolgt. Nach kurzer Zeit kamen keine Fähnchen mehr. Alarmbereitschaft. Ja, ich war falsch.Alles Retoure, etwas verkürzt durch eine Wiese, was meine Schuhe komplett durchnässte, was ich aber dadurch nur eine halbe Stunde vorverlegt hatte.  Alles gut. Trotzdem störte mich seit meinem Hungerast und dem Telefonat auf der Hütte was. Ich hatte den immerzu den Drang heulen zu müssen. Nun ja,. Es war ja keiner da. Ich ließ laufen. Schwallartig immer wieder. Den Vormittag ging das so. Zu groß das Ganze für mein kleines Menschenhirn.

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Es wurde zwar hart, ja , es begann zu schneien, aber irgendwie war ich nach dem Vormittag im Reinen mit mir. Eigentlich nicht so meine Art.Ein Mitsteiter auf den ich ab und an auflief schmunzelte und meinte bloß „Mountains“ . Ja, so einfach war´s.

Es kam ein Rifugio mit lecker Nudeln, dann ein Downhill der wirklich, also so richtig wirklich Spaß machte, über sandige Wege bei denen man endlich mal „surfen“ konnte. Unten angekommen war ich wieder hin und weg vom Panorama.

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Es ging dahin und ich lieferte für mich den Tag ganzen Tag über eine Top Performance. Es waren so ca 4 Kollegen, auf die ich immer wieder traf. Kurz (ca. 30 Minuten) vor Oyace, der Haupt Vp in einem Ort vorm „letzten“ Berg der Etappe, überholte ich noch  einen. Nach Trailrunner sah ja inzwischen auch keiner mehr aus. Eher nach Überlebene irgendeiner Spezialeinheit in einem Krisengebiet. Oyace erreichte ich um 17.00Uhr Meine Zehen wollten Pause.Die gönnte ich ihnen. Meine Knie pumpten.Nicht gut.  Kurz etwas essen. Was will ich hier sonst. „Hirn in Müll“. Weiter gings nach ca. 20 Minuten. Nach  weiteren 15 Minuten bergauf kam mir der Kollege entgegen, den ich vor der VP  überholt hatte. Er hatte die  Abzweigung verpasst. Herrje, ein Kack. Er tat mir wirklich leid.

So gut der Tag, es ging wieder los.Eine tollte Vp kam noch vorm Abstieg.

Da erzählten mir die Helfer einer von Ihnen wäre Rodelweltmeister im „Naturschlitten“ und er wäre der Nationaltrainer u.s.w. Sehr lustig war´s da . Vollmond halt auch

dsc09027Und ich hatte Musik. Den Gipfel bekam ich nicht mit. Meine Knie und  Füsse machten immer mehr Probleme. Ich kam runter, keine Frage, aber nach Ollomont zog es ich, und ich konnte kaum mehr laufen. Sophia, meine Tochter sagte immer, wenn sie getragen werden wollte, wir wohnen im 2ten Stock ohne Lift: „Meine Knie sind gebrochen, Papa“ , Ja , meine auch.

Ollomont In: 22:16. (km 286) Trotz Super Ankunftszeit -ein  Höllenmoloch. Obwohl der Wirt und die Helfer vollends bemüht waren, war alles zu klein, zu eng, jeder Scheibe Käse,Wurst musste man hinterher rennen. Keinen Bock auf so was. Ein Schlaf-/Medizelt draußen. Ich konnte nicht mehr gehen. Meine Tasche hatte sich in einen riesigen,unübersichtlichen Kackhaufen von Kabel,Dreckwäsche und was weiß ich verwandelt. Im Zelt stank es nach Blasen,Desinfektionsmittel, Eiter, keine Ahnung. Andere hauten sich irgendwelche Spritzen rein.

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An sich wurde es dennoch fast ein übliches Vp Programm.

Körperlicher Zustand: Ende Gelände.Knie Schrott.Fußsohlen Schrott. Ich musste mal kurz auf`s Klo und bin aufgrund der Wölbung im Feldbett fast nicht raus gekommen. Ich stellte mir hier erstmals die „Ist das noch Sport?“Frage .Die Blasen mussten aufgrund des Regens neu getapet werden und es kamen noch zwei dazu. 50 Minuten.Nicht so gut, wie beim ersten Mal, aber an sich sollte es heben.   Irgendwo hatte ich dort zusätzlich noch einen Handschuh (Handschuh für heiße Tage – und daheim festgestellt noch ein Oberteil) verloren . Nachdem Versuch den Handschuh zu finden und eine Art Frühstück zu mir zu nehmen bin ich los. Bloß raus hier. Wie auch immer.Viel verschenkte Zeit.Ollomont Out: 04:17 Uhr

Letzte Etappe VI (51km- 2 Berge), letzter Tag

Fahrplan: Fuck Off.Kann kaum laufen.

Bergauf geht immer.Ja, aber nicht wirklich. Die darauf folgenden 1000 hm runter stehen zusätzlich woanders. Musik. Es ging schonend bergauf. Ich traf so um 4.30Uhr einen Einheimischen  beim Frühwandern (oder doch Helfer) , der mir irgendwas über den Streckenverlauf erzählte.Bahnhof. Nachmittags sah ich ihn wieder, noch immer wandern.An sich ein toller Berg der Schwammerlkopf( Col Champillon) den ich zu einem krassen Sonnenaufgang in einem desaströsen Zustand erreichte. Surreal:

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Ich konnte kaum mehr auftreten. Die Fußsohlen brannten als stände ich auf Herdplatten (einem Freund und mir wurden in einer Banja in Moskau mal keine Schlappen angeboten).Auch fiel mir die Szene in „Last Man Standing“ ein, in der Bruce Willis komplett vermöbelt und ohne Pistolen in ein Kammer geschmissen wird “ Ohne seine Waffen ist er nichts“ . Was will ich ohne meine Füsse. Was ist das für ein Rennen, wenn ich nicht ,mehr laufen kann.Komplette Verzweiflung, komplette Sinnlosigkeit der gesamten Unternehmung. Weit bin ich gekommen. Grenzen müssen aktzeptiert werden. Lange ist`s gut gegangen. Anruf daheim, heulend (hatte ja Übung) den Rennaustieg zu verkünden. 50 km ins Ziel dabei noch einmal auf die Zugspitz. Unerreichbar.Die Strecke war in meinem Zustand nicht mehr greifbar.

Es wurden mir dann ein paar Punkte mitgeteilt.

  1. Ich würde mich spätestens morgen so richtig ärgern oder heute Nachmittag
  2. Das wollte keiner, weder ich noch andere. Die Oma,die als Support daheim war, war freilich für den Ausstieg.
  3. Ich bin auf Position 180 oder so. Also weit vorne. Ich hab Zeit!!!! Nehmen!!!
  4. Sollte ich es an diesem Tag nicht schaffen, Ausstieg Ok. Keine Gnade für Dad. Das war das Regenerationsthema.
  5. Sophia würde mich gerne auf einem Hexenbesen ins Ziel fliegen.

Es waren Argumente. Nach unten musste ich so wie so. Das Profil sah dann nach 10km Flachetappe aus. Die kann man wandern. Zeit hab ich, den ganzen Tag.  Mal sehen. Das Bergabstück war kein Vergnügen. Unten angekommen ging`s ein Stück flach dahin bis zur nächsten Vp ein Kuhstall, in dem eine Liege und ein großer Tisch aufgebaut war. Die Chefin war eine Omi und irgendwie hatten wir eine Verbindung. Ich war wiedermal ein Haufen Elend. Vllt war das der Grund. Der erste Gang, Nudelsuppe, dann div Salamibrote…,Ich konnte nicht mehr aussteigen. Nicht jetzt.Wie sollte ich das erklären.Ich machte ihr klar, dass ich schlafen müsste 30 Minuten, bitte wecken , das tat sie. Und wie, aber erst nachdem sie mich ordentlich zugedeckt hatte. Total daneben aufgewacht machte sie mir in meiner Sammlungsphase noch Nudeln. Irre. Draußen wurde es häßlich .Wieder Regen. Nachdem sie mir in die Jacke geholfen hatte , gings wieder los. Wenigstens das Flachstück nach Bosses. Ich „wanderte“ im Stechschritt vor mich hin. Sauer, hier könnte man Tempo machen, wenn man laufen könnte. Aber der Ungeduld hatte ich abgeschworen. Das „Gesetz“ des Tors. In Bosses um 11:42.Uhr . Zwar war der Schlaf im Kuhstall mental gut , aber keine Besserung der Füsse. Ich aß quasi zu Mittag und hatte Internet. Meine bessere Hälfte hatte inzwischen nur eine Anmerkung über mein Vorhaben und Zustand in Facebook gepostet, und es kamen so einige darauf aktuelle Anfeuerungen, die mich tatsächlich zum weitermachen animierten. Nochmal Danke!In meinem Zustand  wars kein Pipifax, der Col Malatra.Nach dem Ort ging`s bald wieder auf die Wanderwege. Krasse Natur. Es schüttete. Meine Füsse schmerzten und aufgrund des langsameren Tempos wurde es frisch.

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Gegen 15.00Uhr erreichte ich durchgefroren, müde und was es sonst noch so gibt Frassati, die letzte Vp vorm  Col Malatra und dem „TOR“ (Durchgang ins nächste Tal). Ich bezog meinen Sitzplatz neben einem Donnerofen und rang mit mir. Mal wieder weggedöst, was gegessen, wieder weggedöst. Keine Ahnung wie`s weitergehen sollte. Es hatte in der Höhe zu schneien begonnen.Der Blick aus dem Fenster:

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Plötzlich stoppte der Schnee und Regen und die Sonne kam raus. Wenn dann jetzt. Ich zieh durch.Es war beschlossen.Ich packte letztmalig mein Zeug und machte mich auf den Weg. Ich muss hier runter. Die Trails waren naß , etwas batzig,aber noch nicht problematisch. Nicht lange nach mir mussten alle Ihre Schneeketten anlegen.

Irgendwie bekam ich wieder Energie. Mit leichter Kletterei ging`s zum Durchgang, wo auch Kameraleute positioniert waren. Es musste raus:

Minute 2.07 im Video:

Das „Tor Du Arsxhlxxx“ haben sie rausgeschnitten. Endlich ging`s runter. Über einen  Zwischenanstieg zum Malatra musste ich nur noch schmunzeln.Die Füsse wollten wieder, alles war top??!!Beängstigend.

Ich lief, ich war zurück. Nach Bretone der letzten Vp am Berg um19.49 Uhr, musste ich doch noch die Stirnlampe rauspfrimeln,so was von Wurscht. Ich rannte wie am ersten Tag.Blow the shit out of him.  Der Zieleinlauf war unglaublich.Volle Hütte!!   Neben dem Moderator kam tatsächlich Mr. „hirn in Müll“ als erster auf mich zu um mir zu gratulieren.Eine Umarmung war da schon drin. Er war so 2 Std vorher da. Das Bier haben wir leider nicht mehr geschafft. Am Sonntag sollte sich herausstellen, dass der Herr ein „Senator“ (Mehrfachfinisher) war, der das Ding bereits zum 7ten Mal hintereinander nach Hause gebracht hatte. So ein Lump :-)!   Courmayeur In 20:41 Uhr! 130:41 Std. Platz 183.

Nach einem Telefonat daheim (ich wurde 30 Minuten früher erwartet HAHAHa) wurde ich mit einem Shuttel zum Forum gefahren um meine Tasche zu holen.Er nahm mich auch wieder mit zurück und lieferte mich im Hotel ab. Besser geht`s nicht.

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Ziemlich ramponiert. So viel sei noch erzählt.Die Nacht war nicht wirklich erholsam. Um 3:00Uhr wachte ich beispielsweise schweißgebadet und orientierungslos auf und wollte los.

Am Sonntag ging`s schon besser.

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Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. Bis demnächst.

Südtirol- Ultra- Skyrace

So, mit etwas Abstand wie angekündigt so etwas wie ein Rennbericht, als Mahnung oder Motivation. Kann sich jeder selber aussuchen.

Kein Geheimnis, dass Trailrunning, oder wie man es nennen möchte , zur Trendsportart mutiert. So ziehen auch die Veranstalter mit größer, härter, längeren Strecken nach um Athleten zu generieren. Hier wird gerne das Wort „extrem“ verwendet.  Beim Südtirol Ultra, zumindest auf der langen Strecke, kann ich jetzt bestätigen, dass jedes Wort im Flyer, Ausschreibung wahr ist.Glaubt dem Südtiroler (- nicht dass ich da je gezweifelt hätte). Die Endstatistik, dass von 137 Starten nur 60 das Ziel erreicht haben, unterstreicht das lediglich. Hier wird von „Extreme experience“ gesprochen und welche experience das sein soll (Strecke, mental…) , es ist garantiert, dass jeder seine speziellen Momente haben wird. Aber jetzt zum „Bericht“.

Vorgeplänkel:

Wieder mal ne` Brechstangenaktion-heißt Anreise am Starttag. Trotz Ferienbeginn war ich Gott sei Dank mittags bereits in Bozen. Junior hat in der Nacht zuvor sein Bestes getan eine ruhige Nacht zu vermeiden und so war ich nicht wirklich ausgeschlafen angekommen. Geparkt habe ich zunächst im Zentrum in der Wuchertiefgarage mit dem Plan erstmal die Startunterlagen abzuholen und danach bis zum „Programmstart“ im Freibad wenigstens noch etwas zu chillen. Nach kurzer Suche bin ich der „Taflerwiesn „ und dem Ziel und Managementbereichs  fündig geworden , welcher sich in einem wunderschöner Parkgelände (ähnlich der Isar) befindet und letztendlich den Aufenthalt im Freibad überflüssig gemacht hat.

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Lediglich umparken musste ich noch und  ich sah schon wieder hunderte von Euros schwinden, da ich mein Tiefgaragenticket verloren hatte, wie ich zurück am Auto festgestellt habe. Aber die Tiefgaragensheriffs waren echt fair und haben lediglich 2,50 € mehr verlangt, als ich eh hätte zahlen müssen. Sehr positiv überrascht war ich da. Die netten Damen an der Startunterlagenausgabe hatten mir einen kostenlosen Dauerparkplatz in der Nähe des Zielgeländes empfohlen, den es nun zu suchen galt und den ich schließlich gefunden habe.  Ca. 10 Minuten Fußmarsch. Eine Sorge weniger. Dann habe ich mich auf den Taflerwiesn häuslich niedergelassen, vor mich hingedöst, das tolle Startpaket inspiziert (neben dem üblichen  Flyergedöns Riegel /Gels/eine Laufsmartphone Tasche von Asics, einen Leki Klappbecher so wie Nudeln und Äpfel) Echt gut. Noch zwei dropbags für Ziel und VP Penser Joch bei der Hälfte In die PenserJoch Tüte kamen neben Alternativschuhwerk noch ein frisches Laufhemd, meine Sommerarmlinge und div. Gels.  Ab 16.30 bin ich dann zum Auto um mich umzuzuziehen, und  mich ins Reißerouifit zu schmeißen. Wieder zurück hab ich mir meinen Teller Nudeln abgeholt. Mein Hirn sprach:“Bitte mit Tomatensauce“ mein Mund sprach :“Ragu“.  Die Bolongnese lag mir dann doch ein paar Stunden im Magen. Nun ja.

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Nach dem Briefing machten sich alle auf den Weg zum Start am Waltherplatz , und schon standen  wir nach der Rucksackkontrolle im Startbereich. Ich war müde. Super! Meine Stirnlampe hab ich gleich aufgesetzt, da die Profiabteilung, das auch bereits machte. Wird schon seinen Grund haben. 20.00Uhr Startschuss und los gings.

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Demut lernen am Rittner Horn:

Die letzten  Trainingswochen bestanden aus Zeitmangel für längere Sachen fast überwiegend nur aus Tempoläufen und Intervalltraining und das ziemlich erfolgreich, was die Verbesserung meiner Trainingsreslutate betrifft. Ich hatte mir zwar vorgenommen, die Angelegenheit beharrlich anzugehen, aber, nun ja, wie das so ist. Nach einem kurzen Stück durch Bozen ging`s auf steilen Teerrampen bergauf und schon hatte die Platzierungsschlacht begonnen. Kommentarlos und geradeaus stierend wurde überholt und drangeblieben. Ich ließ mich anstecken.Ich machte es so , wie in den letzten Wochen geübt. Mein Puls war jenseits der Sinnvollskala und nach einem Waldstück in in der Dämmerung

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kam die erste VP bei der ich gleich dankbar alles abgraste ohne viel Zeit zu verlieren. Licht an- es wurde dunkel .Den gelben Markierungsfähnchen und Leuchtstrichen folgend ging`s stetig bergauf. An dieser Stelle sei die perfekte Markierungsarbeit des Veranstalters ausdrücklich hervorgehoben. Mit Ausnahmen in der Nacht, in der streckenweise dicke Nebelfelder aufzogen und gänzlich nix mehr zu sehen war , war die gesamte Strecke vorbildlich markiert. Nach ungefähr 2,5 Std Renndauer merkte ich langsam, dass die Quittung für mein vorpubertäres Renngehabe nicht mehr in weiter Ferne  war. Der Körper stieg auf Schnappatmung um und auch die Höhe machte sich in Sachen Atmung bemerkbar. Nach 3:15Std. hatte ich die VP Rittner Horn erreicht und ich war paniert. Nach dem Buffetbesuch  ging ich in ein aufgestelltes Zelt und ein Bergwachtler lud mich nach einer kurzen Begutachtung ein, mich zu setzen , zuzudecken und Pause zu machen, wie bereits andere, die mich am Anfang mit ordentlich Dampf überholt hatten. Ich lehnte dankend ab, meinte nur,  dass ich mich bloß grad über eigene Blödheit des Überpacens ärgere „Ich Depp“ und  noch keine Zeit hätte, für diese Art von Pausen.

Durch die Nacht

Und weiter ging`s im Dunkel. In den nächsten Rennstunden, es sollten so ca. 3 STd. werden, musste ich Buße tun. Es war nix mehr lustig. Das Rittner Horn hat mich Mores gelehrt und mich die Hybris eines Geländearroganten Voralpenländlers ablegen lassen. Das Terrain wechselte inzwischen zwischen schwer zu „laufende“ Geröllfelder und Blockwerk hin und her.

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Der erwähnte Nebel tat sein Übriges, gefühlsmäßig  durch den Aither zu laufen. Manchmal gab der Nebel etwas Sicht frei und in der Ferne konnte man einzelne Stirnlampen erkennen, was nicht wirklich zur Stimmungsaufhellung beitrug. Ich grummelte vor mich hin und nach 1,5Std alleine traf ich auf zwei Südtiroler  „Nordic Walker“ , Pip und Posy hatte ich sie genannt,  deren Tempo mir entgegenkam. Zwar nervte mich irgendwie  deren  Arschwackelgepose immer mit Bedacht auf Stylefaktor, aber für den Moment  war`s  OK mein Tempo und Rhythmus wieder zu finden nicht alleine Wegfindung zu betreiben. Nach 6 STd primären Körperkampf war ich endlich im Rennen angekommen und die erste große Krise überwunden.  Die VP Totenkirchl  lag hinter mir und endlich fühlte ich mich akklimatisiert und gut. Es ging dahin. Mit Spaß. Der Nebel hatte sich verzogen und im Mondenschein  kämpfte man sich weiter durch`s Geröll.

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Fast war`s romantisch. Um Halb 4  war das Latzfonser Kreuz erreicht und  ich erinnerte mich an meinen Fahrplan. Schaut gut aus im frühen Vormittag am Penser Joch zu sein .Jetzt war`s mal Zeit für Musik.  Beflügelt und gestärkt sammelte ich wieder in paar ein die im Blockgelände so Ihre Schwierigkeiten hatten. Langsam wurde es hell und man sah endlich was nämlich, ja : Geröll.

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(ca 5:30Uhr am Morgen-ein Italiener hat mir angeboten ein Foto von mir zu machen.Danke!!)

Krise II

Zum traumhaften Sonnenaufgang befand ich mich kurz vor der VP Flaggerschartenhütte, von der ich bei leckerer Nudelsuppe das Spektakel betrachtete.

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Leider verzichtete ich auf sonstige Verpflegung, was sich kurz nach Aufbruch als großer Fehler entpuppte. Zusätzlich  stellte ich auch schon vorher  fest, dass sich mein Gelwasser Mix in der Trinkblase eher gen Wasser pur wandelte, aber unternommen hab ich nix dagegen. Warum auch immer.  Nach besagter Suppe war Aufbruch und das Gelände wechselte endlich mal in hochalpine Wanderwege bei der es nur dann und wann Blockwerk zu bezwingen galt. Leider überrumpelte mich nach einer weiteren Stunde plötzlich wieder die bekannte Schnappatmung.. Mein Hals war zugeschnürt und ich fragte mich was jetzt wieder los sei. Mit Zynismus kam ich diesmal nicht weiter. Mir ging`s schlecht. Auf einer Anhöhe erwarteten mich wieder zwei Bergwachtler die mich, nachdem ich meinte, ich hätte einen Hänger, verbal aufbauten. An an einem Grat gings, landschaftlich wie immer wunderschön, teils an einem Weg teils über Grünflächen weiter. Die traumhafte Umgebung konnte mich im Augenblick dennoch nicht mehr aufbauen. Wieder durchschritt ich ein weiteres Tief (Aussteigen am Penser Joch , immerhin die Hälfte/Hubschraubereinsatz, wenn ich jetzt schon aussteige, was wird das dann im September erst u.s.w.) .  Hölle.Gerade jetzt kamen noch Fotografen, Gute Miene zum ja, Elend.Aber das Foto ist gut geworden 🙂 Foto by Harald Wisthaler-  http://www.wisthaler.com

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Es zog sich endlos und irgendwann kam mal wieder das Schild „500m bis zur Verpflegung“.

Penser Joch- Halbzeit:

Ende Gelände. Feierabend.Ich war leer. Sofort waren Helfer bei mir und hatten sich um mich gekümmert. Meine Dropbag wurde gebracht und ich wurde hartnäckig überredet, doch Nudeln zu essen und das an Ausstieg sowieso nicht zu denken sei. „Machst scho weida,oda-schteigst ned aus-na desch machst nid „. Ich analysierte kurz meine Situation und es kam die Erkenntins, dass mich ein Hungerast getroffen hat und zwar was für einer. Ich legte mich auf eine Bierbank und sinierte, telefonierte kurz mit meinem Hotel, dass ich auf alle Fälle irgendwann komme.  Ca.30- 40 Minuten Auszeit auf de Bank. Es ging mir wieder besser.Frisches Oberteil,Trinkblase wieder ordentlich befüllt. Auf einen Schuhwechsel verzichtete ich. An dieser Stelle sei noch einer Helferin gedankt, die sich mütterlich um mich bemüht und  deren Fürsorge einen großen Anteil am Weiterlaufen hatte! Danke.-

Die Aufholjagd:

Ich war zwar wieder zurück, trotzdem machte sich diesen Absturz das Gefolge zu Nutze und ich hatte ordentlich Platzierungseinbußen. Sauerei.Tank voll., Profil: etwas Bergaufgedümpel und dann 1250Hm Downhill. Meine Strecke. Attacke. Einen Italiener mit dem ich mich schon mehrmals gebattlet hatte, und der sich über mein Erscheinen am Horizont nicht sehr zu freuen schien, hatte ich wieder eingeholt. Es ging, wie sollte es anders sein, über ein Geröllfeld hinauf, um es auf der anderen Seite wieder hinunter zu laufen.

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Von der anderen Seite kamen wir.Bereits im Abstieg.

Mir ging`s gut! Ich kam ohne Probleme gut vorwärts und weitere zwei Kollegen konnten eingesammelt werden. Das letzte Stück waren wieder steile Teerrampen die ordentlich auf das Gebein eindonnerten, aber es hielt erstaunlich unproblematisch durch. Bis zur Ebenberalm war`s nicht mehr weit. Wieder anständig verpflegt nahm ich jetzt das erste Stück des letzten großen Höhnemeterkuchens in Angriff. Mit erstmal 1000 Hm Forstwegserpentinen und ja,welch Überraschung, Geröll und dann nach einem Stück mit Allerlei an einem Grat entlang bis zur Hirzer Hütte. Nach ca. 30 min so dahin, sonnte sich ein Schweizer am Wegesrand und er meinte seine Batterien wären leer und er wird jetzt aussteigen. Nach einem kurzen, aber vergebenen Versuch ihn aufzumuntern, zog ich weiter in die Steinlandschaft. Und langsam reichte es mir mit Petrographie. Das seitliche Mesh meiner Schuhe war inzwischen geschlitzt, was den Zugang kleiner Ministeine zu meinem Fußbett erleichterte. Fußreflexzonenmassage for free, aber unter diesen Umständen etwas sehr lästig. Nach zwei weiteren netten Begegnungen/Unterhaltungen  mit einem schrägen Almbauern o.ä. (Typ: „The hills have eyes“) und „normalen“ Wandertouristen kam irgendwann die Hirzerhütte in der ich mich wieder so weit wie`s gin mit Nudeln, Melone und Cola vollpumpte. Meine Beine waren langsam schwer und das Bergauf inzwischen doch so was wie eine Qual, was für die verbleibenen 1200 Hm bis zur Meraner Hütte zumindest keinen großen Spaß verhieß. So war`s auch. Wieder durch ein Geröllfeld zur „OberenScharte“ welche auch der höchste Punkt der Strecke ist und am Ende noch mit etwas Kletterei aufwartet. Von unten kam noch Lerry, ein Italiener, angedampft der echt eine gute Technik hatte in dem Blockwerk. Mr. Geröllheimer hatte mich geschnupft. Ich konnte beim schwierigen Abstieg auf der anderen Seite nicht dranbleiben.Nun ja. Dann ging`s nervig wellig bis zur Meraner Höhe dahin und der Himmel begann sich allmählich zu verdunkeln und in nicht allzu weiter Ferne hörte man es donnern. Auch ein paar Tröpfelein fielen,aber nicht weiter schlimm….erstmal. Das brauchte es jetzt nicht noch weshalb ich versuchte wieder etwas Tempo aufzunehmen, nachdem ich bereits 20 min einem weiteren indessen langsameren Kollegen hinterherdackelte. Mein Mantra “ Ab der Meraner Höhe geht`s grob 30km bergab“ hatte mich bis zu selbiger geschoben und brach weg, als mir zwei Bergwachtler die mich empfingen und nach kurzen Smalltalk über Bierfestempfehlungen in Bayern die weitere Strecke beschrieben. Hieß erstmal wieder bergauf bis zum Kesselberg und dann rüber zu Meran 2000, dann geht`s zur Hütte runter. Nun gut, es ist, wie`s ist.

Downhill der dann fast keiner war:

Check Meraner Hütte. Der Belag hatte wenigstens gewechselt. Endlich kein Geröll mehr. Nach einem Teller Nudeln ging`s wieder los. Es war 18:45 und das Dayfinish hatte ich zwar noch nicht komplett aufgegeben, aber realistisch betrachtet war es gegessen. Ich fing an zu rechnen. 20km im Training im Gelände brauch ich ohne diesen Irrsinn vorher 2 Std. ….Die Rechnung gefiel mir nicht. Und es ging wieder bergauf. Ich hätte kotzen können und meine Schuhe musste ich wieder von den Ministeinen leeren. Zwar waren es jetzt schöne Wanderwege, aber es ging wellig dahin. Nix mehr bergauf. Straight lief ich Eben- und Bergabpassagen und bergauf wurde zügig gewandert.  Es kamen die „Stoananen Mandel“ und ab da ging`s dann tatsächlich (ja mit ein paar Ausnahmen) nur bergab und ich bin gelaufen. Ich wollte endlich ins Ziel und es kam nicht. Noch 15km . Wieder rechnen. Nicht gut. Es wurde dunkel. Vor mir waren ein Südtiroler und Martin (ein Deutscher) aufgetaucht, die ich eingeholt hatte. Diese schienen schon bei der Pause auf der Meraner Hütte ein Team gewesen zu sein , weshalb ich mich mit Abstandhalten begnügte. Ich musste mich jetzt nicht auch noch irgendwo aufdrängen. Es wurde wieder dunkel. Nicht nur wegen des Sonnenuntergangs, sondern auch das Gewitter war doch im Anmarsch.  Wollte ich zuerst auf keinen Fall mehr meine Lampe rausholen, kam ich nicht mehr drumherum.Finster. 12km to go und plötzlich brach die Hölle los. Sturm, Regen, Donner , Blitze. Der Südtiroler war irgendwo mit einer Begleiterin verschwunden, die mit Rad dazu stieß und ich lief zu Martin auf. Keine größeren Worte vorher gewechselt waren wir plötzlich ein Team. Stellen wir uns unter- Nein bringt hier nix- alles anziehen was der Rucksack hergibt, sonst gibt`s Probleme u.s.w. Immerhin waren wir aus den höheren Lagen schon abgestiegen , aber frisch war´s trotzdem.Ein kurzer Gedanke an die Nachhut im Berg. Nicht schön.  Aus Bächlein wurden Flüsse und wir liefen als wären wir gerade gestartet.  10Km, noch immer fucking 10 km. Es wollte einfach kein Ende nehmen.Wir liefen, was blieb uns auch übrig. Endlich eine Teerstrasse wurde gekreuzt. Zivilisation. Bei Km 5 kam noch die letzte VP mit dem Angebot in einen VW Bus zu steigen. Jetzt war`s auch Wurscht.“Nein, wir laufen“! Über einen etwas versteckten „Geheimweg“, der sich in ein Flußbett gewandelt hatte,ging`s  bis zur Festung steil nach unten. Die Steilheit blieb, der Belag wechselte in Asphalt. Rutschig auch noch. Ich lieh Martin, der mit seinem Schuhwerk irgendwie Probleme hatte meine Stecken. Genau noch das Richtige nach so einem Trip. 120km und noch der letzte Km entlang der Taflerwiesen.EWIG. Wir rätselten,ob  im Ziel  überhaupt noch jemand ist. Und ja. Ein Haufen tapferer Helfer, versuchten uns den etwas holprigen Zieleinlauf mit Durchsagen u.s.w. doch noch so perfekt wie möglich zu gestalten. Danke dafür!

Unbenannt

Kurzes Fazit (Rest war lang genug):

Es war eines der am härtesten erarbeiteten Finish`s meiner Wettkampfkarriere. Den 24 STd Lauf hab ich unbeabsichtigter Weise auch noch mitgenommen. Die Strecke habe ich hinsichtlich des „Stein/Geröllfaktors“ordentlich unterschätzt, sonst wäre die Schuhwahl anders ausgefallen.Einfach kann jeder.Ich hätte mit mehr laufbaren Gelände gerechnet.Es ist wie`s ist. Eine knallharte Strecke von Leuten organisiert die lieben was sie tun  und hinter dem Wettkampf die ganze Gegend steht (Helfer/Bergwacht….und natürlich DANKE für alles)  Ich bei irgendeiner VP: Aber ist schon knackig hier! Helfer: Musch so sei !!    Das kann man so stehen lassen.

Danke fürs Durchhalten bis hierher, das Interesse und bis demnächst.

Weitermachen!